{"id":2072,"date":"2009-03-18T23:43:17","date_gmt":"2009-03-18T22:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=2072"},"modified":"2025-09-12T09:04:03","modified_gmt":"2025-09-12T07:04:03","slug":"pendoka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/pendoka\/","title":{"rendered":"Pendoka"},"content":{"rendered":"<h4>Erstver\u00f6ffentlichung am 3.5.2004 bei <a title=\"Pendoka\" href=\"http:\/\/www.hall9000.de\/php\/rezi.php?rezi=1021\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hall9000<\/a>.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/spiele\/pendoka\/#post\" target=\"_self\">&gt;&gt;Direkt zum Postscriptum springen<\/a>.<\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p><strong>Pendoka<\/strong> besteht aus Holzkugeln, die mit kleinen Kunststoffst\u00e4bchen verbunden werden k\u00f6nnen. Da alle Kugeln jeweils vier gleichm\u00e4\u00dfig angeordneten Bohrungen enthalten, entstehen dadurch F\u00fcnfecke und geknickte Sechsecke. Aus diesen beiden Grundmustern lassen sich Dodekaeder (12-seitiger &#8222;W\u00fcrfel&#8220;) und Diamantgitter erzeugen. Da die Kunststoffst\u00e4bchen sich etwas verbiegen lassen und sich der Abstand der Kugeln leicht variieren l\u00e4\u00dft, k\u00f6nnen auch komplexere, aus Dodekaedern bestehende Gitter konstruiert werden.<\/p>\n<p>Die Anleitung zu <strong>Pendoka<\/strong> enth\u00e4lt einige Ideen f\u00fcr Spiele und Puzzles rund um dieses Stecksystem. Zum Beispiel sollen die Spieler durch taktisches Stecken m\u00f6glichst schnell alle ihre St\u00e4be und Kugeln ihrer Farbe verbauen (&#8222;Masters of <strong>Pendoka<\/strong>&#8222;). Bei &#8222;Zauberball&#8220; zerlegen erst alle Spieler ein Dodekaeder in ein Netz und pr\u00e4sentieren es ihren Mitspielern, die es wieder zusammendrehen und -stecken sollen. In weiteren Varianten gilt es, eine Kugel des Gegners einzubauen (&#8222;Your turn&#8220;) oder vier Kugeln in eine Linie zu bringen (&#8222;Diamantvierer&#8220;).<\/p>\n<p>&#8222;Oh toll: St\u00e4be und gel\u00f6chterte Kugeln, da will ich doch gleich mal Ikosaeder und Tetraeder basteln&#8220; war mein erster Gedanke, als ich <strong>Pendoka<\/strong> sah. Einige Steckversuche sp\u00e4ter folgte die Ern\u00fcchterung. Tetraeder? &#8211; Oktaeder? &#8211; Ikosaeder? &#8211; Pustekuchen! Die vier Bohrungen erlauben nur F\u00fcnfecke.<\/p>\n<p>Nun gut, also steckt man erst mal einen Dodekaeder zusammen. Und, weil es so lustig ist, f\u00fcgt man an jede seiner Seiten noch einen weiteren hinzu. Da bald das Material auszugehen droht, werden die inneren Kugeln wieder entfernt und es entstehen immer gr\u00f6\u00dfere B\u00e4lle. &#8222;Das geht doch gar nicht&#8220; ruft da das mathematische Gewissen und auch die Anleitung kl\u00e4rt uns knapp \u00fcber den Pentagonwinkel von 108\u00b0 auf, der keine Raumf\u00fcllung zul\u00e4sst. Doch ist gerade dies die Faszination, die von <strong>Pendoka<\/strong> ausgeht. Beim Basteln merkt man, wie weit die Geometrie gebogen und verzerrt werden kann, wie irgendwann die Verbindungen krumm und schief werden und schlie\u00dflich aufrei\u00dfen. So weit &#8211; so lehrreich.<\/p>\n<p>Alle, die platonische K\u00f6rper und Kristall- oder Molek\u00fclstrukturen schon immer \u00f6de fanden, werden leider auch dieser Faszination nicht erliegen und sich langweilen oder \u00e4rgern. Denn die mitgelieferten Spielideen f\u00fcr <strong>Pendoka<\/strong> verm\u00f6gen nicht zu begeistern. Abwechselnd steckt jeder vor sich hin, und wer die meisten Fehler macht, verliert. Da kann auch kein &#8222;Romeo und Julia&#8220; ab 18 Jahren (vermeintlich lustig: &#8222;&#8230;verbinde den Romeostab mit der Juliakugel, &#8230;&#8220; &#8211; na ja) die Mitspieler zu weiteren Versuchen animieren. Ein wenig bastelten und experimentierten einige Mitspieler nach dem Spiel gerne weiter.<\/p>\n<p>Ob hingegen, wie in der Anleitung angepriesen, auch schon Vierj\u00e4hrige mitspielen k\u00f6nnen, oder ob sie nicht lieber ein Holzkugelwettessen veranstalten, kann ich nicht beurteilen. Spa\u00df am Stecken werden sie keinen haben, denn die L\u00f6cher in den Kugeln sind leider nicht pr\u00e4zise gebohrt. Bei einigen Kugel sind die L\u00f6cher lackiert, bei anderen nicht. Dies hat zur Folge da\u00df sich einige Verbindungen nur mit roher Gewalt stecken lassen, die Vierj\u00e4hrigen nicht zuzumuten ist. Der Hersteller schl\u00e4gt zwar vor, die St\u00e4be in solchen L\u00f6chern einige Zeit zwecks Materialanpassung halbeingesteckt zu belassen. Nur, im Eifer des Gefechts mag man keine halbe Stunde Pause machen, und einige Verbindungen wollen nicht mal ansatzweise halten. Am \u00e4rgerlichsten sind jedoch die etwas zu weit geratenen L\u00f6cher, aus denen die St\u00e4bchen wieder herausfallen.<\/p>\n<p>So ist <strong>Pendoka<\/strong> leider nur eine interessante Spielerei. Dies ist schade, denn bei einer besseren Verabeitung und mit sch\u00f6nerem Material k\u00f6nnten sowohl Kreativit\u00e4t als auch der \u00dcbergang vom regelbasierten zur\u00fcck zum freien Spiel gef\u00f6rdert werden. \u00c4hnlich wie bei &#8222;Das Spiel&#8220; aus der Edition Perlhuhn w\u00e4ren viele weitere spannende Spielereien vorstellbar.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Spielrunden in denen <strong>Pendoka<\/strong> deutlich besser ankam. Zum Beispiel wurde bei der Variante &#8222;F\u00fcnferkette&#8220; munter diskutiert und es kam sogar etwas Spannung auf. Es gewinnt, wer entweder f\u00fcnf St\u00e4bchen oder f\u00fcnf Kugeln in eine Reihe steckt. Dabei darf immer nur eine Kugel oder einen Stab gesteckt werden. Wenn nun ein Spieler an sein viertes St\u00e4bchen eine Kugel steckt, so sind drei andere Mitspieler gezwungen ihrerseits St\u00e4bchen in die verbleibenden L\u00f6cher der Kugel zu platzieren. In diesem &#8222;gemeinsam einen Sieg verhindern&#8220; liegt ein gewisser Reiz.<br \/>\n03.05.2004<\/p><\/blockquote>\n<p><a id=\"post\" name=\"post\"><\/a><strong>POSTSCRIPTUM<\/strong>:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"LJ55\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/lj55sw.jpg\" alt=\"LJ55\" \/><\/p>\n<p>Nach <strong>Pendoka<\/strong> kr\u00e4ht wohl kein Hahn mehr, auch die schicken Magnetbauk\u00e4sten von Catch Mag sind wieder von der Spielemesse verschwunden. Ein wenig schade ist es schon, denn die Idee und das Material waren durchaus originell. Nur als Spiel konnte es nicht \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Der eigentliche Grund f\u00fcr dieses Postscriptum ist auch weniger die wehm\u00fctige Erinnerung an bessere Spielertage.<\/p>\n<p><span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"0 von 3 Lorbeeren\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/0von3.jpg\" alt=\"0 von 3 Lorbeeren\" \/> <em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>: 0 von 3 Lorbeeren<\/em><\/span><\/p>\n<p>Ich suchte vielmehr einen Aufh\u00e4nger eine Abbildung meiner nur 10 Jahre alten Diplomarbeit &#8222;<a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/diplp.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Untersuchungen hochdimensionaler Potentialfl\u00e4chen von Clustern<\/strong><\/a>&#8220; zu ver\u00f6ffentlichen und unauff\u00e4llig einen Link auf sie in einen Artikel einzustreuen. (Achtung, sie hat einen f\u00fcr die damalige Zeit schon fast unversch\u00e4mten Umfang von ann\u00e4hernd 6MB. Anschauen lohnt sich trotzdem, denn sie enth\u00e4lt noch viele weitere, sogar bunte Bilder.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstver\u00f6ffentlichung am 3.5.2004 bei Hall9000. &gt;&gt;Direkt zum Postscriptum springen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,12,5,1],"tags":[],"class_list":["post-2072","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-postscriptum","category-rezensionen","category-bad-game","category-spiele"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2072","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2072"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2072\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11964,"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2072\/revisions\/11964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2072"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2072"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2072"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}