{"id":3297,"date":"2009-08-13T00:10:00","date_gmt":"2009-08-12T22:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=3297"},"modified":"2025-09-09T11:09:01","modified_gmt":"2025-09-09T09:09:01","slug":"die-goldene-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/die-goldene-stadt\/","title":{"rendered":"Die Goldene Stadt"},"content":{"rendered":"<p>Einiges deutet darauf hin, dass Michael Schacht einem Goldrausch verfallen ist. Mit Valdora und &#8222;die Goldene Stadt&#8220; gibt es zwei g\u00fclden gl\u00e4nzende Titel im aktuellen Angebot. Neben dem Gold dr\u00e4ngen sich noch weitere offensichtliche \u00c4hnlichkeiten auf. So werden beide Spiele im Siedlerformat verkauft und ihre Konzeption zielt eindeutig auf die gleiche K\u00e4uferschicht: den gehobenen Familienspieler.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dieser weit verbreitete Spielertypus ist durchaus bereit, sich etwas intensiver und wiederholt mit einem Spiel auseinanderzusetzen. Eine Partie darf aber nicht l\u00e4nger als 90 Minuten dauern, denn er braucht ja auch noch Zeit, neue Knete zum Kauf weiterer Spiele zu verdienen. Denn er ist auch Sammler und bekennender Spieler. Wichtig ist auch das Image des Spiels. Dabei verspricht &#8222;die Goldene Stadt&#8220; genauso wie Valdora einen Ausflug in eine bessere, sorgenfreie, heile Welt, die frei aller modernen \u00dcbel ist. Der gehobene Familienspieler mag solche Versprechen. Da er auch Sammler ist und seine Spiele feins\u00e4uberlich in einem gro\u00dfem Regal aufreiht, k\u00f6nnen seine Besucher auf den ersten Blick sehen, welch welt-, lebens- und spielerfahrenes nettes Kerlchen sie vor sich haben.<\/p>\n<p>Wenn Sie einen gehobenen Familienspieler kennen lernen, d\u00fcrfen Sie nat\u00fcrlich niemals nie nicht allein das Thema eines Spiels loben. Gehobene Familienspieler spielen selbstverst\u00e4ndlich Spiele nur, um den intellektuellen Reiz der Spielmechanik zu ergr\u00fcnden. Welches Spiel nun in diesen Kreisen en vogue wird, ist kaum vorhersehbar. Diesmal scheint [cref Valdora] das Rennen zu machen. Wahrscheinlich kitzelt das Flair des Selfmade Abenteurers im einsamen Tal unsere gehobenen Spielerseelen mehr als die sprudelnden Gewinne der gro\u00dfspurigen, spr\u00f6den Handelsh\u00e4user in der goldenen Metropole.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3317\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/DieGoldeneStadt.JPG\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/DieGoldeneStadt.JPG 500w, https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/DieGoldeneStadt-150x88.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnte zur goldenen Stadt schon fast alles gesagt sein. Das Spiel funktioniert, die Ausstattung ist sch\u00f6n und das Thema ist passend zur Grafik ausgew\u00e4hlt. Nichts steht einer Standardverwertung im Wege: Sehen, w\u00fcnschen kaufen, auspacken, spielen, loben, sammeln, abhaken und vergessen. &#8211; Doch halt! &#8211; Das w\u00e4re schade. In der goldenen Stadt wird n\u00e4mlich das Versteigerungsverfahren von Evo, Amun Re, Vegas Showdown oder Sechsst\u00e4dtebund wieder aufgegriffen. Viel zu selten kommt es zur Anwendung. Jeder Spieler darf dabei in jeder Runde etwas ersteigern. Im Falle der goldenen Stadt sind es Landschaftsk\u00e4rtchen. Pro Mitspieler liegt ein P\u00e4rchen aus. Ein Spieler beginnt und erhebt Anspruch auf ein P\u00e4rchen. Daf\u00fcr steht ihm eine Biethand (s.Bild) zur Verf\u00fcgung. Die anderen k\u00f6nnen nun andere P\u00e4rchen aussuchen oder schon beanspruchte Karten \u00fcberbieten. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie sofort Spielgeld lockermachen. Jeder \u00dcberbietversuch wird teurer. Der bisherige Anspruchhalter muss nun einen neuen Anspruch erheben. Das geht solange, bis keine Konflikte mehr vorhanden sind und alle Spieler etwas bekommen.<\/p>\n<p>Der Rest des Spiels ist wenig originell: Mit den Landschaftsk\u00e4rtchen werden H\u00e4user auf dem Spielplan eingesetzt, die neues Geld, weitere Landschaftsk\u00e4rtchen und manchmal auch Siegpunkte bringen. Dann gibt es eine kleine Wertung, und der Ablauf wiederholt sich. Zum SpielEn.de gibt es wie so oft noch ein paar Extrapunkte f\u00fcr dies und jenes. Dies ist alles durchaus nett und erfreulicherweise auch recht kurzweilig zu spielen. Allein die Versteigerung bringt Abwechslung ins Spiel. Das Fazit ist damit klar: Wer das Flair der goldenen Stadt mag, wird mit der goldenen Stadt eh gl\u00fccklich werden. Wer Evo allein wegen der Versteigerung mochte, will eventuell auch die goldene Stadt m\u00f6gen. Dabei wurde diese Idee in Amun Re oder Vegas Showdown sicherlich spannender umgesetzt. Allen anderen gehobenen Familienspielern wird Die Goldene Stadt allenfalls als lediglich &#8222;ganz nett&#8220; in Erinnerung bleiben.<\/p>\n<p>Noch ein paar Worte wie sich die Goldene Stadt gewinnen l\u00e4sst. Die meisten Siegpunkte werden in der Stadt in der Mitte des Spielplans vergeben. Es lohnt sich nicht, l\u00e4nger im Umland zu verweilen. Die Zwischenwertungen f\u00fcr Warenkarten und Fl\u00fcsse, sowie Sondersiegpunkte bringen zwar auch ein paar Punkte. Wirklich zum Tragen kommen sie eigentlich nur bei gleichstarker Pr\u00e4senz in der Stadt. Es ist wichtiger, wenige Geb\u00e4ude in der Stadt zu bauen als viele im Umland. Allein das Haus im Zentrum bringt 10 Siegpunkte f\u00fcr effektiv 3 eingesetzte Karten (2 Karten + Schl\u00fcssel, der auch zwei Karten kostet, daf\u00fcr gibt es eine Karte zur\u00fcck). Ein besseres Siegpunkt-Karten Verh\u00e4ltnis ist nicht erreichbar. Quasi nebenher gibt es dann auch noch Zwischenwertungssiegpunkte f\u00fcr Stadtviertel. Damit lohnt es sich durchaus Karten als Joker zu opfern. Geld sollte ausgegeben werden, um attraktive Karten zu bekommen und nebenbei die Mitspieler zu \u00e4rgern. Es gibt zwar eine Sondersiegpunktkarte, die zwei Siegpunkte pro M\u00fcnze verspricht, aber der Aufwand lohnt sich nicht. Ein Hausbau bringt maximal zwei neue M\u00fcnzen und somit zwei Siegpunkte pro Karte. Das ist deutlich weniger als jedes Haus in der Stadt.<span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 St\u00e4dten\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3staedten.jpg\" alt=\"Bild von 1 von 3 St\u00e4dten\" \/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>\n1 von 3 St\u00e4dten<\/em><\/span><br \/>\nEher lohnt es schon Warenkarten zu sammeln. In maximal 16 Wertungen und mit der Warensondersiegpunktkarte sind damit theoretisch 72 Punkte f\u00fcr einen Aufwand von nur 10 Karten erreichbar. Realistisch sind maximal 36 Punkte machbar. Damit kann der Fokus auf Warenkarten \u00e4hnlich attraktiv wie H\u00e4user in der Stadtmitte sein. Da sowieso nicht alle Pl\u00e4ne realisierbar sind, sollten Waren und Stadth\u00e4user kombiniert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einiges deutet darauf hin, dass Michael Schacht einem Goldrausch verfallen ist. Mit Valdora und &#8222;die Goldene Stadt&#8220; gibt es zwei g\u00fclden gl\u00e4nzende Titel im aktuellen Angebot. Neben dem Gold dr\u00e4ngen sich noch weitere offensichtliche \u00c4hnlichkeiten auf. 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