{"id":152,"date":"2008-10-26T01:19:16","date_gmt":"2008-10-26T00:19:16","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=152"},"modified":"2013-02-03T17:06:16","modified_gmt":"2013-02-03T16:06:16","slug":"spiel-08-samstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/spiel-08-samstag\/","title":{"rendered":"Spiel &#8217;08: Samstag"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" width=\"500px\" title=\"hallenplansa\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/hallenplansa.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<br \/>\n<em>Vorab sei uns ein wenig\u00a0Lokalpatriotismus erlaubt:<br \/>\n<\/em><br \/>\n<br \/>\n<em>Im Rahmen der Essener Spieletage finden regelm\u00e4\u00dfig auch die europ\u00e4ischen Brettspielmeisterschaften statt. Dieses Jahr wurden Amyitis, Sechsst\u00e4dtebund, Im Jahr des Drachen und Neuland gespielt. Wie schon im Fr\u00fchjahr berichtet, durften die &#8222;Wasserturmabr\u00e4umer&#8220; aus Mannheim dieses Jahr auch in diesem Turnier antreten. Ihnen gelang ein vorz\u00fcglicher 7. Platz. &#8211; Herzlichen Gl\u00fcckwunsch, auch an die Sieger und alle anderen Teilnehmer. <\/em><br \/>\n<br \/>\n<em>J\u00f6rn und Christiane berichteten, dass die Organisation sehr gelungen und die Atmosph\u00e4re wirklich international war. Zum Gl\u00fcck enthielten die Spiele keine Kommunikationselemente. Sonst h\u00e4tten sich wohl <\/em><em>die <\/em><em>Teilnehmer mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen verst\u00e4ndigen m\u00fcssen. Allein die Teilnahme wiegt deshalb wohl einen verlorenen Messetag durchaus auf.<br \/>\n<\/em><br \/>\n<br \/>\n<img decoding=\"async\" width=\"500px\" title=\"trex\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/trex.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<br \/>\nIn unserer Trendvorhersage haben wir einen Aspekt g\u00e4nzlich vernachl\u00e4ssigt. Denn ein weiterer Trend zieht sich wie ein roter Faden durch die Messe: Vertrieb! <!--more-->Viele Kleinverlage kooperieren mit den Vertrieben von Heidelberger, Asmodee, Hutter\/Huch, etc. Das bedeutet f\u00fcr den Messebesucher, dass einige Spiele an mehreren St\u00e4nden gespielt werden k\u00f6nnen. Zum einen beim herausbringenden Verlag, zum anderen beim Vertriebspartner. Das kann auch verwirrend sein, denn eine Verabredung am &#8222;<strong>Machu Picchu<\/strong>-Stand&#8220; kann zu den Heidelbergern oder auch direkt zum PD-Verlag f\u00fchren. F\u00fcr den Verbraucher wird einiges einfacher, denn erst hierdurch gelangen viele Titel zuverl\u00e4ssig und in gen\u00fcgender St\u00fcckzahl auf den deutschen Spielemarkt. So sind zwar einige besonders begehrte Spiele wie <strong>Ghost Stories <\/strong>und <strong>Planet Steam <\/strong>auf der Messe bereits nahezu ausverkauft, doch es ist in den kommenden Monaten mit Nachschub zu rechnen.<br \/>\n<br \/>\nDie Kehrseite dieses Trends ist jedoch auch ein gewisser Verlust an Flair. Fr\u00fcher hatte man genau eine Chance ein Spiel zu testen und zu kaufen: Am richtigen Stand zur richtigen Zeit in Essen. Jetzt erh\u00e4lt man das Spiel sicher auch noch sp\u00e4ter bei Heidelberger &amp; Co. Die Kleinstverlagsszene scheint sich dadurch fundamental zu \u00e4ndern. Es ist zu hoffen, dass der Spielemarkt dadurch nicht an Originalit\u00e4t und Vielseitigkeit verliert. Noch \u00fcberwiegen die positiven Aspekte.<br \/>\n<br \/>\n<img decoding=\"async\" width=\"500px\" title=\"ghostspecial\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/ghostspecial.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<br \/>\nFreunde des Kung Fu Films werden sich freuen, dass mit <strong>Ghost Stories<\/strong> nun ein Spiel an den Film &#8222;A Chinese Ghost Story&#8220; erinnert. Das Foto zeigt eine Spezialversion. Die normal erh\u00e4ltlichen Spiele haben aber auch eine vorz\u00fcgliche Ausstattung. Im Spiel selbst kooperieren die Spieler bei der Verteidigung eines Dorfes gegen Geister, um schlie\u00dflich den Oberb\u00f6sewicht zu besiegen. Die Spielmechanik ist denkbar einfach: Ein Geist besucht das Dorf &#8211; ein Spieler agiert und versucht einen Geist (manchmal zwei) zu besiegen, usw. Die Gespenster besitzen jedoch Sonderf\u00e4higkeiten aller Art, z.B. bringen einige einen Kumpel mit, andere verwandeln Dorfteile in Spukschl\u00f6sser und wieder andere sind nur mit spezieller chinesischer Magie besiegbar. Gl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen auch die Spieler auf\u00a0die magische Hilfe der Dorfbewohner vertrauen. Trotz des einfachen und w\u00fcrfellastigen Mechanismus kam aber schnell eine dichte Atmosph\u00e4re auf, und gespannt versuchten wir die Geister zu vertreiben. Knapp gelang uns dann auch der Sieg in der Novizenvariante des Spiels. <strong>Ghost Stories <\/strong>ist ein sehr thematisches Spiel mit passenden Regeln. Da auch die Spieldauer mit 60 Minuten angenehm kurz war, hat es uns durchweg gefallen. Und Lust, den Film mal wieder zu schauen, bekam ich auch.<br \/>\n<br \/>\n<img decoding=\"async\" width=\"500px\" title=\"sylla\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sylla.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<br \/>\nEbenfalls konnten wir heute <strong>Sylla <\/strong>von Ystari testen. Von diesem Spiel hatten wir w\u00e4hrend der Messe bis dahin noch gar nicht viel geh\u00f6rt und waren recht gespannt darauf. <strong>Sylla <\/strong>spielt in Rom, das an der Schwelle zum Christentum steht. Die R\u00f6mer werden immer dekadenter, die B\u00fcrger immer fr\u00f6mmer. Zentrales Element sind die Personenkarten, die mehrere Funktionen erf\u00fcllen. In jeder Runde erh\u00e4lt man eine zus\u00e4tzliche Person. Jede Person kann zun\u00e4chst zum Geb\u00e4udebau eingesetzt werden. Denn pro Runde werden f\u00fcnf Geb\u00e4ude versteigert. Jede Person kann f\u00fcr deren Versteigerung bei einer bis drei Farben eingesetzt werden. Doch mit dem Einsatz bei der Geb\u00e4ude-Versteigerung ist die zweite Funktion verbraucht. Der H\u00e4ndler bringt dann in dieser Runde kein zus\u00e4tzliches Einkommen mehr, der Senator verwirkt sein Stimmrecht, etc. Das bedeutet, dass man gut abw\u00e4gen muss, wann man welche Person einsetzt! W\u00e4hrend des Spiels sammeln alle Spieler\u00c2\u00a0Siegpunktmarker in drei Sorten. In jeder Sorte schwankt der Kurs w\u00e4hrend des Spiels. Nat\u00fcrlich versucht jeder, seine st\u00e4rkste Sorte nach vorn zu bringen und andere Sorten zu schw\u00e4chen und dabei m\u00f6glichst viele Marker einzusammeln &#8211; oder per Geb\u00e4ude oder einigen kleinen anderen Mechanismen weitere Siegpunkte einzuheimsen.<br \/>\n<br \/>\n<strong>Sylla <\/strong>bietet recht verzahnte Mechanismen und spielt sich nicht sofort intuitiv. Erst nach zwei, drei Runden werden die Zusammenh\u00e4nge klar. Das bedeutet insbesondere, dass wir nach dieser ersten Partie noch weniger ein erstes Urteil abgeben k\u00f6nnen als sonst. Da w\u00e4hrend einer Partie insgesamt\u00c2\u00a0f\u00fcnf Runden gespielt werden, die alle \u00e4hnlich ablaufen, fanden wir den Spannungsbogen etwas flach. Das mag sich \u00e4ndern, wenn man mit mehr Spielerfahrung st\u00e4rker \u00fcber mehrere Runden hinweg auf bestimmte Ziele hinspielt.<br \/>\n<br \/>\n<img decoding=\"async\" width=\"500px\" title=\"lugarno\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/lugarno.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<br \/>\nDer bisher zumindest mir unbekannte Verlag Red Glove pr\u00e4sentiert dieses Jahr das Spiel <strong>Lungarno<\/strong>. Nachdem es zumindest zeitweise in der Fairplay Hitliste auftauchte wurden wir neugierig und schlenderten zum 10 Meter vom Fairplaystand entfernten Verlag. Die Spieler legen Stadtpl\u00e4ttchen in 8 Bezirke, besetzen sie und bekommen daf\u00fcr Punkte. Die Regeln erinnern wie schon so oft mal wieder entfernt an Carcassonne. Dabei ist das Spiel aber durchaus kein m\u00fcder Abklatsch, sondern bietet gen\u00fcgend eigenst\u00e4ndige Elemente. Gut gefallen haben mir dabei die Interaktionsm\u00f6glichkeiten. Insgesamt bewahrheitet sich aber mal wieder die Regel, dass Verlage in unmittelbarer Fairplayn\u00e4he einen dicken Notenbonus bekommen. Ein besonders gutes oder innovatives Spiel schien mir <strong>Lungarno <\/strong>n\u00e4mlich nicht zu\u00c2\u00a0 sein.<br \/>\n<br \/>\nMit den\u00a0Mitarbeitern am Stand\u00a0hatten wir\u00a0au\u00dferordentliches Mitleid. Denn sie m\u00fcssen nicht nur den ganzen Tag auf eine Wand mit Postern der aktuellen &#8222;Disney-Teenie-High-School-Musical-Stars&#8220; starren. Laut unserem Medienexperten T-Low ist das eine Mischung von &#8222;No Angels&#8220;-Retorte und Daily Soap. Was viel schlimmer ist, auf der anderen Seite \u00fcbten sich 10-12 j\u00e4hrige M\u00e4dchen an Karaokeges\u00e4ngen der beworbenen Stars. Dies ist eine durchaus legitime und f\u00fcr sie spa\u00dfige Besch\u00e4ftigung, leider schienen einige keinerlei Gesangsf\u00e4higkeiten zu besitzen und auch keine \u00dcbungsfortschritte zu machen. Auf ein Stirnrunzeln von uns nach einem besonders misslungenen Geheule raunte der freundliche italienische Erkl\u00e4rer mit einem wunderbaren italienischen Akzent &#8222;Do not mention the girls! These were not the worst!&#8220;<br \/>\n<br \/>\n<a name=\"chicago\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" cwidth=\"500px\" title=\"chicago\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/chicago.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"334\" \/><br \/>\n<br \/>\nDie Queen-Games-Neuheit <strong>Chicago Express <\/strong>kommt v\u00f6llig ohne Spielerfarben aus. Jeder kann sich an allen Eisenbahngesellschaften beteiligen. Quer durch die USA von der Ostk\u00fcste bis nach Chicago versuchen alle zu bauen. Der Anschluss von St\u00e4dten, die Bildung von Siedlungen, sowie insbesondere der Anschluss von Chicago lassen den Wert einer Eisenbahngesellschaft steigen. In jeder Runde stehen Aktionen zum Streckenausbau, Versteigerung weiterer Anteile und Besiedelung f\u00fcr alle zur Verf\u00fcgung. Sind zwei Sorten dieser Aktionen aufgebraucht, endet eine Runde mit einer Dividenden-Aussch\u00fcttung an alle Aktion\u00e4re. Da das Ziel des Spiels der gr\u00f6\u00dfte Reichtum ist, versucht man im rechten Moment den Wert seiner bevorzugten Gesellschaft zu erh\u00f6hen oder sich passend bei erfolgversprechenden Farben einzukaufen. Besonders trickreich: Der Ausbau einer Gesellschaft kann nur mit dem Geld erfolgen, das zuvor bei den Versteigerungen eingenommen wurde. Reicht dieses Geld nach Verkauf der letzten Aktie nicht, um den Ausbau gen\u00fcgend voranzutreiben, kann der Aktienkurs in der Wertsteigerung wom\u00f6glich nicht genug mithalten. Als Eisenbahnspiel bietet Chicago Express ein vergleichsweise lockeres Spielgef\u00fchl und macht Lust auf weitere Partien.<br \/>\n<br \/>\n<img decoding=\"async\" width=\"500px\" title=\"timesup\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/timesup.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<br \/>\nSchlie\u00dflich sei noch die Neuauflage von <strong>Time&#8217;s Up<\/strong> erw\u00e4hnt. In deutlich kleinerer Schachtel &#8211; daf\u00fcr auch mit weniger Karten &#8211; versucht es einen zweiten Anlauf. Mit Hilfe einer Promo-Tour versucht der Asmodee-Verlag, den Bekanntheitsgrad des Spiels zu heben. Da wir selbst <strong>Time&#8217;s Up<\/strong> mit gro\u00dfer Begeisterung in unz\u00e4hligen Partien gespielt haben, hoffen wir nat\u00fcrlich auf einen Erfolg &#8211; nicht zuletzt \u00fcbrigens, um in hoffentlich folgenden neuen Kartens\u00e4tzen neues Material f\u00fcr die eigenen<strong> Time&#8217;s Up<\/strong> Runden zu erhalten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorab sei uns ein wenig\u00a0Lokalpatriotismus erlaubt: Im Rahmen der Essener Spieletage finden regelm\u00e4\u00dfig auch die europ\u00e4ischen Brettspielmeisterschaften statt. Dieses Jahr wurden Amyitis, Sechsst\u00e4dtebund, Im Jahr des Drachen und Neuland gespielt. Wie schon im Fr\u00fchjahr berichtet, durften die &#8222;Wasserturmabr\u00e4umer&#8220; aus Mannheim dieses Jahr auch in diesem Turnier antreten. Ihnen gelang ein vorz\u00fcglicher 7. 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