{"id":10452,"date":"2016-05-05T11:54:14","date_gmt":"2016-05-05T09:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=10452"},"modified":"2023-03-04T17:04:01","modified_gmt":"2023-03-04T16:04:01","slug":"erschreckende-zunahme-fur-interaktionsarmut-beim-solospiel-befurchtet-jetzt-mit-rosenberg-vorbeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/erschreckende-zunahme-fur-interaktionsarmut-beim-solospiel-befurchtet-jetzt-mit-rosenberg-vorbeugen\/","title":{"rendered":"Erschreckende Zunahme f\u00fcr Interaktionsarmut beim Solospiel bef\u00fcrchtet! &#8211; Jetzt mit Rosenberg vorbeugen!"},"content":{"rendered":"<p>Passend zu meinem letzten Artikel gibt es jetzt eine Grundsatzdiskussion, <a href=\"https:\/\/www.unknowns.de\/wbb4\/index.php?thread\/8733-spiele-mit-solovariante-interaktionsarm\/\">ob Spiele mit Solovariante eine Tendenz zur Interaktionsarmut haben<\/a>, also quasi einen Interaktionsmangel als Gendefekt in sich tragen. Vorbeugend k\u00f6nnten teure Versicherungen oder neuartige Interaktionspr\u00e4parate helfen. Gibt es eigentlich eine Statistik, dass mit dem Schengen-Abkommen Spiele insgesamt interaktions\u00e4rmer wurden?<\/p>\n<p>Ich muss \u00fcbrigens meine Aussage, dass Solovarianten wenig interaktiv seien, relativieren. Mehr als einmal freute oder \u00e4rgerte ich mich \u00fcber meine Z\u00fcge: \u201eWow, da habe ich mir doch tats\u00e4chlich 5 Schilf liegen lassen.\u201c Oder: \u201eMist, jetzt habe ich mir die 6 Rubine vor der Nase weggeschnappt!\u201c Nahe war ich mehrmals daran, erbost den Tisch zu verlassen und mich allein weiterspielen zu lassen. Dann h\u00e4tte ich mal gesehen, was ich davon habe, immer so fies zu interagieren.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>In den letzten beiden Wochen widmete ich mich intensiv nur den drei Spielen Arler Erde, <a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/caverna\/\">Caverna<\/a> und <a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/agricola\/\">Agricola<\/a>. Alle drei erfordern einige Wiederholungen, bevor der Punktemotor so richtig vor sich hintuckert. Alle drei beruhen auf sehr \u00e4hnlichen Prinzipien, und alle drei entwickeln in der Solovariante einen besonderen Charakter.<\/p>\n<p>Denn sie kommen ohne Dummyspieler aus, und sie verzichten fast v\u00f6llig auf Zufallselemente. Es w\u00e4re also m\u00f6glich, die Spiele mit etwas Aufwand komplett durchzurechnen, um ein optimales Ergebnis zu bestimmen. Caverna treibt dies ins Extrem. Agricola ist dabei noch am wenigsten durchschaubar, da die Reihenfolge der Aktionsfelder sich erst w\u00e4hrend des Spiels ergibt. Auch die zugelosten Ausbildungen und kleinen Anschaffungen \u00e4ndern die \u00fcberhaupt in einer Partie erreichbaren Punkte. Sie bestimmen auch die wahrscheinlich sinnvollste Strategie. Arler Erde bietet immerhin noch etwas Varianz, da einige Geb\u00e4ude zu Spielbeginn ausgelost werden. Caverna verl\u00e4uft hingegen immer gleich, und doch fand ich Caverna das forderndste und spannendste Spiel der Auswahl.<\/p>\n<p>Denn es ist erstmal ziemlich unklar, ob es besser ist auf Abenteuer zu ziehen, Landwirtschaft zu betreiben, Minen zu bauen, die H\u00f6hlen m\u00f6glichst komfortabel einzurichten oder eine Mischung aller Strategien zu versuchen. Ich versuche irgendwie immer, auf sechs Zwerge zu kommen, und damit diese mehr Punkte bringen als sie kosten, ist ein ziemlich genaues Timing notwendig. Mein aktueller Highscore sind 126 Punkte mit einer 6-Zwerg-Agrar-H\u00f6hlen-Strategie ohne Abenteuer, die es darauf anlegt, m\u00f6glichst viele Siegpunkth\u00f6hlen zu errichten. Zentral ist es dabei, Rubine effektiv zu nutzen. Gerade, dass es bei Caverna von allem viel gibt, macht die Optimierungsaufgabe so komplex. Das Spiel h\u00e4ngt im Gegensatz zu Agricola nicht v\u00f6llig vom Nahrungsnachschub ab und l\u00e4sst gen\u00fcgend Gestaltungsm\u00f6glichkeiten zum Siegpunktscheffeln.<\/p>\n<p>Dabei hat mir aber auch Agricola gut gefallen, besser als mit hyperinteraktiven Mitspielern, die immer alle Felder besetzen. Besonders die riesige Auswahl an Ausbildungen und Anschaffungen reizt eigentlich dazu, zumindest einmal alle Karten auszuprobieren. Es gibt auch eine Kampagnenvariante, die ziemlich lustig ist, aber leider mit zunehmender Anzahl an Spielen immer einfacher und nicht anspruchsvoller wird. Der Nachteil von Agricola ist der vergleichsweise schmale Siegpunktkorridor. F\u00fcr jede der Kategorien Tiere, Essen, Weiden, \u00c4cker etc. gibt es jeweils maximal 4 Punkte, damit bleiben als zus\u00e4tzliche Siegpunktquellen nur die Anschaffungen und die sind auch nur zwischen 1 und 5 Punkte wert. Ich kam im Rahmen der Kampagne nach 5 Spielen bis auf 74 Punkte, wahrscheinlich sind noch kleine Steigerungen m\u00f6glich, aber wahrscheinlich liegen dann die Ergebnisse immer eng zusammen.<\/p>\n<p>Mit der Siegpunktknappheit reduzieren sich aber auch die m\u00f6glichen Strategien. Irgendwie ist es doch notwendig alles zu machen, es stellen sich nur die Fragen, wann und wie intensiv. Caverna erlaubt es hingegen viel extremere Strategien erfolgreich zu spielen.<\/p>\n<p>Arler Erde liegt irgendwo zwischen den beiden Spielen. Thematisch ist es das wohl ausgepr\u00e4gteste Spiel der Auswahl. \u00c4hnlich wie bei Caverna ist es m\u00f6glich, v\u00f6llig unterschiedliche Strategien zu spielen, und die erfolgreichen Ans\u00e4tze sind zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht ersichtlich. Zun\u00e4chst versuchte ich die Handwerksf\u00e4higkeiten auszubauen, um die Ausbeute einzelner Aktionen zu maximieren. Daf\u00fcr ist das Spiel aber etwas zu kurz. Viel effizienter ist es, fr\u00fchzeitig Fuhrwerke anzuschaffen, um Waren zu veredeln und damit schnell tolle Geb\u00e4ude zu errichten. Arler Erde zu spielen ist aber anstrengender als schnell eine Runde Caverna zu zocken, da die Aktionsm\u00f6glichkeiten deutlich komplexer sind.<\/p>\n<p>Doch dies sind winzige Geschmacksunterschiede auf hohen Niveau. Alle drei Spiele machen insbesondere allein gen\u00fcgend Spa\u00df, um mehrere Abende mit ihnen zu verbringen. Sie haben aber alle drei den Nachteil, dass der Auf- und Abbau sehr umfangreich und zeitintensiv ist. Ach ja, bei allen drei Spielen lassen sich Spielsituationen nur schwer rekonstruieren, nachdem Kater sich auf dem Spielplan w\u00e4lzten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Passend zu meinem letzten Artikel gibt es jetzt eine Grundsatzdiskussion, ob Spiele mit Solovariante eine Tendenz zur Interaktionsarmut haben, also quasi einen Interaktionsmangel als Gendefekt in sich tragen. Vorbeugend k\u00f6nnten teure Versicherungen oder neuartige Interaktionspr\u00e4parate helfen. Gibt es eigentlich eine Statistik, dass mit dem Schengen-Abkommen Spiele insgesamt interaktions\u00e4rmer wurden? 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