Among the Stars

Neben Fairy Tale und 7 Wonders gibt es seit einiger Zeit ein weiteres „gleichzeitiges draften und auslegen“ Spiel. Zwar erschien das Spiel schon 2012 und bekam bei Boardgamegeek auch einige Aufmerksamkeit. Auf deutschen Seiten finden sich aber noch keine Rezension.

Ein Grund dafür ist offensichtlich: Das Spiel ist vollständig auf Englisch und es verzichtet erfreulicherweise auf die aktuell so modernen sprachunabhängigen Hieroglyphen. Eine zweite Einstiegshürde ist die wirr wie schlecht geschriebene Regel. Es finden sich zwar irgendwo alle notwendigen Informationen. Meiner Meinung nach hat aber der Setzer des Spiels kurz vor dem Druck alle Absätze entweder zufällig gemischt oder nach rein ästhetischen Kriterien neu über die Seiten verstreut.

Bild von Among the Stars

Der zweite Grund könnte mangelndes Interesse der griechischen Verleger an Berichten oder Vertriebswegen neben Direktverkauf und Crowdfunding sein. Das ist betrüblich, denn das Spiel ist gar nicht schlecht und – von der üblen Spielregel mal abgesehen – sogar ziemlich gut produziert. Im direkten Vergleich mit Fairy Tale und 7 Wonders landet es zwar nur auf Platz drei. Doch es löst immerhin das suchterzeugende „direkt nochmal spielen“ Syndrom aus.

Das Prinzip von Among the Stars ist recht einfach: Jeder kriegt eine Handvoll Karten, wählt daraus eine aus, legt sie vor sich ab und gibt den Rest weiter. Mit den ausgewählten Karten entsteht so Zug um Zug eine persönliche Raumstationen. Jede Karte bringt Siegpunkte, meistens abhängig von Nachbarkarten oder der Gesamtstruktur der Raumstation. Nach 24 Durchgängen endet das Spiel. Der Rest ist Beiwerk.

Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten zu interagieren. Sogar eine aggressive Variante ist spielbar. Doch im Wesentlichen basteln die Spieler bei Among the Stars solitär an ihren Auslagen. Das führt soweit, dass die Endwertung her untergeordnet ist. Der eigentliche Spaß ist die Freude an der eigenen Station. Natürlich ist es auch nett den gemurmelten Flüchen der Mitspieler zu lauschen, wenn sie nur unpassende oder zu teure Karten bekommen. Das Besondere ist aber wirklich das schön anzusehende Ergebnis.

Among the Stars bietet keine neuen Ideen. Als Whisky wäre es fraglos kein Single Malt, sondern ein guter Blend. Die Fans des Spiels stört dies zum Glück nicht.
Bild von 1 von 3 Single Malts
Prädikat
:
1 von 3 Single Malts

Deshalb gibt es schon jede Menge Promokarten und auch eine größere Erweiterung. Dadurch wird das Spiel wohl vielfältiger aber auch mühseliger, ohne seinen grundlegenden Charakter zu verändern. Statt noch mehr Material würde dem Spiel aber etwas Feinschliff einiger Karten und eine Überarbeitung der Regeln helfen. In seiner jetzigen Form ist es deshalb im Gegensatz zu 7 Wonders und Fairy Tale eben nur ein Geheimtipp für Liebhaber und keine Empfehlung für alle.

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