{"id":3438,"date":"2009-09-05T18:40:31","date_gmt":"2009-09-05T16:40:31","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=3438"},"modified":"2023-03-04T14:20:46","modified_gmt":"2023-03-04T13:20:46","slug":"dominionintrigante-kommentare-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/dominionintrigante-kommentare-teil-2\/","title":{"rendered":"Intrigante Kommentare &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt &#8211; ganz grob kategorisiert &#8211; zwei Arten, wie eine Partie Dominion ablaufen kann:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Langsamer Start &#8211; Schnelles Ende<\/strong>: W\u00e4hrend einer langsamen Startphase wird ein starkes Deck aufgebaut. In einem kurzen Schlussspurt werden dann alle Provinzen aufgekauft.<\/li>\n<li><strong>Starker Start &#8211; Schwaches Ende<\/strong>: Von Beginn an werden Provinzen gekauft. Eine Deckoptimierung f\u00fcrs Endspiel wird nur nebenbei betrieben. Dabei hofft man, dass das Spiel vor dem eigentlichem Endspurt entschieden wird oder sogar schon endet. Es kann aber passieren, dass die Kartendecks aller Spieler verstopfen, bevor das Spiel endet. Dies sind die lustigsten Partien.<!--more--><\/li>\n<\/ul>\n<p>Welche Richtung eine Partie einschlagen wird und welcher Weg als Folge davon optimal einzuschlagen ist, bildet die Herausforderung aller Strategie\u00fcberlegungen. Spannend sind Partien, in denen beide Ans\u00e4tze konkurrieren. Guten Spielern gelingt es manchmal, beide Aspekte zu verbinden. Spieler, die nur aufs Endspiel hoffen, m\u00fcssen immer bangen, ob ihnen noch gen\u00fcgend Siegpunkte \u00fcbrigbleiben. Deshalb stehe ich allen Strategien, die auf extremen Kartentauschketten per Umbauten oder Mehrfachk\u00e4ufen beruhen, skeptisch gegen\u00fcber. Ohne passende Angriffskarten haben sie oft das Nachsehen.<\/p>\n<p>Der Mittelteil dieser Strategieserie behandelt im Folgenden die beliebten Umtausch- und Entsorgungskarten, die gro\u00dfteils zur Deckoptimierung f\u00fcrs Endspiel dienen. Danach folgt ein Pl\u00e4doyer auf die sogenannten &#8222;Gl\u00fcckskarten&#8220;, die etwas schwieriger zu spielen sind. Oft werden sie aber zu unrecht untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<h2>Intrigante Tauschb\u00f6rsen und M\u00fcllentsorgung<\/h2>\n<ul>\n<li><u><strong>Anbauten<\/strong><\/u> haben zwei T\u00fccken: Sie verpflichten zur Entsorgung einer Karte, und es gibt keine M\u00f6glichkeit sich mit ihnen eine <strong>Provinz<\/strong> zu ertauschen. Daf\u00fcr werten sie quasi nebenbei das Kartendeck auf. Waren <strong>Umbauten<\/strong> nur schwierig geh\u00e4uft zu spielen, so lassen sich mehrere <strong>Anbauten<\/strong> problemlos verketten &#8211; schlie\u00dflich bieten sie eine Zusatzaktion. Irgendwann steigt nur das Risiko, keine passende Tauschkarte mehr zu ziehen. Je nach Auslage sind <strong>Anbauten<\/strong> nat\u00fcrlich ziemlich \u00fcberfl\u00fcssig. Es lohnt aber oft, <strong>Anwesen<\/strong> in <strong>Silber<\/strong> zu tauschen.<\/li>\n<li><em>Jetzt Regelgerecht:<\/em> Der Vorteil des <strong><u>Baron<\/u><\/strong> ist offensichtlich: <strong>Anwesen<\/strong> werden n\u00fctzlich. Die Idee, neue <strong>Anwesen<\/strong> zwecks sp\u00e4terer Vergoldung aufzunehmen, klingt nur gut, funktioniert aber nicht. Da ist es kurz- und mittelfristig billiger, gleich ein <strong>Silber<\/strong> zu kaufen, denn zweimal den Baron zu spielen, um ein <strong>Anwesen<\/strong> zu nehmen und zu nutzen, kostet 2 Aktionen und 3 Kartenslots um effektiv 4 Geld zu generieren. Im Endspiel sollte nat\u00fcrlich kein Gratisanwesen mehr verschm\u00e4ht werden. Noch besser hat man bis dahin den <strong>Baron<\/strong> z.B. mit einer <strong>Maskerade<\/strong> selbst entsorgt. <em>Nachtrag:<\/em> Als Teil sehr kompakter Sets kann der <strong>Baron <\/strong>im ganzen Spiel helfen. Insbesondere bietet er auch einen gewissen Schutz gegen <strong>Diebe<\/strong>. <strong>B\u00fcrokraten <\/strong>bremsen ihn jedoch aus.<\/li>\n<li>Das <strong><u>Bergwerk<\/u><\/strong> kann sich nat\u00fcrlich nur selbst entsorgen. Da es mich st\u00e4ndig in den Fingern juckt, eine ganze Kette von Bergwerken auf einen Schlag zu entsorgen, nenn ich es in Gedanken immer nur &#8222;Feuerwerk&#8220;. Sonst stehe ich ihm etwas ratlos gegen\u00fcber. Einige Anwendungen, z.B. als Dorfersatz oder als Einwegdurchsatzkarte bei <strong>Eisenh\u00fctten<\/strong> bieten sich an. Eventuell ist es auch ein guter Silberersatz, der sp\u00e4ter das Deck nicht weiter belastet. \u00c4hnlich D\u00f6rfern lohnen sich Bergwerke auch nur in speziellen Decks. Oft ist es einfach nur nett (und nett ist bekanntlich die kleine Schwester von Sch&#8230;)<\/li>\n<li><u><strong>Handelsposten<\/strong><\/u> w\u00e4ren die besseren <strong>Kapellen<\/strong>, w\u00e4ren sie nur nicht so teuer. Doch trotz des hohen Preises lohnt ein <strong>Handelsposten<\/strong> in fast jedem Spiel. Nur zimperlich darf man beim Tausch nicht sein: Neben <strong>Fl\u00fcchen<\/strong> (gerne gespielt nach <strong>Kerkermeistern<\/strong>), <strong>Kupfer<\/strong> oder <strong>Anwesen<\/strong> und <strong>B\u00fcrokraten<\/strong> l\u00e4sst sich zur Not auch wunderbar <strong>Silber<\/strong> und Schrott gegen <strong>Silber<\/strong> tauschen. Gegen Spielende gibt es dann den gro\u00dfen Ausverkauf.<\/li>\n<li>Der einzige Vorteil von <strong><u>Verwaltern<\/u><\/strong> ist ihre Flexibilit\u00e4t. Gerade als erste oder zweite Aktionskarte sind sie damit sehr wertvoll: Zieht man sie z.B. zusammen mit drei <strong>Anwesen<\/strong>, lassen sich zwei entsorgen, zusammen mit vier <strong>Kupfer<\/strong> gibt es ein <strong>Gold<\/strong>. Sp\u00e4ter l\u00e4sst ihre N\u00fctzlichkeit leider stark nach.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Intrigante Gl\u00fcckskarten<\/h2>\n<p>Viele Spieler meiden Gl\u00fcckskarten wie Kater das Wasser. Dies ist immer ein Fehler. Denn im Gl\u00fcck liegen Chancen, die nicht ungenutzt bleiben sollten. Daf\u00fcr gilt es nur den aktuellen Erwartungswert der Karten abzusch\u00e4tzen. Klar, mitunter bringen Gl\u00fcckskarten auch Pech, selbst ernannten Dauerpechv\u00f6geln sei aber eine Einf\u00fchrung in die Stochastik empfohlen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong><u>Wunschbrunnen<\/u><\/strong> sind eine genauere Betrachtung wert und werden wahrscheinlich untersch\u00e4tzt. Effektiv genutzt wirken sie wie <strong>Laboratorien<\/strong>, nur sind sie viel g\u00fcnstiger. Es gibt drei Arten sie zu nutzen: Man w\u00fcnscht irgendetwas N\u00fctzliches auf gut Gl\u00fcck. Trifft der Wunsch nicht auf die aufgedeckte Karte zu, so spielt man z.B. einen Verwalter hintendrein, um sie zu ziehen. Ist die Karte unn\u00fctz oder besser im n\u00e4chsten Zug zu gebrauchen, spielt man den <strong>Verwalter<\/strong> f\u00fcr zwei virtuelle Geld. Oder man sortiert sich erst z.B. mit einem <strong>Sp\u00e4her<\/strong> die Karten zurecht oder merkt sich welche Karten man in die Geheimkammer legt und w\u00fcnscht dann treffsicher. Die anspruchsvollste M\u00f6glichkeit setzt ein d\u00fcnnes Kartendeck mit vielen Dubletten und etwas Merkf\u00e4higkeit voraus: Man sch\u00e4tzt ab, welche gute oder gerade n\u00fctzliche Karte mit h\u00f6chster Wahrscheinlichkeit noch im Nachzugstapel liegt. Zur Not lohnt es sich sogar eine Punktekarte zu w\u00fcnschen, nur um sie im n\u00e4chsten Zug nicht ziehen zu m\u00fcssen. Ich selbst bin oft zu faul, um effektiv zu w\u00fcnschen, wenn dies aber gelingt, sind <strong>Wunschbrunnen<\/strong> durchaus m\u00e4chtig.<\/li>\n<li>Das <strong><u>Armenviertel<\/u><\/strong> \u00e4hnelt in einer Art dem <strong>Wunschbrunnen<\/strong>: Mit Gl\u00fcck und Geschick eingesetzt ist es wertvoller als ein Laboratorium. Mit etwas Pech ist es sinnloser als ein <strong>Dorf<\/strong>. Das Gl\u00fcck l\u00e4sst sich aber auch bei dieser Karte etwas manipulieren: M\u00e4chtig wird das <strong>Armenviertel<\/strong> zusammen mit vielen weiteren Extraaktionskarten, da sich diese gut vor dem <strong>Armenviertel<\/strong> spielen lassen. Umgekehrt hilft es nat\u00fcrlich auch, d\u00fcnne Sets mit wenigen Aktionskarten zu durchpfl\u00fcgen. Ich versuche mich gerne an dieser Sorte Karten. Zugegebenerma\u00dfen sind auf ihnen aufbauende Strategien sehr riskant: Wenn zwei oder dreimal das <strong>Armenviertel<\/strong> mit einer doofen Karte ohne Extraaktionen gezogen wird, verpufft seine Wirkung vollst\u00e4ndig, w\u00e4hrend Spieler mit einem <strong>Silber<\/strong> mehr w\u00e4hrenddessen einen uneinholbaren Vorsprung aufbauen.<\/li>\n<li>Ganz \u00e4hnlich ist der <strong><u>Verschw\u00f6rer<\/u><\/strong>. In vielen Decks ist er wegen der Funktion &#8222;+2 virtuelle Geld&#8220; maximal ein langweiliger Schutz gegen Diebe oder eine Austauschkarte beim <strong>Trickser<\/strong>. Aber schon mit einem <strong>Thronsaal<\/strong> kombiniert oder mit anderen +Aktionskarten z\u00e4hlt er quasi als Bonussilber. F\u00fcr meinen Geschmack ist er aber gemessen an seinem Preis etwas zu speziell und gl\u00fcckslastig.<\/li>\n<li>Der <strong><u>Tribut<\/u><\/strong> hingegen ist eine weitere Karte f\u00fcr aufmerksame Zeitgenossen. Wer zumindest grob aufpasst, was der linke Nachbar treibt, kann erahnen, was er einbringen wird. In etwa gilt: Wenn der linke Nachbar beginnt, munter <strong>Harems, Gro\u00dfe Hallen<\/strong> oder <strong>Adelige<\/strong> zu kaufen, sollte ein <strong>Tribut<\/strong> nicht verschm\u00e4ht werden.<\/li>\n<li>Der <strong><u>Sp\u00e4her<\/u><\/strong> reduziert das Gl\u00fcckselement von &#8222;+Karten&#8220;-Karten. Daf\u00fcr nimmt er einen Platz auf der Kartenhand ein. Damit er sich wirklich lohnt, sollten entweder zwei sehr gute Karten nach oben gemischt werden oder eine +3 Karte ihm folgen. Dass er nebenbei Punktekarten aussiebt, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Insgesamt ist er ein angenehmer Begleiter f\u00fcr viele Karten. Neben den andernorts erw\u00e4hnten und offensichtlichen Hilfestellungen hilft er z.B. auch <strong>Abenteurern, Bibliotheken, Kanzlern<\/strong> und <strong>Spionen<\/strong>.<\/li>\n<li>Der <u><strong>Burghof<\/strong><\/u> ist eine weitere Antigl\u00fcckskarte. Zumindest schafft man es mit ihm, die n\u00e4chste Kartenhand aufzuwerten. Geschickt genutzt kann er mehr als ein <strong>Schmied<\/strong> bringen. Besonders wirkungsvoll ist er bei einer gro\u00dfen Kartenhand, z.B. also als einzige Karte oder als Abschluss einer Laboratorienkette.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt &#8211; ganz grob kategorisiert &#8211; zwei Arten, wie eine Partie Dominion ablaufen kann: Langsamer Start &#8211; Schnelles Ende: W\u00e4hrend einer langsamen Startphase wird ein starkes Deck aufgebaut. In einem kurzen Schlussspurt werden dann alle Provinzen aufgekauft. Starker Start &#8211; Schwaches Ende: Von Beginn an werden Provinzen gekauft. 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