Robinson Crusoe

Wir haben überlebt! Selbst mit zwei Kindern, deren hungrige Mäuler zu stopfen waren, schafften wir es, alle nötigen Werkzeuge zu bauen, unseren Unterschlupf mit Dach und Palisade zu sichern und uns mit Waffen zur Wehr zu setzen. Nach sechs Szenarien hatten wir alle Kapitel der Kampagne erlebt und freuen uns nun auf die nächste Kampagne, die uns in den Norden von Andor führen wird, bevor wir an Bord eines anderen Schiffes gehen und mit der Beagle von der Insel des Robinson weiter in neue Gefilde reisen werden. Denn wir haben eine neue Spiele-Leidenschaft: Kampagnen-Spiele!

Nachdem wir in Risiko Evolution um die “Befreiung” kämpften und ein Siedler von Catan: Revival feierten, erlebten wir mit “Die Legenden von Andor”, wie schwierig ein Drache zu besiegen ist. Mehr über Andor wird es bei Zeiten hier auf dem Blog zu lesen geben. In den letzten Monaten schließlich verschlug es uns auf die berühmt-berüchtigte einsame Insel.

Bild von Robinson Crusoe
Um auf der Insel zu bestehen, muss man zunächst sehr regelfest sein. Hier bewährt sich, dass wir das Spiel in einer festen Runde angehen konnten. Nach dem ersten Szenario waren nur jeweils die geänderten Regeln der Folgeszenarien zu bewältigen. Und nachdem wir in den ersten zwei, drei Partien nochmal dieses oder jenes nachschlagen mussten, lief der grundlegende Mechanismus gut von der Hand. Nur bin ich ganz ehrlich heilfroh, dass ich es nicht mehrfach erklären musste. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass ich nur Spielerfahrungen zu viert gesammelt habe. Weiterlesen von eingefleischten Zweier- und Dreier-Runden-Spielern auf eigene Gefahr und Verantwortung!

Um auf der einsamen Insel zu bestehen, müssen die Spieler je nach Szenario unterschiedliche Bedingungen erfüllen. Im ersten etwa lautet die Aufgabe, einen Holzhaufen aufzuschichten, dessen Flamme die Aufmerksamkeit eines vorbeifahrenden Schiffes erregt. Jede Runde entspricht einem Tag, und so müssen die Spieler am Ende des Tages etwas essen und entweder ein Dach über dem Kopf haben oder die Wetterbedingungen ertragen. Um zu jagen oder die Insel zu erforschen, Werkzeuge oder einen Unterschlupf herzustellen, setzen die Spieler ihre Spielsteine ein. Jede Aktion hat zwei Geschmacksrichtungen: Rücken zwei Spieler mit jeweils einem Spielstein an, greifen sie sich unter die Arme und meistern die Aufgabe so risikofrei wie eben möglich. Wer alleine sein Glück versucht, kann sich Verwundungen zuziehen, ist nicht immer erfolgreich und kann zudem mal mehr, meist weniger positive Ereignisse auslösen.

Das Spiel geizt absolut nicht mit Material! In verschiedenen Phasen des Spiels greifen Ereignisse ins Geschehen ein. Und die Kartenstapel mit diesen Ereignissen sind so dick, dass man selbst in mehreren Partien nicht das Gefühl von Wiederholungen hat. Das passt wirklich brilliant zum erzählenden Spielgefühl. Denn anders als bei manchem Strategiespiel, bei dem ich die möglichen Karten kennen möchte – und mir durch gute Kenntnis und Nachhalten bereits gespielter Karten einen Vorteil herausspielen kann – passt es bei Robinson perfekt zum Setting. Denn wer weiß schon, was einen auf der Insel an Herausforderungen ereilt?! Natürlich können Ereignisse mehr oder weniger gelegen kommen, und deren Bewältigung den Erfolg der Mission radikal umschmeißen. Doch bei keinem anderen Spiel hat mir das so wenig ausgemacht wie hier. Es passt einfach in die Story – und dann heißt es eben Ärmel hochkrempeln, anpacken und … überleben!

Wir haben längst nicht alle Szenarien auf Anhieb gepackt. Soweit ich mich erinnern kann (mein Tagebuch blieb wohl im Unterschlupf liegen, als endlich die Rettung kam), waren wir lediglich bei zwei der Szenarien auf Anhieb erfolgreich. Um bis zum erfolgreichen Abschluss zu gelangen, verbrachten wir also locker zehn, eher mehr Abende auf der Insel. Lediglich den Angriff der Kannibalen überlebten wir einfach nicht. Dieses Szenario kam nach dem ersten Desaster an zwei weiteren Abenden sogar mit je drei Anläufen auf den Tisch. Das Problem: Ist das Kartenglück gegen die Spieler, können sie in den ersten Runden so gebeutelt werden, dass sie zu schnell an ihren Wunden sterben. Mit etwas “Manipulation” (bestimmte Kartenarten nicht oben im Stapel einmischen) kann man ein wenig regulieren, aber eigentlich hätten wir uns besser gefühlt, wenn das reguläre Szenario etwas ausgeglichener gewesen wäre. Doch dies ist unser einziger Kritikpunkt am Spiel!

Bild von 2 von 3 Schiffsbrüchige
Prädikat
:
2 von 3 Schiffsbrüchige

Wann immer wir mehrere Anläufe brauchten, wir merkten immer, dass wir als Team die gegebenen Umstände besser umsetzten. Sicher hatten wir auch manches Mal einfach mehr Glück – etwa indem wir bessere Nahrungsvorräte durch die Reihenfolge der entdeckten Inselplättchen oder bei der Jagd anhäufen konnten oder weil uns demoralisierende Ereignisse erspart blieben. Doch das Erlebnis, die Abenteuer als Gruppe gemeinsam bewältigt zu haben, hat uns in keinem anderen Spiel thematisch so in seinen Bann geschlagen.

P.S. Die Schiffsbrüchigen finden sich in der neuen Pinakothek und stammen von Johan Cristian Dahl.

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