Wir schaffen es leider längst nicht, für jedes uns zugeschickte Spiel eine Rezension zu schreiben. Letter ist eigentlich ein solches. Eines Tages lag es bei uns im Paketkasten und wollte gespielt werden. Nun sind wir nicht gerade Scrabble Experten und können den wahren Spielspaß der Zielgruppe dieses Spiels nur schwer ermessen. Wie der Name schon sagt, ist Letter ein Wortspiel. Die Spielregeln sind kaum noch zu vereinfachen: Wer am Zug ist, legt einen Buchstaben aufs Spielbrett und versucht, zusammen mit den schon liegenden Lettern neue Wörter zu bilden.
Alle Buchstabenspiele mit dieser Art Regeln leiden an einem Grundproblem: Den einen fallen Worte ein, den anderen nicht. Wem kein Wort einfällt, muss grübeln, grübeln, grübeln und ärgert sich, dabei keine guten Ideen zu haben. Findigere Mitspieler wissen unterdessen schon längst, wo sie ihren nächsten Buchstaben unterbringen können und ärgern sich über den Grübler (nennen wir ihn P.N.). Endlich findet der Grübler einen mittelguten Zug. Flupp – Flupp – Flupp – Ehe er sich zurücklehnen und beginnen kann, den Zug zu planen, feuern die Mitspieler ihre Steine aufs Brett, zählen neue Wörter und beginnen schon wieder leicht genervt auf den Grübler zu warten. Dieser hat keine Chance, aus diesem Teufelskreis zu entkommen. Das Ergebnis ist eine leidlich unzufriedene Spielerunde.
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| Prädikat: [1] Schöngeist |
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| Prädikat: [1] Pausentatze |
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Prädikat: 1 von 3 Logos |
Mit Sanduhr kann das Grübeln zwar abgekürzt werden. Die Frustration steigt aber weiter, ohne das Problem zu lösen: Nun grübelt P.N. nur 30 Sekunden und muss dann aufgeben.
– Flupp – Flupp – Flupp – natürlich genügte den anderen Spielern die halbe Minute, und P.N. sitzt wieder über seiner Buchstabensuppe. – Mir ist es ein Rätsel weshalb etwa die halbe Welt Scrabble spielen mag. – Es ist hingegen kein Geheimnis, weshalb es so viele Nichtspieler gibt, die beim Wort Gesellschaftsspiel mit Grauen an Scrabble & Co denken.
Der Clou von Letter ist das Spielmaterial. Die Buchstabensteine sind unterschiedlich groß und aus Stein gemeisselt und bieten ein gleichartig haptisches wie optisches Spielvergnügen. Als Geschenk für Scrabbleliebhaber oder Sammler schöner Designer-Objekte ist Letter somit eine gute Wahl. Vielleicht spendiert auch noch ein namhafter Spieleerfinder eine etwas originellere Spielregel. Denn gute Buchstabenspiele gibt es keine. Mit Letter ist zumindest schon mal das Material vorhanden.
Letter kam bei uns aber dann doch noch häufiger auf den Tisch. Unser Blog brauchte nämlich ein Favicon [2]. Dafür bot Letter fantastische Möglichkeiten, um schöne Buchstabenbilder zu legen. Auch wenn es mehr Design als Spiel ist, bekommt es deshalb von uns für die geleisteten Dienste ein Ehrenlogo verliehen.


