{"id":10056,"date":"2015-07-02T09:00:58","date_gmt":"2015-07-02T07:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=10056"},"modified":"2015-07-02T10:01:52","modified_gmt":"2015-07-02T08:01:52","slug":"wir-sind-das-volk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wir-sind-das-volk\/","title":{"rendered":"Wir sind das Volk"},"content":{"rendered":"<p>Vorweg: Dieser Text beruht auf einem Ersteindruck und stellt damit keine Rezension dar.<\/p>\n<p>Wir sind von [cref twilight-struggle] begeistert. Kein Wunder, dass uns auch &#8222;Wir sind das Volk&#8220; ansprach. Im Nachgang zur Messe haben wir es uns gekauft, und jetzt kam es endlich auf den Tisch. Die Kurzfassung des Ersteindrucks: Das Spiel hat uns gen\u00fcgend fasziniert, dass wir eine zweite Partie wagen wollen &#8211; wir fiebern ihr aber nicht entgegen und wissen daher nicht, wann wir dazu kommen werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Hier die l\u00e4ngere Fassung: \u00c4hnlich wie bei Twilight Struggle lebt Wir sind das Volk von der asymmetrischen Ausgangslage. Einer spielt die DDR, der andere die BRD. Durch das Versinken in Unruhe k\u00f6nnen beide verlieren, durch das Einsetzen von gen\u00fcgend vielen Sozialisten die DDR gewinnen, ebenso wenn sie alle vier durchgespielten Dekaden \u00fcbersteht. Eine weitere \u00c4hnlichkeit zu Twilight Struggle besteht im kartengetriebenen Mechanismus, durch den die historischen Ereignisse im Spiel nachverfolgt werden.<\/p>\n<p>Die Anf\u00e4nge beider Staaten, sowie deren wirtschaftliche Entwicklung wird im Spiel sp\u00fcrbar nachvollzogen. Diese Erwartung erf\u00fcllt Wir sind das Volk auf jeden Fall. Ereignisse auf Karten sind &#8222;eigentlich&#8220; ja nur im Spielmechanismus verankerte Aktionen, die ausgef\u00fchrt werden. Doch durch den historischen Bezug entsteht im Kopf ein Bild, das sich aus dem historischen Kontext ergibt. Und durch den Verlauf des Spiels kann die Geschichte auch mal einen anderen Ausgang nehmen&#8230; So kann die DDR entscheiden, die Mauer zu bauen &#8211; oder auf selbiges zu verzichten, indem sie weiter Republikflucht in Kauf nimmt. Dass im Laufe des Spiels die Wirtschaft der DDR in einen immer maroderen Zustand abgleitet, l\u00e4sst sich ebenfalls gut nacherleben. Genau dies macht den Reiz dieses Genres aus, und genau dies bedient Wir sind das Volk.<\/p>\n<p>Doch das Spiel konnte uns nicht begeistern. Woran lag es? Zum einen galt es doch ziemlich viele Kleinigkeiten in der Regel nachzuschlagen. Das wird mit wachsender Spielerfahrung sicher besser, stellt also im Sinne einer Rezension nicht zwingend einen Hinderungsgrund dar. Und dass es sich hier um einen Ersteindruck und eben keine Rezi handelt, steht ja oben dr\u00fcber. Was uns jedoch weiterhin irritierte, waren die vielen Verzahnungen. Auch gegen ein fein eingestelltes R\u00e4derwerk an Ideen ist nichts einzuwenden. Leider nahm bei uns die Verwirrung der strategischen M\u00f6glichkeiten einen gef\u00fchlt zu hohen Stellenwert ein &#8211; und das f\u00fchrte zudem dazu, dass wir in den Wertungen am Dekadenende zu gro\u00dfe \u00dcberraschungen erlebten. Ganze zehn Phasen sind hier abzuhandeln, darunter die Finanzierung des Lebensstandards in der DDR, sowie der &#8222;Schlagabtausch&#8220; durch Vergleich des Lebensstandards zwischen Grenzregionen der BRD und DDR. F\u00fcr die erste Partie war f\u00fcr uns einfach zu viel im Blick zu behalten.<\/p>\n<p>Bei Twilight Struggle sind wir mit den Herausforderungen, einen strategischen Plan zu entwickeln und dem \u00dcberblick, wo \u00fcberall Ungemach droht, viel besser klar gekommen. Wir haben dar\u00fcber nachgedacht, woran das liegen mag. Vielleicht einerseits, weil die Siegbedingungen unmittelbarer zu greifen sind: DEFCON, Siegpunkte am Anschlag, Europa beherrschen. Alles ist auf dem Plan ersichtlich. Dass es im &#8222;Late War&#8220; gar eine Karte gibt, durch die ein vorzeitiges Spielende ausgel\u00f6st wird, mag bei deren erstem Auftauchen &#8211; oder sp\u00e4testens bei ihrem ersten erfolgreichen Ausf\u00fchren &#8211; \u00fcberraschen, sp\u00e4ter vermag man daran zu denken. Durch die Wertungen sind klare Ideen vorgegeben. Anhand der Karten\u00fcbersicht informiert man sich dar\u00fcber, welche Wertungskarten noch kommen und vermag entsprechend zu planen. Bezieht der Gegner in einer bestimmten Region bereits Stellung? Wom\u00f6glich bereitet er eine Wertung vor, die er bereits auf der Hand h\u00e4lt&#8230;<\/p>\n<p>Genau solche Motive fehlen mir bei Wir sind das Volk ein wenig (oder wir haben sie in der ersten Partie, die &#8211; wie bereits subtil erw\u00e4hnt &#8211; die bisher einzige war, \u00e0 la &#8222;den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht sehen&#8220; einfach nicht erkannt). Zudem sind f\u00fcr mich vielleicht milit\u00e4rische Einheiten unmittelbarer begreiflich als der abstrakte &#8222;Lebensstandard&#8220; bei Wir sind das Volk. Letzterer muss mit alternativem Karteneinsatz aufgebaut werden, aber nur drei von ihnen und zudem in unterschiedlichen Regionen. Anders als beim Einsetzen von Wirtschaftspunkten darf er aber auch in Unruhe-Regionen gesetzt werden, soweit jedenfalls haben wir die Spielregel interpretiert. Bei der Dekadenwertung muss zudem der Lebensstandard mit den Exportfirmen (die h\u00f6chste Firma einer Regionen) abgesichert werden. Auch das bringt meine Intuition an die Grenze.<\/p>\n<p>Wir sind das Volk macht vieles richtig und bringt spielerisch ein sehr spannendes Kapitel der deutschen Geschichte r\u00fcber, das ich zudem zumindest um die Wiedervereinigung herum selbst miterlebt habe. Das weckt Emotionen und Erinnerungen. Spielerisch setzt mir Wir sind das Volk Grenzen, bei denen ich wohl erst wieder etwas Motivation sammeln muss, bevor ich diese Barrikaden erklimme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorweg: Dieser Text beruht auf einem Ersteindruck und stellt damit keine Rezension dar. Wir sind von [cref twilight-struggle] begeistert. Kein Wunder, dass uns auch &#8222;Wir sind das Volk&#8220; ansprach. Im Nachgang zur Messe haben wir es uns gekauft, und jetzt kam es endlich auf den Tisch. 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