Themengebiet 'Mehr'

Ra

Ein Beitrag zum Themengebiet Gute Spiele, Mehr, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 13. July 2009 von Peter

Der Glanz der Pharaonen ist längst vergangen. Nur ihre prächtigen Bauleistungen erinnern weiter an sie. Reiner Knizias Ra, das Debütspiel der Alea-Reihe, erscheint in ähnlichem Licht. Obzwar längst nicht mehr erhältlich und vom Autor selbst schon lieblos als Razzia kopiert, erscheint es auch nach einer Dekade immer noch als zeitloses Meisterwerk.

Ra ist ein reinrassiges Versteigerungsspiel. Reihum kann jeder Spieler entweder einem Paket zu versteigender Objekte ein weiteres hinzufügen oder eine Versteigerung auslösen. Dabei kann jeder nur ein Gebot abgeben, um alles oder nichts zu erhalten. Alles kann auch Katastrophen beinhalten, die zum Verlust von Plättchen führen. Auch Ra-Plättchen lösen Versteigerungen aus und bringen gleichzeitig das Spiel einer Zwischenwertung oder dem SpielEn.de ein Stückchen näher. Dadurch entsteht ein wirkungsvoller Can’t-Stop Effekt. Denn wer mit Geboten zu lange wartet, droht leer auszugehen. Weiterlesen »

Uruk

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Normale Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 8. July 2009 von Kathrin

Bei manchem Spiel entschweben meine Gedanken regelrecht in physikalische Sphären. Was bei uns nicht gleich besorgniserregend ist, schließlich haben Peter und ich sechs Jahre lang Physik studiert. Was sich auch in den Namen unserer Kater reflektiert. Schrödinger etwa verdankt seinen Namen einem eher nicht unbedingt tierlieb erscheinenden Versuch, der zum Glück nur als Gedankenexperiment zum Einsatz kam. Ein giftiges radioaktives Element zerfällt innerhalb einer Stunde mit der Wahrscheinlichkeit von 50%. Sperrte man nun eine Katze zusammen mit diesem Präparat in eine geschlossene Kiste, würde sie bei Zerfall des Elements getötet. Da man in die Kiste nicht reinschauen kann, weiß man nach Ablauf einer Stunde nicht, ob die Katze lebendig oder tot ist. Diese beiden Zustände der Lebendigkeit würden sich also „überlagern“. Dieses fiktive Modell dient zur Veranschaulichung grundlegender Prinzipien der Quantenmechanik (darunter der so genannte Welle-Teilchen-Dualismus).

Während in der klassischen Physik die Überzeugung herrschte, dass alles beliebig genau berechenbar sei, macht die Quantenmechanik prinzipell nur Wahrscheinlichkeitsaussagen. Nur durch Messprozesse werden sie realisiert. Gesellschaftsspieler gehen immer davon aus, dass sich z.B. das Ergebnis eines einzelnen Würfelwurfs nicht vorhersagen lässt, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit für einen Würfelwurf. Natürlich könnte man aus der Handbewegung des Würfelnden und der Ausgangsposition des Würfels das Ergebnis des Wurfes vorherberechnen. Aber dies ist zu mühselig, und daher blendet man als Spieler diese Möglichkeit prinzipell aus und spricht stattdessen vom „Glück“. – Erst mit dem Fall des Würfels wird ein Zustand festgelegt. In der Quantenmechanik wird die Existenz des „Glücks“ zum unausweichlichen Prinzip namens „Unschärfe“ erhoben.

Eine andere Art der Unschärfe erlebt mancher Spieler, wenn es um die Frage geht „habe ich dieses Spiel nun regelkonform gespielt?“ Als Rezensent ist dies eine besonders wichtige Frage, denn eine Kritik soll auf Basis möglichst vieler Partien und einer genauen Regelkenntnis fußen. Umso ärgerlicher, wenn sich nach dem Spielen eines Testkandidaten gleich mehrfach hintereinander nach dem Spiel herausstellt, dass man dieses oder jenes dann doch wieder falsch gemacht hatte. Dann heißt es: Und noch eine Probepartie … Weiterlesen »

Schrille Stille

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Normale Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 17. June 2009 von Peter
Dieser Artikel ist ein Service an all die verlorenen Seelen, die hilf- und orientierungslos durch die Weiten des Internets trieben und schließlich an den Gestaden unseres Blogs von Kathrin und Peter landeten. Weiterlesen »

Aton

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Normale Spiele, Postscriptum, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 11. June 2009 von Kathrin und Peter

Erstveröffentlichung am 3.6.2006 bei Hall9000.
>>Direkt zum Postscriptum springen.

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Von Hühnern, Spielern und der Evolution

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Pausentatze, Spiele, geschrieben am 25. December 2008 von Peter

Wenn es nach Darwin und seiner Evolution geht, blickt das Gesellschaftsspiel einer düsteren Zukunft entgegen. Schuld daran sind die Grübler, denn ihnen kommt der größte Teil einer jeden Partie zu.

Betrachten wir zum Beispiel eine Runde mit drei Spielern Schnell, Normal und Lahm. Lahm denkt doppelt so lange wie Normal und Schnell braucht die Halbe Bedenkzeit von Normal. Lahm hat dann den vierfachen Spielanteil von Schnell und ist somit 4/7 und damit mehr als die Hälfte der Gesamtspielzeit am Zug.

Es kommt aber noch schlimmer: Während 6/7 der Spieldauer langweilt sich Schnell. Es verwundert dann kaum, wenn sich Schnell alsbald ein anderes Hobby sucht. In einigen tausend Jahren wird es also nur noch Grübler geben. Wenn dann noch drei Spieler der Kategorie Extremlahm (halb so schnell wie Lahm) zusammenspielen, brauchen sie für das gleiche Spiel 24/7 oder mehr als dreimal so lange wie die Ursprungsrunde. Somit wird auch nur noch etwa ein Drittel der Spiele verkauft werden können, und das große Verlagssterben wird einsetzen.

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Ten days in Africa

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Normale Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 17. December 2008 von Peter

So langsam kommt Routine in die rasante Reiseplanung. Diesmal geht es nach Afrika. Genauso wie in den USA kann man nur zu Fuß, per PKW und im Flugzeug reisen. Als Besonderheit gibt es nun Sternchen-Länder. Diese gibt es zweimal im Kartendeck. Sie dürfen auch zweimal bereist werden, nur nicht direkt hintereinander. Denn das wäre ja langweilig - wer möchte schon zwei Tage im selben Land verweilen?

Um ehrlich zu sein, spielerisch ist das Reisen mit reiner Abhakmentalität sehr lustig. Wir bevorzugen mehr das Sightseeinglesen und -spielen: Dazu suche man sich eine Sehenswürdigkeit oder einen lauschigen Platz in der Wildnis, setze sich hin und lese ein Buch oder spiele ein Spiel. Nebenbei kann man dann für einige Stunden in aller Ruhe vorbeikommende Tiere bewundern oder umherstehende Monumente begutachten. Weiterlesen »

Yvio: Die Spielekonsole

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Spiele, geschrieben am 8. December 2008 von Peter

Versuche der Verbindung von Computern und Brettspielen als X-Gaming zu verbinden, gab es immer mal wieder. In meiner Kindheit gab es Atlantis, den schwarzen Turm. Leider besaß den nur ein Freund und ich erinnere mich nur an zwei oder drei Partien. Damals empfand ich das Spiel als ein Meisterwerk der Technik und Strategie. Vielleicht ist es ganz gut, dass ich das Spiel nicht besitze, denn ich bin nicht sehr erpicht, die Verklärungen meiner Jugend revidieren zu müssen.  

Später erschien Monopoly, die Börse von Reiner Knizia. Ein kleiner Computer verwaltete Kurse von Aktien, deren Mehrheiten zum Straßen- bzw. hier Firmenbesitz benötigt wurden. In diesem Spiel zeigte sich, dass Elektronik nicht nur Würfel ersetzen oder die Verwaltung erleichtern kann. Leider kannte der Designer des Börsencomputers wohl weder das Grunddesign des Taschenrechners, noch verfügte er über Grundlagenwissen der Ergonomie. Zudem krankte das Spiel an den typischen Monopolysymptomen. Somit verstaubte es als Kuriosum im Regal.

Ravensburger probiert schon seit einigen Jahren mit King Arthur und Die Insel, sowie neuerdings mit Wer War’s, das klassiche Brettspiel zu computerisieren. Wie auch bei den vielen anderen hier nicht erwähnten Versuchen verzichtete der Verlag auf den wesentlichen Vorteil moderner Computer: Wiederverwendung durch Trennung von Soft- und Hardware. Weiterlesen »

Sushizock im Gockelwok

Ein Beitrag zum Themengebiet Mehr, Normale Spiele, Rezensionen, Spiele, geschrieben am 10. October 2008 von Peter

Ein wichtiges Anliegen dieses Blogs soll auch der sprichwörtliche Blick über den Suppentellerrand der Spielerszene hinaus sein. Das Teekesselchen Essen steht zum Beispiel nicht nur für den Ort der alljährlichen Spielerzusammenkunft, es umfasst auch einige Formen der Nahrungsaufnahme. Doch gibt es noch andere enge Verbindungen zwischen Essen und Spiel. Der vielleicht berühmteste ist vielleicht die Aufforderung von Morticia Addams an ihre Tochter Wednesday:

Spiel doch noch ein wenig mit deinem Essen!
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