Nichtrepräsentative Auswahl von Spielen, die einigen Spielern gefielen – oder: Der Linke Stapel

Nach der Messe spielten wir dieses Jahr in Brügge. Die Stadt ist wirklich eine Reise wert. Da alle Sehenswürdigkeiten auch in Fußreichweite erreichbar waren, schafften wir ein phantastisches Pensum von 45 unterschiedlichen Spielen in nur 6 Tagen.

Bevor ich wie letztes Jahr (Der Linke Stapel) auf die Highlights eingehe, muss ich einmal darauf hinweisen, dass es mehr als 45 Neuerscheinungen in Essen gab und die Wertung nur auf einer subjektiven Auswahl beruht. Es könnte sein, dass ganz wichtige und tolle Spiele sich nicht auf dem linken Stapel befinden, obwohl sie dort sein sollten. Zum Glück ist aber niemand verpflichtet die Stapel zu beachten.

Bild von die Stapel

Riesenentdeckungen gab es dieses Jahr keine. Einige hochgelobte komplexe Werke fielen bei uns sogar regelrecht durch. Dafür begeisterte eine Reihe kleinerer Spiele, und eines hat sogar Potenzial zum Geheimtipp.

Beginnend mit den großen Spielen befinden sich auf dem linken Stapel von unten aus folgende Spiele:

  • Abyss – Phantastik in der Tiefsee, ein viel gefälligeres Spiel als das grimmige Design vermuten lässt.
  • Deus – Ein Entwicklungsspiel mit friedlichen Eroberungselementen. Ich behaupte mal, dies ist das bisher beste Spiel von Pearl-Games.
  • Euphoria – Inverses Workerplacement. Es ist erlaubt auf besetze Felder zu setzen. Dies erlaubt den Mitspielern aber, Arbeiter erneut zu nutzen. Die Regeln wirken nicht nur in den ersten Zügen verdreht, sie erfordern ein Umdenken und unverbrauchte Strategien.
  • Orléans – die Jungfrau von Dominion. Das Spiel gehört zur Gattung des Bag-Building. Statt Karten sammeln wir Aktionschips, werfen sie in einen Beutel und ziehen zufällig einige wieder heraus. Der Trick ist es, eine ausgewogene Mischung von Chips zu erwerben.
  • The Manhattan Project – Atombombenbau per Workerplacement in Brügge. Das Spiel ist zwar etwas konventioneller als Euphoria, erlaubt aber auch eine Menge neuer Strategien.
  • Nations, das Würfelspiel – Nations ist ja schon das bessere Im Wandel der Zeiten. Fürs Würfelspiel gilt das Gleiche.
  • Mahé – die heiße Schlacht am kalten Buffet. Die Schildkröten allein rechtfertigen schon die Neuauflage.
  • Greed – Karten draften, Karten spielen, Geld sammeln. Donald X. Vaccarino ist damit der Beweis gelungen, dass auch nach 7 Wonders originelle Drafting Spiele möglich sind.
  • Samurai Spirit – eine sehr thematische Umsetzung von Die sieben Samurai als Kooperationsspiel. Ich glaube mittlerweile, dass die größten Innovationen von kooperativen Spielen ausgehen. Vielleicht sind konfrontative Spiele bald die Ausnahme.
  • Beasty Bar – die Tiere stehen Schlange, um in die Bar zu kommen. Der Rest besteht aus Chaos und Kichern.
  • Doodle City – Städtebau per Solitärwürfeln.
  • Rolling Japan – Japanbau per Solitärwürfeln.
  • Hamsterbacke – nach langer Zeit ist gibt es wieder tolle Kartenspiele von Amigo.
  • Absacker – nach langer Zeit ist gibt es wieder tolle Kartenspiele von Amigo. Absacker ist zwar nur eine Neuauflage von Dummy, und es ist immer noch ein Spiel für den Zeitpunkt, wenn das Hirn sich schon schlafen gelegt hat. Der Titel sagt aber alles.
  • Games up 2014 – diesmal mit 45 Titeln, und wieder verliert mein Partner haushoch.
  • Tome of Calling – der Geheimtipp.

Tome of Calling wirkt unscheinbar, die Woche war fast um, bis wir uns überhaupt aufraffen konnten in die Schachtel zu schauen. Dann fand ich erst gar keine Anleitung, bis mir auffiel, dass eine einzige Spielkarte alle Regeln enthielt: Karte ziehen – Karte spielen. Wer am Spielende die meisten Punkte auf der Hand hat, gewinnt. Das klang wie Mystic Warlords of Ka’a und somit nach einem einfachen Abhakspiel für den rechten Stapel. 10 Minuten später war klar: dies ist wie Mystic Warlords of Ka’a, und es folgte die zweite Runde sowie der Ehrenplatz auf dem linken Stapel.

Der mittlere Stapel enthält: Madame Ching, Spexxx, Schlösser von König Ludwig, Mangrovia, AquaSphere, Grog Island, Colt Express, Imperial Settlers, Zhang Guo, Essen the Game, Murano, Im Wandel der Zeiten das Würfelspiel – Eisenzeit, Old World and Code of Nine (Owacon), Der 7te Zwerg, Zeitalter des Krieges, Magi Kitchen sowie Colors of Kasane.

Über den rechten Stapel breite ich wieder das Mäntelchen des Schweigens.

Bild von Brügge
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4 Kommentare to “Nichtrepräsentative Auswahl von Spielen, die einigen Spielern gefielen – oder: Der Linke Stapel”

  1. lena wameling

    Lieber Peter !
    Auf das Foto habe ich mich schon gefreut !
    Da kann ich mir täglich anschauen,was noch so vor mir liegt !

    P.s. Brügge sieht ja wirklich aus wie ” Brügge “…..

    Herzliche Grüße !
    Lena.

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  2. Jan

    Könnte man auf den rechten Stapel schließen, wenn man die sichtbaren mit der Scoutliste vergleicht? Ich denke da an das komplexe Werk D… von H…, P… von Z…, F… von D… oder auch H… von G…
    Habt ihr B… von Z… aber wirklich auf den rechten Stapel verbannt?

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    • Peter

      Hallo Jan,

      ganz so schlimm ist es nicht. Auf dem rechten Stapel gibt es nur wenige große Grübelspiele aber leider einige kleinere Exoten, von denen wir uns mehr versprochen hatten (z.B: B… von S… und T… von P… oder O… von S… 🙂 ). Wir hatten aber nicht die gesamte Scoutliste dabei und haben auch nicht alle Spiele gespielt.

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      • Jan

        na, dann bin ich ja etwas beruhigt. Übrigens ist bei mir B… von Z… am Wochenende jetzt doch voll durchgefallen… Ich würde es gerne aufgrund des tollen Materials mögen, aber ne, einfach zuviel Würfelglück. : (

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