Krimispiele organisieren

Vor etwa zehn Jahren spielten wir bei unserem ersten Krimi Total Fall “Im Schatten der Premiere” als Gäste mit. Schon bald danach begannen wir, eigene Krimi-Parties zu organisieren. Zu manchen – aber nicht allen – dieser Events haben wir Berichte geschrieben, die unter dem Tag Krimi zusammengefasst oder darin verlinkt sind (auch die Mystery Rummy-Spiele finden sich unter diesem Tag). Was zu einem gelungenen Krimi-Abend aber auch gehört, ist ein bisschen Organisation. Dieser Artikel erzählt von unseren Erfahrungen bei der Ausrichtung einer Krimi-Party.

Kurz vorweg: Die hier beschriebene Vorgehensweise hat sich für uns bewährt. Natürlich gelingen Krimi-Parties auch auf viele andere Arten, so dass dieser Artikel weder Anspruch auf Vollständigkeit erhebt noch andere Sichtweisen in Frage stellt. Wie auch immer eure Krimi-Party abläuft: Wir wünschen euch viel Spaß dabei! Über Erfahrungsberichte aus anderen Runden im Kommentarbereich freuen wir uns!

Bild von Krimispiele

Die Mitspieler: Über die Jahre hinweg wuchs unser Kontingent an möglichen Mitspielern stetig an. Mittlerweile haben wir nicht nur keine Probleme, eine Runde in Vollbesetzung spielen zu können, wir hatten sogar schon eher die Herausforderung, Spiele mit mehr als der möglichen Besetzung zu spielen. Die Krimi Total Fälle sind grundsätzlich auf acht oder neun Rollen ausgelegt, bieten aber immer zum Download ein paar Ideen, um optionale Rollen, die dann immer unschuldig sind, einzubinden. Elf Rollen gibt es bei Familie Seebrück, deren zweiten Teil wir in Vollbesetzung gespielt haben. Wenn die eine oder andere Person zusätzlich eingeplant ist, bringt das natürlich mehr Flexibilität, wenn mal einer ausfällt.

Denn das kann natürlich passieren: Kurzfristig sagt einer ab! Was tun? Die meisten Fälle funktionieren nicht, wenn Personen fehlen. Manche Hersteller bieten jedoch eine größere Spannbreite bei der möglichen Spielerzahl. Dabei ist aber die Frage nach der Information über die optionale(n) Rolle(n) etwas pikant. Ich persönlich finde es schade, wenn von vornherein einzelne Personen unverdächtig sind – lediglich die Rolle des Ermittlers bei Krimi Total empfinde ich da als gut gelöst. In unserer eingespielten Runde vergeben wir diese Rolle übrigens gerne an die Person, die im vorherigen Spiel der Mörder war. Bei anderen Spielen weiß manchmal nur der Gastgeber, welche Rollen optional sind – es ist mir jedoch unangenehm, wenn mein Wissensstand von dem der Mitspieler abweicht. Ganz gut gelöst war das bei den schon oben verlinkten Seebrücks: Hier kann man auf der Homepage des Veranstalters einfach die Rollenliste für eine gewünschte Spielerzahl herunterladen. Dann weiß niemand, welche Rollen davon die optionale(n) war(en)…

Rollenverteilung: Am stimmungsvollsten wird der Abend, wenn sich alle schon ein wenig auf ihre Rolle einstellen können und sich womöglich auch passend verkleiden. Für diesen Fall müssen die Rollenbeschreibungen vorher verteilt werden. Leider kann dann so einiges passieren, was besonders in den Stunden vor der Party zu Stress führen kann. Wird einer krank und ein durch hektische Telefoniererei organisierter Ersatz springt dankenswerterweise ein (und rettet die Party…), so muss für diesen die Rollenbeschreibung organisiert werden – diese liegt ja dann beim Patienten! Oder jemand verlegt seine Beschreibung… Hier helfen die Hersteller auf unterschiedliche Weise. Handelt es sich um ein Spiel zum ausdrucken daheim (ist uns zumeist zu mühselig!), hat man ja alles Material. Doch meistens liegen uns die Spiele in gedruckter Form vor. Mittlerweile bieten einige Hersteller einen Code an, der für eine begrenzte Anzahl an Anfragen mit automatischer Zusendung von Material per Mail oder zum Download verwendet werden kann. Das halte ich für einen guten Kompromiss, zumal man dann nicht davon abhängig ist, ob der Service beim Hersteller am Party-Tag – oft am Wochenende oder Feiertag! – tatsächlich besetzt ist und kurzfristig antwortet. Bei einem Hersteller steht gleich in der Anleitung, dass die Informationen aus der vorab verteilbaren Rollenbeschreibung auf jeden Fall nochmals im Rollenheft mit den Rundeninformationen enthalten sind. Auch eine gute Lösung.

Aber auch eine ad hoc vorgenommene Rollenverteilung funktioniert sehr gut. Einfach direkt am Abend gemeinsam überlegen, wer wen spielt, dann jedem die Gelegenheit zum Lesen geben, und los geht’s. Freilich fällt dann die Verkleidung flach. Dass auch mal ein Mann eine Frauenrolle – oder umgekehrt – übernimmt, kommt immer wieder vor. Einmal stellten wir sogar fest, dass es genau so viele Frauen gab wie Männerrollen und umgekehrt – und besetzten alle Rollen mit dem jeweils anderen Geschlecht. Funktionierte prima!

Verkleidung: Ein besonderes Highlight ist es natürlich, sich thematisch passend zu kleiden! In unseren Runden haben wir ganz oft richtig gut gelungene und durchdachte Verkleidungen erlebt – hierfür an dieser Stelle mal ein ganz dickes Dankeschön an unsere Mitspielerinnen und Mitspieler!

Wer vorher schon Bescheid über die eigene Rolle weiß, kann sich natürlich besser um passende Requisiten-Details kümmern. Nicht immer klappt es, unseren z.T. von weiter her extra anreisenden Mitspielern die Beschreibungen vorher zukommen zu lassen – doch schon mit wenigen Accessoires lässt sich eine stimmungsvolle Atmosphäre herstellen.

Bild von Krimispiele

Zeitplanung: Als Gastgeber nehmen wir uns den ganzen Tag lang Zeit zur Vorbereitung. Die Rezepte suchen wir einige Tage vorher thematisch passend aus, dann heißt es einkaufen, vorbereiten, auftischen. Die eine oder andere kulinarische Überraschung soll es für die Gäste ja geben… Unbedingt sollten nur solche Rezepte zum Einsatz kommen, die komplett vorbereitet werden können! Als Gastgeber möchte man dem Geschehen ja nicht zu lange fernbleiben. Daher sollten die nötigen Handgriffe direkt vor dem Auftischen minimiert werden. Etwas in den Backofen zu schieben oder so ist dabei kein Problem. Aber beispielsweise Kartoffelpuffer, bei denen eine Person die ganze Zeit an der Pfanne stehen müsste, wäre das komplette Gegenbeispiel, das garantiert nicht funktionieren würde…

Für uns hat sich 18:00 Uhr als Uhrzeit für die Einladung bewährt. Nach und nach treffen die Gäste ein, und sobald alle da sind, reichen wir einen Aperitif. Dabei haben wir immer eine nichtalkoholische Variante im Angebot. Sind Personen dabei, für die es das erste Krimidinner ist, erfolgt nun eine kleine Einführung, die den Ablauf erklärt. Wenn noch nicht alle ihre Vorabinformation gelesen haben, ist nun der richtige Zeitpunkt dafür. Mit etwas Fingerfood (Häppchen, Oliven, Gemüsesticks, Grissini, und viele Möglichkeiten mehr können aufgetischt werden) kann jeder schonmal ein wenig naschen. Während der ersten ein, zwei Spielrunden wird somit die Vorspeise verputzt, bis etwa bei der Halbzeit der Hauptgang aufgetischt wird. Und der beste Moment für den Nachtisch ist für uns direkt nach der Auflösung! Wenn jetzt noch Kaffee oder Espresso gereicht wird, ergeben sich noch angenehme Gespräche rund um das Spiel oder oft auch darüber hinaus – selten geht der letzte Gast vor 24 Uhr. Und die schönste Belohnung für uns ist die eigentlich immer gestellte Frage: Und wann spielen wir den nächsten Fall?

Share

Mein Kommentar

  • (wird nicht weitergegeben)