{"id":5963,"date":"2010-07-25T12:23:13","date_gmt":"2010-07-25T10:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=5963"},"modified":"2025-08-16T13:36:53","modified_gmt":"2025-08-16T11:36:53","slug":"glen-more","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/glen-more\/","title":{"rendered":"Glen More"},"content":{"rendered":"<p>Rohstoffe, Geb\u00e4ude, Stra\u00dfen, Sonderkarten, das klingt doch wie &#8230; Siedler? Weit gefehlt. Denn zwar sind diese beliebten Zutaten f\u00fcr ein Spiel auch bei Glen More zum Einsatz gekommen. Doch dabei ist ein vollkommen unabh\u00e4ngiges Spiel entstanden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Glen More f\u00fchrt uns nach Schottland. Und zu diesem Ziel geh\u00f6ren Schafe, Lochs, Highland Cattles, Schl\u00f6sser &#8211; und Whisky. All diese Komponenten sind brav auch im Spiel eingef\u00fcgt. Jeder Spieler baut seine eigenen L\u00e4ndereien aus und nennt zu Beginn lediglich ein Dorf sein eigen. Neue Landschaftspl\u00e4ttchen werden angrenzend an die bestehende Auslage eingef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Zwei Spielelemente bilden das R\u00fcckgrat bei der Entwicklung der schottischen Gro\u00dfgrundbesitzer. Der Erwerb der Landschaften ist zuerst zu nennen. In einem Rundkurs liegt auf den meisten Feldern ein Angebot an Pl\u00e4ttchen aus. Auf den verbleibenden Feldern stehen die Figuren der Spieler, ein Feld bleibt leer und markiert somit Anfang und Ende. An der Reihe ist der Spieler, dessen Figur am weitesten hinten steht. Unter allen jetzt aufgedeckten Pl\u00e4ttchen w\u00e4hlt er seine n\u00e4chste Landerweiterung aus und zieht bis auf dieses Feld vor. Da er erst wieder an die Reihe kommt, sobald seine Figur von allen anderen \u00fcberholt wurde, kann er sich ausrechnen, ob seine nun folgende Wartezeit l\u00e4nger oder k\u00fcrzer sein wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"left\" title=\"Glen More\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/GlenMore.jpg\" alt=\"Bild von Glen More\" \/>Der zweite zentrale Mechanismus besteht in der Aktivierung der Landschaftspl\u00e4ttchen. Denn praktisch jede Landschaft erlaubt eine bestimmte Aktion, sei es etwa die Produktion von Rohstoffen, die Umwandlung derselben in Siegpunkte oder die Bewegung von Clanmitgliedern. Letztere werden ben\u00f6tigt, um den Ausbau der Landschaft zu kontrollieren. Bauregel Nummer 1: Steht kein eigener Mann zur \u00dcberwachung parat, kann an dieser Stelle nicht ausgebaut werden. Die in einem Zug aktivierten Pl\u00e4ttchen bestimmen sich durch den Anlegeort. Ein neu eingef\u00fcgtes Pl\u00e4ttchen aktiviert nicht nur sich selbst, sondern auch alle \u00fcber Kante oder Ecke angrenzenden Nachbarn. Ideal w\u00e4re also eine kompakte Bauweise, um jedes Mal so viele Pl\u00e4ttchen wie nur m\u00f6glich zu aktivieren. Bl\u00f6derweise haben sich die Highl\u00e4nder noch Bauregel Nummer 2 ausgedacht: Pl\u00e4ttchen mit Stra\u00dfe m\u00fcssen an die Stra\u00dfe angebaut werden, und auch der Fluss muss fein s\u00e4uberlich von Nord nach S\u00fcd durch die Landschaft flie\u00dfen. Das kann die Sache stark entzerren, was die Aktivierungsm\u00f6glichkeiten schonmal unangenehm einschr\u00e4nken kann.<\/p>\n<p>Sowohl die Idee mit der durch den Rundkurs vorgegebenen Spielreihenfolge als auch die Aktivierungen lassen viel Raum f\u00fcr \u00dcberlegungen. Was passt gut in die Landschaft und wie optimiere ich die Ertr\u00e4ge? Wann lohnt es sich, auch mal ein weiter entferntes Pl\u00e4ttchen zu w\u00e4hlen, obwohl ich dann mehrere Z\u00fcge der Mitspieler abwarten muss? Ein Kniff sorgt daf\u00fcr, dass sich gr\u00f6\u00dfere Schritte durchaus lohnen k\u00f6nnen und eine schiere Massenausweitung wohl\u00fcberlegt sein m\u00f6chte: Denn am Ende des Spiels bestimmen alle Spieler die Gr\u00f6\u00dfe ihrer Landschaft, indem sie die Pl\u00e4ttchen z\u00e4hlen. Wer mehr Pl\u00e4ttchen hat als der gen\u00fcgsamste Spieler, muss jedes \u00fcberz\u00e4hlige Pl\u00e4ttchen mit drei Siegpunkten bezahlen. Es lohnt sich definitiv nicht, eine vermeintlich destruktive Spielweise zu w\u00e4hlen, indem man nur minimal viele Pl\u00e4ttchen einbaut. Der Punktabzug ist aber ein ausgewogener Ausgleich f\u00fcr unterschiedlich gro\u00dfe Landschaften.<\/p>\n<p>Um die drei Wertungen des Spiels zu verstehen, m\u00fcssen einige weitere Elemente erstmal erkl\u00e4rt werden. Alle zu wertenden &#8222;G\u00fcter&#8220; haben jedoch eines gemeinsam: Bei jedem wird geschaut, wer die wenigsten davon besitzt. Alle anderen z\u00e4hlen, wie viele G\u00fcter mehr sie besitzen. Zwischen einem Siegpunkt f\u00fcr ein Gut mehr und acht Siegpunkten f\u00fcr f\u00fcnf G\u00fcter mehr bewegt sich die Ausbeute. Und die G\u00fcter selbst? Whiskyf\u00e4sser entstammen Destillerien, die wiederum die Ressource Getreide in Hochprozentiges brennen. &#8222;Chieftains&#8220; sind Figuren, die von ihrem Dienst in der Landschaft abberufen wurden, verst\u00e4rkt werden sie durch &#8222;Bonnets&#8220;, die auf den Karten der so genannten &#8222;besonderen Orte&#8220; abgebildet sein k\u00f6nnen. Eine Menge Vokabular! Und schlie\u00dflich gibt es als die soeben genannten &#8222;besonderen Orte&#8220; etwa Lochs oder Schl\u00f6sser, deren Funktion auf einer extra Karte beschrieben sind. Zu Beginn des Spiels kann dies ein geschenktes Whiskyfass &#8211; ganz ohne Getreidefeld oder Destillerie &#8211; sein, sp\u00e4ter im Spiel kommen so m\u00e4chtige Funktionen ins Angebot, die zum Beispiel das einmalige Durchaktivieren aller Landschaften der eigenen Auslage erlauben. F\u00fcr solche Leckerbissen kann sich schonmal ein weiterer Sprung lohnen!<\/p>\n<p>Auch wenn die Erkl\u00e4rung der Spielelemente damit schon reichlich viel Platz in Anspruch nimmt &#8211; und somit einer meiner Kritikpunkte am Spiel ist -, m\u00f6chte ich dennoch den Rohstoffmarkt erw\u00e4hnen. Denn wer akut einen Rohstoff ben\u00f6tigt &#8211; und ihn direkt f\u00fcr eine Aktion wie Kosten f\u00fcr ein Landschaftspl\u00e4ttchen oder Umwandlung in Whisky oder Siegpunkte verwendet -, darf diesen auf dem Markt einkaufen. Das Geld wird direkt auf dem Markt platziert. Wer sp\u00e4ter just diese Sorte \u00fcbrig hat, darf f\u00fcr den aktuell besten Preis wieder verkaufen. Angebot und Nachfrage regulieren sich damit wie von selbst. Dass jedes Geldst\u00fcck zum Schluss einen Siegpunkt wert ist, erh\u00f6ht die Attraktivit\u00e4t des Verkaufs.<\/p>\n<p>Der Ausbau der eigenen Landschaft gestaltet sich reizvoll. Die Bauregeln erlegen den Spielern Zw\u00e4nge auf, die es zu beachten und geschickt auszunutzen gilt. Allerdings sollte man auch ein wenig auf das Treiben der Mitspieler achten. So manche Regel ist nicht intuitiv zu verinnerlichen, und ohne b\u00f6se Absicht schleichen sich schnell Spielfehler ein. Besonders gern wird \u00fcbersehen, dass man nur einen Fluss &#8211; nicht aber parallele Gew\u00e4sser &#8211; und nur eine Stra\u00dfe bauen darf. Die zugeh\u00f6rige Spielregel ist auch einigerma\u00dfen gut im Regelwerk versteckt, das bis auf eine etwas schwierig zu interpretierende Formulierung zum Einkauf am Markt vollst\u00e4ndig und pr\u00e4zise ist. Wird ein Fehler in der Landschaft zu sp\u00e4t bemerkt, f\u00e4llt die Aufl\u00f6sung einer falschen Auslage schwer.<\/p>\n<p>Siegpunkte k\u00f6nnen auf mehrere Arten erworben werden. Zun\u00e4chst die bereits beschriebenen drei Wertungen. Eine Spezialisierung ist lukrativer als ein Mitmischen in allen drei Sparten. Weitere Punkte k\u00f6nnen mit Fleischereien durch die Schlachtung von zuvor gez\u00fcchteten Schafen oder Rindern erzielt werden, oder durch Tausch auf dem Jahrmarkt oder Vermarktung im Kr\u00e4merladen. Und schlie\u00dflich sind unter den &#8222;besonderen Orten&#8220; solche, die f\u00fcr bestimmte Landschaftsarten in der Endwertung noch Punkte bringen. Die Sammlung von Siegpunkten sollte nicht zu sp\u00e4t begonnen werden. Stets sollten Quellen f\u00fcr die Umwandlung ins Auge gefasst und genutzt werden.<\/p>\n<p>Nicht jedem Spieler gelingt es, seine eigene Landschaft effektiv aufzubauen. Wer etwa wenige Clanmitglieder besitzt, hat weniger Auswahl, wo er Landschaftspl\u00e4ttchen anlegen kann. In derselben Zeit k\u00f6nnen sich Spieler mit einer g\u00fcnstigeren Konstellation einen schwer einholbaren Vorsprung verschaffen. <span id=\"wertung\"><\/span><\/p>\n<p><span id=\"wertung\"><a title=\"1 von 3 Destillerien\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3DestillerienBig.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 Destillerien- hier clicken f\u00fcr mehr\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3Destillerien.jpg\" alt=\"Bild von 1 von 3 Destillerien\" \/><\/a><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>\n1 von 3 Destillerien<\/em><\/span><\/p>\n<p>Daher bleibt es nicht immer bis zum Schluss spannend. Mancher Sieg wird unter nur wenigen der Spieler ausgemacht. Insgesamt schwimmt im Whisky aus Glen More damit der eine oder andere Wermutstropfen. Ungenie\u00dfbar wird er dadurch beileibe nicht. Dem Kenner bieten sich ein paar ungeahnte neue Geschmacksnuancen, die ihn zu einigen Partien fesseln werden. Sonderschichten in den Whiskey-Brennereien von Glen More m\u00fcssen aber nicht eingelegt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rohstoffe, Geb\u00e4ude, Stra\u00dfen, Sonderkarten, das klingt doch wie &#8230; Siedler? Weit gefehlt. Denn zwar sind diese beliebten Zutaten f\u00fcr ein Spiel auch bei Glen More zum Einsatz gekommen. 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