{"id":11488,"date":"2023-05-21T12:37:17","date_gmt":"2023-05-21T10:37:17","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=11488"},"modified":"2023-05-21T12:40:34","modified_gmt":"2023-05-21T10:40:34","slug":"spielen-ist-fuer-alle-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/spielen-ist-fuer-alle-da\/","title":{"rendered":"Spielen ist f\u00fcr alle da"},"content":{"rendered":"\n<p>Mai 2010 in K\u00f6ln. Meine zweite Jury-Klausur zur Wahl von \u201eSpiel des Jahres\u201c. Im Gespr\u00e4ch: Sollten wir nicht schreiben \u201ef\u00fcr x-y Personen\u201c, wenn es um die Informationen \u00fcber die Spiele geht? Hintergrund: Bisher hie\u00df es \u201ef\u00fcr x-y Spieler\u201c. Das w\u00fcrde nicht wirklich alle einschlie\u00dfen, der Begriff \u201ePersonen\u201c hingegen schon. Wer noch eine alte Brosch\u00fcre daheim liegen hat, wei\u00df: Auch 2010 stand da noch \u201eSpieler\u201c. Auf der Homepage des Vereins wird mittlerweile \u201eSpieler:innen\u201c verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im selben Jahr bin ich aus der Jury ausgetreten, was nat\u00fcrlich nichts mit dieser Entscheidung zu tun hat. Die Neuberufungen waren zumeist m\u00e4nnlich. Dies erw\u00e4hnte ich wiederholt gegen\u00fcber Jurymitgliedern &#8211; die Reaktion war zumeist: \u201eDu willst ja nicht mehr\u201c. Botschaft: Au\u00dfer dir gibt es kaum Frauen, die geeignet w\u00e4ren. Auch in der Wirtschaft ist dies ein gern verwendetes Argument, wenn es darum geht, Frauen in sichtbare (und damit meist wichtige) Positionen zu bringen: \u201eEs gibt ja keine geeigneten Frauen\u201c. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Jury hat sich ver\u00e4ndert. Im mittlerweile etablierten Format \u201eSpielerisches Quartett\u201c sprechen jeweils drei Jury-Mitglieder mit einem Gast \u00fcber jeweils vier Spiele, zuletzt in Folge 18. Bis auf zwei Folgen \u00fcber Kinderspiele, bei denen J\u00fcrgen Karla zu Gast war, wurde das Quartett immer durch eine Frau vervollst\u00e4ndigt. (Die beste Pr\u00e4senz hatte dabei \u00fcbrigens die Fairplay mit drei verschiedenen Frauen als Gast.) Es gibt sie also, die Frauen! Und die Jury hat einen meiner Meinung nach leicht zu realisierenden, aber wirkungsvollen Hebel gefunden, um hier ein Bausteinchen zu mehr Pr\u00e4senz von Frauen in der Spieleszene beizutragen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im von uns beiden &#8211; Peter und mir &#8211; sehr gesch\u00e4tzten Podcast \u201eAnekdotisch Evident\u201c sprechen Katrin R\u00f6nicke und Alexandra Tobor \u00fcber ausgew\u00e4hlte Themen und verbinden Theorie mit eigenen Erfahrungen. Die letzten Themen lauteten \u201eFreiheit\u201c, \u201eLeiden\u201c und \u201eKleidung\u201c. Ich bin immer wieder begeistert \u00fcber die verschiedenen Facetten und Sichtweisen, die sich rund um die von Katrin und Alex gew\u00e4hlten Themen ergeben &#8211; und ich nehme f\u00fcr mich selbst viele Anregungen zum Nachdenken und Reflektieren mit. Und ich genie\u00dfe die sehr angenehme Art, wie die beiden miteinander sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund um die kommende Wahl zum Spiel des Jahres h\u00f6rte ich die Folge \u201eThe Ladies Speculate\u201c des Podcasts \u201ePile of Happiness\u201c. Insgesamt vier Frauen gingen ihre Tipps zur anstehenden Nominierung der Preistr\u00e4ger durch. Eine durch und durch h\u00f6renswerte Folge mit hoher versammelter Spielekompetenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Aspekt aus dieser geh\u00f6rten Folge m\u00f6chte ich herausgreifen, der mit den eigentlichen Spielen nichts zu tun hat: Im Gespr\u00e4ch der vier wurde konsequent sprachlich auf Einbeziehung aller Geschlechter geachtet. Auch Katrin und Alex von Anekdotisch Evident tun dies. Vielleicht ist es mir deshalb auch hier direkt aufgefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Fairplay hatten wir \u00fcber geschlechterintegrative Sprache gesprochen. Mittlerweile steht auf dem Titelblatt der Fairplay mal \u201eSpielermagazin\u201c &#8211; und mal \u201eSpielerinnenmagazin\u201c. Tats\u00e4chlich gab es daraufhin mindestens eine K\u00fcndigung, die mit genau der Ablehnung dieser Entscheidung begr\u00fcndet wurde. Das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fairplay-online.de\/2020\/12\/fairplay-134-editorial.html\" target=\"_blank\">Editorial der Fairplay 134<\/a> widmet sich solchen sprachlichen Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Podcast Beispiele zeigen mir: Als Frau, die es m\u00fcde ist, nur \u201emitgemeint\u201c zu sein, bin ich offensichtlich nicht allein. Wenn ich in Spielregeln schaue, f\u00e4llt mir auf, dass auch viele Spieleverlage mittlerweile sehr auf aktive Sprache achten &#8211; die direkte Ansprache in der zweiten Person (\u201edu\u201c\/\u201eihr\u201c) vermeidet oft die Verwendung etwa von \u201eder Spieler\u201c. Beim Nachlesen etwa der mehr als zehn Jahre alten Regeln von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/mit-battlestar-galactica-unterwegs\/\" target=\"_blank\">Battlestar Galactica<\/a> steht dort noch ganz oft \u201eman\u201c mit Beschreibungen in der dritten Person. Und nat\u00fcrlich viel generischem Maskulinum.<\/p>\n\n\n\n<p> All dies zeigt meines Erachtens: Representation Matters! Macht Menschen mit all ihren Facetten so bunt wie m\u00f6glich sichtbar. Der ein oder andere Schritt in diese Richtung wurde gemacht. Es bewegt sich was. Wir sind noch nicht am Ziel, aber vielleicht einen Schritt weiter auf dem Weg dorthin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mai 2010 in K\u00f6ln. Meine zweite Jury-Klausur zur Wahl von \u201eSpiel des Jahres\u201c. Im Gespr\u00e4ch: Sollten wir nicht schreiben \u201ef\u00fcr x-y Personen\u201c, wenn es um die Informationen \u00fcber die Spiele geht? Hintergrund: Bisher hie\u00df es \u201ef\u00fcr x-y Spieler\u201c. Das w\u00fcrde nicht wirklich alle einschlie\u00dfen, der Begriff \u201ePersonen\u201c hingegen schon. 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