Skull King: Das Würfelspiel

Bereits mit dem “abgekarteten” Skull King waren wir unterwegs. Jetzt lädt uns Autor Manfred Reindl ein, die von seinem Kollegen Brent Beck erdachte Welt nun auch in ihrer verwürfelten Form zu besuchen. Klar, dass wir dabei fest auf ein Wiedersehen mit dem Namen gebenden Monarchen, sowie mit Mermaid und Piraten setzen – und das vollkommen zu Recht!

Wie im Kartenspiel beginnt die Partie mit einer einfachen Einstiegsrunde: Jeder zieht einen Würfel und verbirgt ihn hinter seinem Sichtschirm. Nach der Ansage – im ersten Durchgang also der Abschätzung “Werde ich den einen Stich machen oder nicht?” – geht es los: Der Startspieler würfelt zuerst, reihum geht es weiter. Wer die höchste Zahl erzielt, erhält den Stich, Piraten gewinnen immer, der Skull King schlägt die Piraten, und die Mermaid triumphiert über den Skull King. Danach geht es weiter mit zwei Würfeln pro Spieler, und so weiter. Die Wertung unterscheidet sich nicht vom Kartenspiel, daher gehe ich nicht weiter darauf ein.

Bild von Skull King

Im Kartenspiel ist immer klar definiert, wer den Stich bekommt. Bei Farbstichen gibt es einfach keine gleichen Zahlen, bei Piraten gewinnt der Spieler, der diese Karte früher ausspielte. Im Würfelspiel sind Gleichstände quasi vorprogrammiert. Hier gelten neben dem üblichen Bedienzwang – ist eine bestimmte Farbe ausgespielt, so muss sie bedient oder stattdessen ein Sonderwürfel verwendet werden – zwei Regeln: Zum einen zählt nur die Zahl, die Farbe ist egal! Nur dass natürlich die Piraten und anderen Sonderpersonen ihre Funktion behalten und über Zahlen trumpfen. Zum anderen fängt der spätere Würfler den Wurm. Dass die Farben unterschiedliche Wertigkeiten besitzen, zeigt sich beim Blick auf die Zahlenverteilung: Schwarze Würfel zeigen Werte zwischen 5 und 7, rote können nur 1 bis 3 beisteuern, und gelbe zeigen gar auf drei von sechs Seiten die “Escape” Flagge, die nie einen Stich bekommt. Allerdings zeigt auch eine gelbe Würfelseite eine 7 – das könnte sogar einen schwarzen Würfel überstechen!

Ganz zentraler Unterschied zum Kartenspiel ist somit die noch größere Unberechenbarkeit! Erst beim Ausspielen wird gewürfelt – und je nachdem, wie diese fallen, kann der Stich auch überraschend an denjenigen gehen, der eigentlich gar nicht so viele bis gar keine wollte! Lautes Gejohle ist natürlich zwangsläufig die Folge, manch einer mag aber sein eigenes Pech verfluchen.

Das Kartenspiel vermochte uns zu begeistern. Mit etwas Abstand ist meine Rezi damals beinahe noch zu verhalten geblieben – heute würde ich immer lieber zu Skull King als etwa zu Wizard greifen, weil es leichtgängiger und abwechslungsreicher (wenn auch ein bisschen glücksabhängiger) ist. Das Würfelspiel zaubert das Piratenflair wieder gut auf den Tisch. Die Würfel sind wirklich clever gestaltet, so dass die Umsetzung des Stichspiels auf eine Würfelvariante klar als gelungen bezeichnet werden darf. Der hohe Glücksfaktor führt allerdings zu (noch) weniger Berechenbarkeit. An die Bild von 1 von 3 Schädel
Prädikat
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1 von 3 Schädel
Spieltiefe des Kartenspiels kommt die Würfelversion damit nicht ganz heran – sobald der Reiz der Abwechslung nachgelassen hat, zückt man sicherlich lieber wieder die Karten. Immerhin hat man bis dahin jedoch einige vergnügliche Ausflüge in die Würfelwelt der Piraten verlebt.

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