{"id":1440,"date":"2009-02-19T00:02:38","date_gmt":"2009-02-18T23:02:38","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=1440"},"modified":"2023-03-04T14:05:36","modified_gmt":"2023-03-04T13:05:36","slug":"fairy-tale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/fairy-tale\/","title":{"rendered":"Fairy Tale"},"content":{"rendered":"<p>Es war einmal in einem fernen Land, in dem das Spielen nur von wenigen alten Weisen gepflegt wurde. Nun begab es sich eines Tages, dass\u00a0w\u00e4hrend eines sakegeschw\u00e4ngerten Traumes einem jungen alten Weisen eine Fee erschien. Diese schickte ihn auf\u00a0eine Queste, ein neues Spiel in die weite Welt hinauszutragen, um so in die Annalen der gepriesenen Spieleautoren einzugehen und eine holde Prinzessin zu ehelichen.<!--more--><\/p>\n<p>Und so verzog sich der\u00a0tapfere Held in sein stilles K\u00e4mmerlein. Und er gr\u00fcbelte, und er schrieb Regeln, und er malte Karten, und er\u00a0testete Spiele um Spiele. Wann immer er einen Prototypen fertiggestellt hatte, fragte er seinen Wichtelgnom, ob er zufrieden sei, doch dieser sch\u00fcttelte immer nur den Kopf: &#8222;Zuviel f\u00fcr vier, zu wenig f\u00fcr f\u00fcnf&#8220;. Doch schlie\u00dflich, nach vielen, vielen Tagen ward es gut, und der Wichtelgnom nickte anerkennend den Kopf: &#8222;Genug f\u00fcr vier und f\u00fcnf&#8220;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Fairy Tale\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fairytale.jpg\" alt=\"Fairy Tale\" \/><\/p>\n<p>Und so frohlockte und tanzte der junge weise Spieleautor 40 Tage und 40 N\u00e4chte und rezitierte die Regel in einem fort:<\/p>\n<p>&#8222;Mit 80 Karten wird gespielt. M\u00e4rchen und Abenteuer erz\u00e4hlen sie. Jeder Spieler bekomme der Karten f\u00fcnf.\u00a0Vier gebe\u00a0er weiter an seinen Nachbarn. Der gebe wieder drei weiter, dann zwei, dann nur noch eine, so dass schlussendlich jeder\u00a0f\u00fcnf Karten wieder habe. Dann\u00a0lege ein\u00a0jeder drei Karten offen aus\u00a0und\u00a0werfe die verbleibenden\u00a0zwei ab, nicht mehr, nicht weniger.<\/p>\n<p>Dann soll der Reigen noch dreimal wiederholt werden, zweimal links umher und zweimal rechts. Dann habe jeder 12 Karten ausliegen und z\u00e4hle Punkte.<\/p>\n<p>Die Punkte ergeben sich aus der Karten Kombinationen. Denn diese symbolisieren die erlebten Abenteuer und erfolgreich abgeschlossenen Questen.\u00a0 Manche Karten lohnt es zu horten, andere erfordern Partner. Einige Karten bringen sind Ausl\u00f6ser spezieller Ereignisse.\u00a0 Wertvolle Karten bringen Nachteile, scheinbar wertlose aber gro\u00dfe Vorteile.<\/p>\n<p>Nur zu f\u00fcnft nehme man noch 20 weitere Karten hinzu und gehe auf D\u00e4monenjagd. Nun gibt es auch Punkte f\u00fcr Mehrheiten und f\u00fcr das\u00a0Erf\u00fcllen schwerster Questen. Doch die Jagd verhindert manch wichtiges Ereignis. Denn die Karten der D\u00e4monen sind die Ausl\u00f6ser m\u00e4chtigster Magie\u00a0, aber wenn nur einer zur Jagd bl\u00e4st, verpuffen ihre Zauber.&#8220;<\/p>\n<p>So sprach er, und die Spieler auf dem ganzen Kreis der Erde um Essen rundherum jubelten und gingen dahin und spielten und spielten.<\/p>\n<p>Doch leider war dieses gar vortrefflichste Spiel der Karten nur schwerst erh\u00e4ltlich und mit mystischen Hieroglyphen des japanischen Volkes ausgestattet. Ein wackerer Verleger \u00fcbersetzte es immerhin vor der Jahren Fristen ins Angels\u00e4chsische. Aber einige Kartenleger hatten noch immer Probleme mit der Deutung der Symbole und Texte der Art <em>&#8222;*=You&#8220; <\/em>und<em> &#8222;Close you any 1&#8220;<\/em>. Die geheimnisvolle Bedeutung dieser Formeln war <em>&#8222;Der Wert dieser Karte entspricht der Anzahl der Karten dieser Art in der Auslage&#8220; <\/em>und <em>&#8222;Verdecke eine offen liegende Karte&#8220;<\/em>.<\/p>\n<p>Doch nun endlich erbarmte sich der Verlag der Heidelb\u00e4ren und riss die Barrieren der Sprachen entzwei und malte sch\u00f6ne universelle Piktogramme auf jede Karte, so dass gar niemand mehr ihre Funktion und Kraft von alleine verstehen kann. So sind nun wieder alle Spieler gleich.<\/p>\n<p>Doch die wundersch\u00f6nsten Grafiken, kitschigst asiatischer Art sind geblieben und auch sonst wurde &#8211;\u00a0das Gl\u00fcck sei gepriesen &#8211;\u00a0nichts ge\u00e4ndert. So k\u00f6nnten nun alle selig spielen, bis ans Ende aller Tage und wenn sie nicht gestorben w\u00e4ren, so &#8211;\u00a0nein, so k\u00f6nnten sie sich noch nicht in einem harmonischen Reigen versammeln. Denn ein Punkt brachte Missmut und Zwietracht zwischen die Spieler: Sollte man nicht immer alle 100 Karten nehmen,\u00a0 denn dann sei das Spiel lustiger und das Chaos gr\u00f6\u00dfer? Die verschiedenen Regeln sind in diesem Punkt etwas unklar und gaben den 80 und 100 Kartenvarianten diverse Namen. Einige <a href=\"http:\/\/www.hall9000.de\/php\/rezi.php?rezi=2268\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rezensenten<\/a> behaupteten gar, mit 100 Karten sei die einzige, wahre und gute Art <strong>Fairy Tale<\/strong> wirklich zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Doch wir forschten, experimentierten und testeten, zu dritt, zu viert, zu f\u00fcnft und gar zu sechst. Und das Ergebnis war klar: Weniger als f\u00fcnf Spieler sollen sich mit 80 Karten begn\u00fcgen. Denn insbesondere zu viert werden so alle Karten ins Spiel einbezogen. Die M\u00f6glichkeiten der Taktik sind so am gr\u00f6\u00dften. Nur f\u00fcnf Helden sind genug, auch die hundertste Karte zu stemmen.<\/p>\n<p>Und da wir nicht gestorben sind, spielen wir noch immer so.<\/p>\n<p><span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"3 von 3 Drachen\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3v3drachenimg005.jpg\" alt=\"3 von 3 Drachen\" \/> <em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/ \"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>: 3 von 3 Drachen<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal in einem fernen Land, in dem das Spielen nur von wenigen alten Weisen gepflegt wurde. Nun begab es sich eines Tages, dass\u00a0w\u00e4hrend eines sakegeschw\u00e4ngerten Traumes einem jungen alten Weisen eine Fee erschien. 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