Archiv für July 2009

Bonnie and Clyde

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Normale Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 29. July 2009 von Peter

Nun ist es mir auch passiert! – Als Gelegenheitskrimileser streifte ich letztens rastlos durchs Buchgeschäft auf der Suche nach einem neuen Roman mit coolen Gangstern oder brutalen Agenten. Klappentexte durchschnittlicher Krimis sind etwa so orginell wie die Themen von Mittelalterhandelsspielen mit sechseckigen variablen Spielfeldern:

Eine Mordserie hält eine beschauliche Gemeinde Nordfinnlands in Schrecken. In seiner Brutalität kennt der Täter keine Grenzen. Als die junge Kommissarin ihm auf die Spur kommt, wird ihre Tochter von Geheimdienstkreisen entführt. Was als harmloses Folter(v)erbrechen begann, wird so zur persönlichen Tragödie. Denn dunkle Geheimnisse drohen ans Tageslicht zu kommen, deren Anfänge schon vor 100 Jahren in Südafrika begannen….
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Notre Dame

Ein Beitrag zum Themengebiet Gute Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 25. July 2009 von Peter

Paris, Paris – Stadt der Liebe, der Romantik und des guten Essens. Schnuckelige Gassen, laissez faire, Café au lait, Baguette, vin rouge ordinaire, und auch der Eiffelturm sollte neben Montparnasse und selbstredend der Seine genannt werden. Paris ist auch Lutetia, die vielleicht erstaunlichste Stadt des Universums.

Wer an Paris denkt, denkt aber auch an Versailles, Notre Dame, Quasimodo und – genau – an Ratten. Welches Kind kennt nicht die Geschichte vom Rattenfänger von Paris? Beliebt ist auch das Sprichwort über die Ratten, die das stinkende Paris verlassen. So war es längst an der Zeit, in einem Spiel die enge Beziehung der possierlichen Nagetiere mit der Hauptstadt des Kitschs zu vertiefen. In Notre Dame ist dies endlich geschehen. Weiterlesen »

Alea Iacta Est

Ein Beitrag zum Themengebiet Normale Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 22. July 2009 von Kathrin

Wir würfeln uns durch Rom. So ungefähr lässt sich Alea Iacta Est zusammenfassen. Ein Heureka wäre nicht nur eine sprachliche Verwirrung, sondern auch ein wenig vorschnell, denn sonderlich flott gestaltet sich der Einstieg ins Spiel nicht. Dazu ist erstmal viel zu erklären. Dabei ist das Prinzip nicht schwer: Jeder hat acht Würfel. Im ersten Zug werden alle acht geworfen, mindestens einer davon in genau einer Kombination auf genau einem Ort eingesetzt. Im nächsten Zug werden die verbleibenden Würfel erneut geschwungen und können als Ergänzung einer bestehenden oder wieder als neue Kombination dienen. Sobald ein Spieler seinen letzten Würfel verbraten hat, wird die Runde noch zu Ende gespielt und dann ausgewertet.

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Dixit

Ein Beitrag zum Themengebiet Gute Spiele, Rezensionen, Schöngeist, Spiele, geschrieben am 19. July 2009 von Peter

Auch jenseits der Strategie gibt es Spiele. So gibt es auch Spiele, die vorrangig Emotionen vermitteln und weniger die Vernunft ansprechen. Da Spaß und Spiel zusammengehören, wird bei solchen Spielen oft viel gelacht und gekichert. Seltener schaffen es Autoren, Spiel und Kunst miteinander zu verbinden. Beispielsweise gab es vor einigen Jahren die “Kunst Box” die spielerisch ermunterte, sich etwas intensiver mit Höhepunkten der Kunstgeschichte zu befassen. Seltener laden Spiele zum Träumen ein.

Diese Lücke wird von Dixit gefüllt. Schon das Design der großen Schachtel läßt böse Erinnerungen an die Zeit der Poesiealben erwachen. Im Inneren findet sich eine Siegpunktleiste auf einer grünen Wiese mit bunten Blumen. Folgerichtig gibt es auch drollige Holzkarnickel als Siegpunktanzeiger. Weiterlesen »

Nicht zu fassen

Ein Beitrag zum Themengebiet Kinderspiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 16. July 2009 von Kathrin

Es war einmal, da erschien bei Das-SpielEn.de eine Rezension über Nicht zu fassen. Nach einem Artikel über Tier auf Tier war es die zweite ihrer Art, eine Besprechung zu einem Kinderspiel. Doch nicht die Kleinen spielten, sondern die Großen. Und wenn sie nicht gestorben sind … doch dazu später mehr.

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Ra

Ein Beitrag zum Themengebiet Gute Spiele, Mehr, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 13. July 2009 von Peter

Der Glanz der Pharaonen ist längst vergangen. Nur ihre prächtigen Bauleistungen erinnern weiter an sie. Reiner Knizias Ra, das Debütspiel der Alea-Reihe, erscheint in ähnlichem Licht. Obzwar längst nicht mehr erhältlich und vom Autor selbst schon lieblos als Razzia kopiert, erscheint es auch nach einer Dekade immer noch als zeitloses Meisterwerk.

Ra ist ein reinrassiges Versteigerungsspiel. Reihum kann jeder Spieler entweder einem Paket zu versteigender Objekte ein weiteres hinzufügen oder eine Versteigerung auslösen. Dabei kann jeder nur ein Gebot abgeben, um alles oder nichts zu erhalten. Alles kann auch Katastrophen beinhalten, die zum Verlust von Plättchen führen. Auch Ra-Plättchen lösen Versteigerungen aus und bringen gleichzeitig das Spiel einer Zwischenwertung oder dem SpielEn.de ein Stückchen näher. Dadurch entsteht ein wirkungsvoller Can’t-Stop Effekt. Denn wer mit Geboten zu lange wartet, droht leer auszugehen. Weiterlesen »

Uruk

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Normale Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 8. July 2009 von Kathrin

Bei manchem Spiel entschweben meine Gedanken regelrecht in physikalische Sphären. Was bei uns nicht gleich besorgniserregend ist, schließlich haben Peter und ich sechs Jahre lang Physik studiert. Was sich auch in den Namen unserer Kater reflektiert. Schrödinger etwa verdankt seinen Namen einem eher nicht unbedingt tierlieb erscheinenden Versuch, der zum Glück nur als Gedankenexperiment zum Einsatz kam. Ein giftiges radioaktives Element zerfällt innerhalb einer Stunde mit der Wahrscheinlichkeit von 50%. Sperrte man nun eine Katze zusammen mit diesem Präparat in eine geschlossene Kiste, würde sie bei Zerfall des Elements getötet. Da man in die Kiste nicht reinschauen kann, weiß man nach Ablauf einer Stunde nicht, ob die Katze lebendig oder tot ist. Diese beiden Zustände der Lebendigkeit würden sich also „überlagern“. Dieses fiktive Modell dient zur Veranschaulichung grundlegender Prinzipien der Quantenmechanik (darunter der so genannte Welle-Teilchen-Dualismus).

Während in der klassischen Physik die Überzeugung herrschte, dass alles beliebig genau berechenbar sei, macht die Quantenmechanik prinzipell nur Wahrscheinlichkeitsaussagen. Nur durch Messprozesse werden sie realisiert. Gesellschaftsspieler gehen immer davon aus, dass sich z.B. das Ergebnis eines einzelnen Würfelwurfs nicht vorhersagen lässt, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit für einen Würfelwurf. Natürlich könnte man aus der Handbewegung des Würfelnden und der Ausgangsposition des Würfels das Ergebnis des Wurfes vorherberechnen. Aber dies ist zu mühselig, und daher blendet man als Spieler diese Möglichkeit prinzipell aus und spricht stattdessen vom „Glück“. – Erst mit dem Fall des Würfels wird ein Zustand festgelegt. In der Quantenmechanik wird die Existenz des „Glücks“ zum unausweichlichen Prinzip namens „Unschärfe“ erhoben.

Eine andere Art der Unschärfe erlebt mancher Spieler, wenn es um die Frage geht „habe ich dieses Spiel nun regelkonform gespielt?“ Als Rezensent ist dies eine besonders wichtige Frage, denn eine Kritik soll auf Basis möglichst vieler Partien und einer genauen Regelkenntnis fußen. Umso ärgerlicher, wenn sich nach dem Spielen eines Testkandidaten gleich mehrfach hintereinander nach dem Spiel herausstellt, dass man dieses oder jenes dann doch wieder falsch gemacht hatte. Dann heißt es: Und noch eine Probepartie … Weiterlesen »

Im Jahr des Drachen

Ein Beitrag zum Themengebiet Gute Spiele, Postscriptum, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 5. July 2009 von Kathrin und Peter

Erstveröffentlichung im April 2008 in der Fairplay 83.
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