{"id":6025,"date":"2010-08-05T20:48:30","date_gmt":"2010-08-05T18:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=6025"},"modified":"2010-08-05T20:48:30","modified_gmt":"2010-08-05T18:48:30","slug":"die-speicherstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/die-speicherstadt\/","title":{"rendered":"Die Speicherstadt"},"content":{"rendered":"<p>Feurio! Mit sozialen Brennpunkten hat dies nichts zu tun. &#8222;Die Speicherstadt&#8220; f\u00fchrt ins Hamburg des &#8211; ja wievielten eigentlich? &#8211; Jahrhunderts. Erst der Blick auf die Spieleschachtel kl\u00e4rt auf: Wir werden in die Zeit um 1900 versetzt. Ein ganzes Jahr lang betreibt jeder Spieler ein Handelshaus, und am Ende des Herbstes wird verglichen: Wer hat die meisten &#8211; Reicht\u00fcmer? Waren? Familienmitglieder? Nein: Punkte. Schlicht und einfach.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Ausbau des eigenen Handelshaus erfolgt mittels der Ersteigerung von Karten f\u00fcr Auftr\u00e4ge und die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Waren, f\u00fcr n\u00fctzliche Geb\u00e4ude und hilfreiche Personen. Das Angebot enth\u00e4lt eine Karte mehr als die Spielerzahl. Pfiffig ist der Versteigerungsmechanismus: Drei Figuren kann jeder Spieler reihum einsetzen. Die Anzahl der Figuren an einer Karte bestimmt den Preis. Je gr\u00f6\u00dfer das Interesse an einer Karte also ist, desto h\u00f6her steigt der Preis. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst und darf kaufen. Ist der Preis zu hoch? Weg mit der eigenen Figur. Jetzt wird der n\u00e4chste in der Reihe zum g\u00fcnstiger gewordenen Preis gefragt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Die Speicherstadt\" alt=\"Bild von Die Speicherstadt\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/speicherstadt.jpg\" \/><\/p>\n<p>Freilich spielt die Sitzreihenfolge eine Rolle. Der Startspieler kann sich das Vorkaufsrecht auf seine Lieblingskarte dieser Runde sichern. Doch das kann richtig teuer werden. Wer hinten sitzt, hat viele Entscheidungsm\u00f6glichkeiten. Da das Geld offen liegt, kann er sich genau ausrechnen, welche Karten er durch seinen Einsatz wom\u00f6glich noch erreichen kann, und ob die anderen Spieler sie sich noch leisten k\u00f6nnen. Oder blieb gar ein Schn\u00e4ppchen f\u00fcr einen g\u00fcnstigen Preis \u00fcbrig? Geld ist extrem knapp. In jeder Runde gibt es nur eine Geldeinheit als Nachschub. Nur wer ganz leer ausging und alle drei Figuren unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken musste, erh\u00e4lt zwei M\u00fcnzen. Mit einem solch d\u00fcnnen Portemonnaie hei\u00dft es, gezielt einzukaufen. Zu zweit kann sich leider ein merkw\u00fcrdiges Ph\u00e4nomen ergeben: Ist der Startspieler knapp bei Kasse, so kann der Kontrahent einfach immer nachsetzen &#8211; und so den Preis f\u00fcr den anderen Spieler auf mindestens zwei M\u00fcnzen f\u00fcr jede Karte dr\u00fccken &#8211; oder auf diese Weise auf billige Eink\u00e4ufe hoffen. Je nach Auslage k\u00f6nnen sich damit Runden ergeben, in denen die Einsetzphase regelrecht frustrierend f\u00fcr den Startspieler werden kann. Pech, wenn die interessantesten Karten just in der Runde mit niedrigem Budget gezogen werden!<\/p>\n<p>In vier den Jahreszeiten zugeordneten Stapeln f\u00fchrt die Partie durchs Spiel. Thematisch passend: In der ersten Jahreszeit, dem Winter, kommen noch keine Schiffe ins Spiel. Einige Auftr\u00e4ge werden jedoch bereits vergeben. Erst beginnend mit dem Fr\u00fchling treffen die ersten Schiffe und mit ihnen Waren ein. In der letzten Jahreszeit &#8211; dem Herbst &#8211; sind keine Auftr\u00e4ge mehr zu vergeben. Das ist durchaus hilfreich zu wissen, denn diese stellen besonders lukrative Siegpunkteinnahmen dar. Wer zu lange wartet und viele Auftr\u00e4ge an sich vor\u00fcberziehen l\u00e4sst, kann in die R\u00f6hre schauen.<\/p>\n<p>Noch nicht die Rede war vom Brennen. Insgesamt vier Br\u00e4nde brechen \u00fcber die Stadt herein. Sch\u00fctzen k\u00f6nnen sich die Spieler durch Anheuern von Feuerwehrm\u00e4nnern. Wer die meisten befehligt, erh\u00e4lt Plus-, wer die wenigsten gewinnen konnte, entsprechende Minuspunkte. Nachdem der letzte Brand gel\u00f6scht wurde, sind zehn Punkte auf jeder Seite verteilt worden. Das Punktekonto der Spieler kann sich auf diese Weise allein durch die Br\u00e4nde um 20 Punkte unterscheiden &#8211; wenn immer dieselben Spieler die Punkte desselben Vorzeichens eingesammelt hat. Um diesen R\u00fcckstand aufzuholen, m\u00fcssen z.B. zwei starke Auftr\u00e4ge erledigt werden. Ganz bl\u00f6d l\u00e4uft es \u00fcbrigens, wenn sowohl der vorletzte als auch der letzte Brand direkt nacheinander abgewickelt werden. Dann werden direkt sieben Punkte vergeben, ohne dass zwischendurch Feuerwehrm\u00e4nner ins Angebot kommen k\u00f6nnen. Unwahrscheinlich, da der dritte Brand genau die unterste Karte des letzten Stapels werden muss? Mag sein &#8211; aber in unseren Runden schon zwei Mal passiert!<\/p>\n<p>Geld ist knapp in der Speicherstadt. Vornehme Zur\u00fcckhaltung ist angesagt. Um einigerma\u00dfen liquide zu sein, hilft es, ab und an auf Karten ganz zu verzichten, um die eigenen Barbest\u00e4nde aufzustocken. Jede eingekaufte Karte will wohl\u00fcberlegt sein. Doch die Randbedingungen kann sich niemand aussuchen. An welcher Position sitze ich gerade, wenn meine Wunschkarte kommt? Hilfreich ist es nat\u00fcrlich, die Karten der unterschiedlichen Jahrenzeiten einigerma\u00dfen zu kennen, und so den Rhythmus einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Wie sehr habe ich mich in der just zuvor gespielten Runde verausgabt? Wenn ich Pech habe, kommen gleich zwei Wunschkarten in kurzer Abfolge. Zusammen mit diesen beiden Aspekten hat f\u00fcr meinen Geschmack das Spiel zu viele Randbedingungen. Planung wird<br \/>\n<span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 Muenzen\" alt=\"Bild von 1 von 3 Muenzen\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3muenzen.jpg\" \/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>Pr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>1 von 3 Muenzen<\/em><\/span><br \/>\ndamit schwieriger. Das Aufbaugef\u00fchl wird zu stark beeinflusst. Zu zweit erh\u00e4lt jeder im Mittel die meisten Karten, doch in dieser Besetzung krankte in unseren Runden der Versteigerungsmechanismus.<\/p>\n<p>\u00dcber einige Partien tragen Thema und Aufbau den Spielreiz angenehm auf den Spieletisch. Der Versteigerungsmechanismus ist neu, ist innovativ, erzeugt ein Kribbeln. Doch um langfristig zu begeistern, reicht es dann doch trotz vorbildlicher Ausstattung und Spielregel leider nicht aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feurio! Mit sozialen Brennpunkten hat dies nichts zu tun. &#8222;Die Speicherstadt&#8220; f\u00fchrt ins Hamburg des &#8211; ja wievielten eigentlich? &#8211; Jahrhunderts. Erst der Blick auf die Spieleschachtel kl\u00e4rt auf: Wir werden in die Zeit um 1900 versetzt. 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