{"id":5920,"date":"2010-06-28T11:46:43","date_gmt":"2010-06-28T09:46:43","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=5920"},"modified":"2025-08-16T13:42:55","modified_gmt":"2025-08-16T11:42:55","slug":"der-mann-der-juorin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/der-mann-der-juorin\/","title":{"rendered":"Der Mann der Jurorin"},"content":{"rendered":"<p>Zur Bekanntgabe des Spiel des Jahres l\u00e4sst sich wenig berichten: Die Rezensionen sind schon l\u00e4ngst ver\u00f6ffentlicht, und die Klasse der Wahl kann ich schlecht kommentieren, ohne eventuell den Hausfrieden zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hrlicher scheint es mir, meine Sicht der Dinge \u00fcber den Ablauf eines Spielejahres unter spezieller Ber\u00fccksichtigung der Verwandtschaft mit einem Jurymitglied darzulegen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Dixit\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Sdj2010_dixit.jpg\" alt=\"Bild von Dixit\" \/><\/p>\n<p>Vor knapp zwei Jahren entschlossen wir einen eigenen Blog zu er\u00f6ffnen. Er sollte nicht die 753. Rezensionsseite sein, sondern mehr auf Qualit\u00e4t und Andersheit setzen. So wollten wir unregelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Spiele schreiben, die uns schon l\u00e4nger begeistern, Querschnitte zu anderen Hobbies erl\u00e4utern und Themen im Spieleumfeld aufgreifen, die sonst kaum Erw\u00e4hnung finden.<\/p>\n<p>Damals waren wir gerade umgezogen und hatten uns au\u00dferdem entschlossen, unsere Spielesammlung in einer gerade noch \u00fcberschaubaren Gr\u00f6\u00dfe zu halten. Einige hundert Spiele waren schon verkauft, und das Regal bot sogar noch ein wenig Platz f\u00fcr Neuzug\u00e4nge. Kurzum &#8211; die Welt war perfekt.<\/p>\n<p>So ziemlich gleichzeitig mit der Er\u00f6ffnung unsere Seite ereilte Kathrin aber auch der Ruf der Jury. Dies \u00e4nderte so ziemlich alles. Fortan trudelten mehrmals w\u00f6chentlich Spielepakete bei uns ein, die wir kaum bew\u00e4ltigen konnten. Die Art, wie wir spielten, \u00e4nderte sich damit auch schleichend: Gute, l\u00e4ngere Spiele k\u00f6nnen wir kaum noch intensiv erleben, zuviel Durchschnitt wartet darauf getestet zu werden. Mittlerweile \u00fcberzeugte Kathrin die meisten Verlage, dass es nicht notwendig ist, uns auch noch jedes &#8222;Taschengeldkindermitbringspiel&#8220; zuzuschicken. Doch immer noch galt es mehr zu sichten, als durch eine gem\u00e4\u00dfigte Berichterstattung zu leisten w\u00e4re. So warfen wir das Blogkonzept \u00fcber den Haufen und konzentrierten uns auf die regelm\u00e4\u00dfige Ver\u00f6ffentlichung von Rezensionen.<\/p>\n<p>Um ehrlich zu sein: Rezensionen zu schreiben lohnt sich nicht sonderlich. Der Arbeitsaufwand (ganz zu schweigen vom Spielaufwand) pro Kritik bleibt auch noch nach Jahren hoch, und die Anzahl Leser durchschnittlicher Artikel ist \u00fcberschaubar.<\/p>\n<p>F\u00fcr Neugierige ein paar Zahlen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div>Bisher besuchten uns etwa 200.000 Leser.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Besonders erfolgreich sind alle Dominionartikel, die ca. 55.000 mal gelesen wurden. An den Clickzahlen der Strategieartikel \u00fcber Weihnachten liess sich ablesen, dass Dominion in der breiten Masse gut ankam.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Ahnlich viele Besucher hatte auch unsere Einstiegsseite<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Mit mehr als 10.000 Clicks sind auch die Berichte \u00fcber Essen und N\u00fcrnberg sehr beliebt.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Der Rest ist Rauschen. Unter den weiteren Artikeln ist:<\/div>\n<ul>\n<li>\n<div>Im Jahr des Drachen mit 2.000 Aufrufen die erfolgreichste Kritik. (Suchen Sie mal Bilder(!) bei Google zum Thema: &#8222;Bilder mit Spr\u00fcchen&#8220; um zu erfahren weshalb.)<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Filly Princess ist mit 1.300 Lesern das meistgelesene Kinderunspiel.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Die Masse der Rezensionen bleibt unter 1.000 Lesern.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Ungew\u00f6hnlich erfolglos ist \u00fcbrigens Trivial Pursuit Team Deutschland &#8211; keine hundert Spieler wollten dar\u00fcber etwas lesen.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht alle Verlage sind \u00fcbrigens jederzeit vollst\u00e4ndig mit unseren &#8211; speziell meinen &#8211; Ver\u00f6ffentlichungen zufrieden. Zur\u00fcckblickend aufs Ursprungskonzept von &#8222;Das-SpielEn.de&#8220; kann mir dies eigentlich ziemlich egal sein, da der Name meines Hobbies nicht: &#8222;Anh\u00e4ufen von Rezensionsmustern&#8220; lautet.<\/p>\n<p>Nun hat das &#8222;Spiel des Jahres&#8220; aber auch eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung. Als Spieler oder unbezahlter Rezensent sollte zwar der Spa\u00df im Vordergrund stehen. Verlage m\u00fcssen, sollen, wollen aber vor allem Gewinne erwirtschaften &#8211; schon wegen des Finanzamtes. Um keinen unn\u00f6tigen Unmut zu erzeugen, wird deshalb so manches Spiel von uns nun h\u00f6flich ignoriert.<\/p>\n<p>Um es aber einmal klarzustellen: Aus den von mir ver\u00f6ffentlichten Meinungen kann nicht auf Kathrins Stimmverhalten beim &#8222;Spiel des Jahres&#8220; geschlossen werden. Die Grundlage hierf\u00fcr wird vielmehr auf regelm\u00e4\u00dfigen \u00f6ffentlichen Spieletreffen gelegt. Dort wird so ziemlich alles, was Karten und W\u00fcrfel hat, auf Massentauglichkeit getestet. Wir diskutieren nat\u00fcrlich im Nachfeld unsere Spielerfahrungen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Monate bekam ich den Eindruck, dass es eigentlich nur zwei Qualit\u00e4tskriterien gibt, an denen sich massentaugliche Spiele messen lassen m\u00fcssen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div>Einstiegsh\u00fcrde und<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Wiederspielreiz.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Darin finden sich neben der Spielmechanik eine ganze Reihe von Einzelkomponenten, wie Thema, Spielregel und Optik wieder. Es gibt nur einen Weg, Spiele auf Basis dieser beiden Kriterien zu testen: Wiederholtes Spielen mit Spielern der Zielgruppe des Spiel des Jahres!<\/p>\n<p>Alle anderen Vermutungen in Rezensionen (&#8222;Das Spiel ist \u00f6de f\u00fcr Vielspieler, k\u00f6nnte deshalb aber f\u00fcr Gelegenheitsspieler tauglich sein&#8230;&#8220; &#8211; s. auch [cref rezi-deutsch]; nur 150 Clicks) oder Foren sind die Bits nicht wert, auf denen sie gedruckt sind. Damit ein Spiel im Familienkreis wirklich erfolgreich sein kann, muss es insbesondere ein \u00fcberdurchschnittliches Spiel sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Tests wurde mir sogar skeptisches Stirnrunzeln verboten, wenn ein schon erlittenes, langes, schwaches Spiel doch noch ein weiteres Mal gepr\u00fcft werden soll, ob es nicht vielleicht doch ganz nett sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zu Weihnachten muss Kathrin erstmals ein informelles Stimmungsbild des Jahrgangs einreichen. Verbindlich wird es aber erst kurz vor der Klausurtagung zur Nominierungsliste.<\/p>\n<p>In diesem Jahr war leicht vorhersehbar, dass &#8211; egal welche Spiele einen Listenplatz erringen w\u00fcrden und auch unabh\u00e4ngig vom sp\u00e4teren Preistr\u00e4ger &#8211; die Wahl der Jury nur verhalten aufgenommen werden kann. Weshalb? &#8211; Nun, spielen Sie selbst.<\/p>\n<p>Nach Ende des Jahrgangs sitzen wir auf einem Haufen Spiele, die nicht in unsere st\u00e4ndige Sammlung einziehen d\u00fcrfen. Da kein Kapital aus der Juryt\u00e4tigkeit geschlagen werden darf, verschenken und spenden wir sie an umliegende Spieliotheken, Schulen und Kinderg\u00e4rten. Dann gibt es wieder Platz, und die n\u00e4chsten Spieletage k\u00f6nnen kommen.<\/p>\n<p>P.S.: Nach der Preisvergabe hat jetzt Dixit den Spitzenplatz der meistgelesenen Rezensionen \u00fcbernommen. Da wir unter den ersten waren, die \u00fcber Dixit schrieben, stehen wir bei Google weit vorne. Stand 28.6.10, 18:45: knapp 3000 Aufrufe f\u00fcr Dixit &#8211; zurecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Bekanntgabe des Spiel des Jahres l\u00e4sst sich wenig berichten: Die Rezensionen sind schon l\u00e4ngst ver\u00f6ffentlicht, und die Klasse der Wahl kann ich schlecht kommentieren, ohne eventuell den Hausfrieden zu gef\u00e4hrden. 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