{"id":3365,"date":"2009-08-23T12:25:57","date_gmt":"2009-08-23T11:25:57","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=3365"},"modified":"2025-09-09T11:05:06","modified_gmt":"2025-09-09T09:05:06","slug":"zu-viele-koeche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/zu-viele-koeche\/","title":{"rendered":"Zu viele K\u00f6che"},"content":{"rendered":"<p>Spielen macht hungrig. Treue Leser unseres Blogs erinnern sich gewiss an die mehr oder minder gegl\u00fcckten Versuche mit Sushizock im Gockelwok, Heckmeck am Bratwurmeck, oder dem kleinen Feinschmeckerquiz, Spielen und Kochen zu verbinden. Nun befasst sich Reiner Knizia mit dieser leckeren Seite des Spielens. <strong>Zu viele K\u00f6che<\/strong> ist ein typisch lockeres \u00c4rger-Kartenspiel, bei dem es gilt, gleichzeitig eigene Punkte zu sammeln und die Mitspieler bei selbigem zu st\u00f6ren. F\u00fcr diese Spielekategorie bin ich eigentlich immer zu haben, nur gibt es von ihnen bekanntlich schon sehr viele und sogar einige sehr gute. Bei jeder Neuerscheinung dieser Art stellt sich somit die Frage, ob sie sich wirklich gen\u00fcgend von \u00e4hnlichen Vorg\u00e4ngern unterscheidet.<!--more--><\/p>\n<p><strong>&#8222;Zu viele K\u00f6che&#8220;<\/strong> ist nun ein Kartenspiel ums Suppenkochen. Wie so oft werden reihum Karten gespielt und deren Werte aufaddiert. Wird dabei mit der Karte eines Spieler mindestens die Summe 10 erreicht, so kriegt dieser alle aktuell ausliegenden Karten. Nun sammelt jeder spezielle Kartensorten und versucht andere zu vermeiden. Wie immer komplettieren eine Reihe kleinerer Sonderregeln das muntere Hauen und Stechen.<\/p>\n<p>Eine dieser Sonderregeln besagt, dass Peperonikarten schlecht f\u00fcr Gem\u00fcse-(hmm), H\u00fchner-(schmatz) und Fisch-(igitt) Suppen sind. Nun, da bin ich anderer Meinung: In jede gute Suppe geh\u00f6rt eine ordentliche Portion Sch\u00e4rfe.<\/p>\n<p><em><strong>Einschub:<\/strong> Ich m\u00f6chte die Gelegenheit nutzen, um mein super-chilli-scharfes vegetarisches Chillirezept einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit vorzustellen. Je nach Sch\u00e4rfe reicht es f\u00fcr sechs bis zw\u00f6lf Personen. Man nehme:<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"right\" title=\"Zu viele K\u00f6che\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/zuvielekoeche.jpg\" alt=\"Bild von Zu viele K\u00f6che\" \/><\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Einen 6 Liter Topf<\/li>\n<li>Oliven\u00f6l<\/li>\n<li>4 M\u00f6hren<\/li>\n<li>4 Paprika<\/li>\n<li>1 Staudensellerie<\/li>\n<li>4 frische Pepperoni<\/li>\n<li>1 Zucchini<\/li>\n<li>3 Zwiebeln<\/li>\n<li>3 Knoblauchzehen<\/li>\n<li>1 kleine Dose Mais<\/li>\n<li>1kg frische Tomaten<\/li>\n<li>1kg Dosenbohnen (dem Aussehen wegen verschiedene Sorten &#8211; das Abtropfgewicht z\u00e4hlt)<\/li>\n<li>300g Kartoffeln<\/li>\n<li>Salz (wenig)<\/li>\n<li>Pfeffer (gen\u00fcgend)<\/li>\n<li>Basilikum (nach Schnauze)<\/li>\n<li>Oregano (nach Schnauze)<\/li>\n<li>einge Lorbeerbl\u00e4tter<\/li>\n<li>2 gro\u00dfe EL scharfes Chillipulver (das Zeugs aus den meisten Superm\u00e4rkten taugt nichts. Lieber im Asiashop oder im Urlaub kaufen)<\/li>\n<li>2 gro\u00dfe EL Kreuzk\u00fcmmel (weil er so lecker riecht)<\/li>\n<li>2 EL Saure Sahne<\/li>\n<li>zur Not Tabasco (falls das Chillipulver doch nicht scharf war)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zun\u00e4chst zerkleinert man alles Gem\u00fcse soweit m\u00f6glich und l\u00e4sst alle Fl\u00fcssigkeit aus den Dosen abtropfen. Dann erhitzt man etwas \u00d6l und lasse die M\u00f6hrenscheibchen 8 Minuten in ihm schmoren. Dann gebe man Paprika, Sellerie und Pepperoni hinzu und warte weitere 5 Minuten, bevor man die Zucchini, Zwiebel, Knoblauch und Mais folgen l\u00e4sst. Nach weiteren 4 Minuten d\u00fcrfen dann schlie\u00dflich die Tomaten (braucht man nicht zu h\u00e4uten), Bohnen und Kartoffeln auch mitschwitzen. Dazu kommen alle Gew\u00fcrze und die Saure Sahne. Der Topf sollte nun randvoll sein. Der Eintopf muss nun nur noch 60 Minuten vor sich hink\u00f6cheln. Am besten l\u00e4sst man ihn danach noch einige Stunden durchziehen, bevor er wieder erhitzt und zusammen mit frischgebackenen Weizentortillas (Rezept kann bei Kathrin erfragt werden) serviert wird. Den Tabasco gebe man erst unmittelbar vor dem Essen hinzu, falls das Chilli wider Erwarten zu lasch schmeckt. Idealerweise entfalten sich neben der Sch\u00e4rfe beim Essen eine Vielfalt weiterer Kr\u00e4uter- und Gew\u00fcrznuancen. Die Sch\u00e4rfe ist \u00e4hnlich dem Salz oder dem \u00d6l mehr ein Geschmackstr\u00e4ger (ein recht dominanter).<\/p>\n<p>Nur die wenigsten G\u00e4ste bei <strong>&#8222;Zu viele K\u00f6che&#8220;<\/strong> m\u00f6gen ein solches Geschmackserlebnis. N\u00e4mlich wenn ein Spieler ank\u00fcndigt, eine Peperonisuppe zu kochen. Dann verschm\u00e4hen sie aber Br\u00fchw\u00fcrfel (und das ist realistisch, mein Rezept enth\u00e4lt auch keinen solchen).<\/p>\n<p>So weit, so gut. Das Spiel als solches funktioniert und erf\u00fcllt auch alle Erwartungen an ein Karten-\u00c4rgerspiel: Es dauert nicht zu lange, hat einfache und gut strukturierte Regeln, erlaubt ein paar taktische Kniffe und bietet eine Menge \u00c4rgerm\u00f6glichkeiten. Es wird sogar in einer modisch-feschen Blechbox verkauft. Nur, ich versuche es h\u00f6flich auszudr\u00fccken: Das Kartendesign ist leicht versalzen. Wahrscheinlich war der Grafiker verliebt. Ich w\u00fcnsche ihm gerne eine lange und gl\u00fcckliche Ehe. Aber: Warum erinnern die H\u00fchnerkarten an Kartoffeln? Und wieso rauchen die Maiskolben Zigarre?<\/p>\n<p><span id=\"wertung\"><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3412\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3chillis.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>\n1 von 3 Chillies<\/em><\/span><br \/>\nEntgegen den Schachtelangaben w\u00fcrde ich &#8222;Zu viele K\u00f6che&#8220; nur f\u00fcr drei oder vier Mitesser empfehlen. Zu f\u00fcnft wird es ziemlich chaotisch und dauert zu lange. Zu zweit kann &#8211; aber will &#8211; man es nicht spielen. Insgesamt ist &#8222;Zu viele K\u00f6che&#8220; durchschnittlicher Spielefastfood. Doch das ist nicht negativ gemeint. Als typische Finger\u00fcbung von Knizia lohnt sich ein Kauf durchaus. Nur wird es kein Dauerbrenner werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielen macht hungrig. Treue Leser unseres Blogs erinnern sich gewiss an die mehr oder minder gegl\u00fcckten Versuche mit Sushizock im Gockelwok, Heckmeck am Bratwurmeck, oder dem kleinen Feinschmeckerquiz, Spielen und Kochen zu verbinden. Nun befasst sich Reiner Knizia mit dieser leckeren Seite des Spielens. 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