{"id":5502,"date":"2010-04-21T23:35:25","date_gmt":"2010-04-21T21:35:25","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=5502"},"modified":"2025-08-17T11:44:09","modified_gmt":"2025-08-17T09:44:09","slug":"wampum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/wampum\/","title":{"rendered":"Wampum"},"content":{"rendered":"<p>Spielen bildet. Und so erfahren die Spieler, dass <a title=\"Zum Wikipedia-Eintrag \u00fcber Wampum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wampum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wampum<\/a> nichts mit beleibten M\u00e4nnern nach \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Bierkonsum oder mit schrecklich falsch geschriebenen Blutsauger-<a title=\"Zur Wampe gibt es keinen Link, sehr wohl aber zum Vamp. Ziel ist nat\u00fcrlich die Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Femme_fatale\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Femme-Fatales<\/a> zu hat. Nein, Wampum sind Perlen aus Muscheln oder Schnecken, die den Indianern als Tauschmittel dienten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und auf diese Wampum sind wir Spieler als Trapper, Scouts oder sonstige Abenteurer per definitionem scharf. Als H\u00e4ndler statten wir den Indianerd\u00f6rfern Besuche ab und bieten ihnen eine Auswahl an G\u00fctern an. Tabak oder Mais, Felle, Feuerwaffen oder auch -wasser haben wir im Angebot. Mit einem kleinen Bietmechanismus einigen sich die Spieler, wer in welchem Indianerdorf tauschen darf. Neben jedem Dorf liegen die dort aktuell zur Verf\u00fcgung stehenden Waren. Reihum bieten die Spieler eine Anzahl verdeckter Karten. Wer einen Spieler \u00fcberbietet, zwingt diesen zum Ausweichen auf ein anderes Dorf. F\u00fcr jeden ist aber Platz da, so dass niemand leer ausgehen muss. Diesen Bietmechanismus kennen wir mit leichten Variationen aus Spielen wie Amun-Re, Evo, Vegas Showdown oder auch die goldene Stadt &#8211; mir gef\u00e4llt er immer wieder gut!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Wampum\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Wampum.jpg\" alt=\"Bild von Wampum\" \/><\/p>\n<p>Gar nicht so intuitiv zu verstehen sind die Tauschsitten der Indianer. Ist in meinem Angebot auch nur eine Karte mit einer bereits im Dorf vorhandenen Ware, so schmei\u00dfen mir die &#8222;native Americans&#8220; ihren ganzen Krempel vor die F\u00fc\u00dfe und nehmen mein Angebot daf\u00fcr. So erhalte ich neue Waren. Wenn ich es richtig eingeplant habe, kriege ich hoffentlich einige Karten mehr auf die Hand als vorher.<\/p>\n<p>Was kann schiefgehen? Das versteht man schnell, wenn man den anderen Fall betrachtet: Ich biete nur Dinge an, die im Dorf noch \u00fcberhaupt nicht vorhanden sind (oder nicht mehr &#8211; kann ja sein, dass die Indianer das Zeug fr\u00fcher schonmal wem anderes mitgegeben haben). In diesem Fall st\u00fcrzen sich die Dorfbewohner auf mein Angebot, \u00fcberf\u00fchren eine Karte jeder Sorte in ihr Sortiment und geben mir f\u00fcr jede weitere Karte eine Wampum-Kette. Die ist netterweise hinten auf der Karte abgebildet, so dass ich letztere nur umdrehen und unter meine Kistenkarte legen muss. Dieses Material ist au\u00dfergew\u00f6hnlich praktisch, denn dadurch komme ich kaum noch in Versuchung, meine eingetauschten Wampums doch noch wieder als Handkarten zu verwenden. Das w\u00e4re fatal, denn die Wampums stellen die Siegpunkte dar.<\/p>\n<p>Also alles klar? Mindestens eine Karte im Angebot und im Dorf gleich = Tausch. Alle Karten neu f\u00fcrs Dorf = Siegpunkte. Aber nur, wenn ich mindestens zwei Karten hergebe, denn eine wandert ja in den Gemischtwarenladen des Dorfes. Ganz klar: Je l\u00e4nger die Reihe gleichfarbiger Karten ist, desto besser ist die Siegpunktausbeute. Wer beispielsweise sechs Karten Mais in einem Dorf anbietet, in dem es bisher nur Felle und Tabak gab, kassiert gleich mal f\u00fcnf fette Punkte. Herauszufinden wie man per geschicktem Tausch an so lange Kartenreihen kommt, stellt einen Teil des Spielspa\u00dfes dar.<\/p>\n<p>Nun aber noch zum &#8222;Schiefgehen&#8220;. Wer im obigen Beispiel gemein vertrieben wird und nun mit einer gro\u00dfen Menge Mais nur noch in ein Dorf mit Mais im Angebot ausweichen kann, schaut dumm aus der W\u00e4sche. Kein Wampum, daf\u00fcr tauschen die Indianer: \u00c4rgerlich! Jetzt liegt der ganze Mais da herum, und alle Spieler werden sich in der n\u00e4chsten Runde die Beine ausrei\u00dfen, um ihrerseits hier zu tauschen.<\/p>\n<p>Womit wir auf die Spielreihenfolge zu sprechen kommen. Denn wer das h\u00f6chste Gebot abgibt, ist in der Folgerunde der Startspieler. Zwar hat dieser Spieler nun die freie Auswahl der D\u00f6rfer &#8211; aber den Mitspielern f\u00e4llt es freilich leichter, ihn zu \u00fcberbieten! Denn ein nachtr\u00e4gliches Aufstocken des Gebotes ist nicht erlaubt. Der frisch gebackene Startspieler legt au\u00dferdem mit seinem Gebot das aktuelle Handkartenlimit fest: Das h\u00f6chste Gebot plus drei Karte. Damit zu jonglieren und das Abwerfen von vielen Karten zu verhindern, kann den einen oder anderen Spieler in eine Zwickm\u00fchle bringen. Und wer fr\u00fch sein Gebot abgeben muss, sollte lieber selbst sicherstellen, dass das eigene Gebot bereits ein akzeptables Limit definieren wird. All diese Elemente sind sauber durchkonstruiert und sorgen f\u00fcr Spannungselemente &#8211; sie wirken im Gegenzug wegen des schwierig herzustellenden thematischen Bezugs aber auch ein wenig spr\u00f6de.<\/p>\n<p>Wer das erste Mal Wampum spielt, muss wom\u00f6glich ein wenig Lehrgeld zahlen. Die Tauschregeln wollen am eigenen Leibe erfahren werden. Schon mancher Neuling hat das Verst\u00e4ndnis mit einem missgl\u00fcckten Gebot erkauft und musste tauschen, obwohl doch eigentlich etwas F\u00fcllung f\u00fcr die eigene Kiste angepeilt war &#8211; oder umgekehrt. Das erfordert also entweder eine sorgf\u00e4ltige Lekt\u00fcre der pr\u00e4zise formulierten Spielregel oder einen guten Spielerekl\u00e4rer, der die Tauschregeln plastisch schildert. Doch wirklich beirren lie\u00df sich hiervon in meinen Runden niemand.<\/p>\n<p>Wer schon alter Hase im Tauschhandel ist, hantiert gezielter mit den Karten. Wer etwa unbedingt tauschen m\u00f6chte, da die eigene Kartenhand arg ausged\u00fcnnt<br \/>\n<span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 Muschelketten\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3Muschelketten.jpg\" alt=\"Bild von 1 von 3 Muschelketten\" \/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>\n1 von 3 Muschelketten<\/em><\/span><br \/>\nist, sollte das Angebot der Indianer gut studieren. Wer mehr als eine Farbe zum Tauschen anbietet, sichert sich gegen das Vertreiben ab und kann sich in einem anderen Dorf immer noch \u00fcber den Tausch zweiter Wahl freuen. Schade nur, wenn mit optimierter Spielweise die Anzahl der \u00dcberraschungen durchs \u00dcberbieten abnimmt. Doch bis es soweit ist, hat man bereits etliche unterhaltsame Partien hinter sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielen bildet. 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