{"id":7065,"date":"2011-02-13T10:27:58","date_gmt":"2011-02-13T09:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=7065"},"modified":"2023-03-04T17:18:33","modified_gmt":"2023-03-04T16:18:33","slug":"london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/london\/","title":{"rendered":"London"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt solche und solche Spiele. Solche sind kurz und knackig spielbar. Sie bieten ein schnelles Spielvergn\u00fcgen, s\u00e4ttigen aber kaum gr\u00f6\u00dferen Spielehunger. Daf\u00fcr machen sie Lust auf mehr, sind also quasi die Kartoffelchips unter den Spielen. Einmal losgeknabbert f\u00fchrt an ihnen kein Weg mehr vorbei.\u00a0<a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/7-wonders\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">7 Wonders<\/a> oder\u00a0<a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/dominion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dominion<\/a> sind prominente Beispiele f\u00fcr solche Spiele.<\/p>\n<p>Dann gibt es aber auf der anderen Seite auch solche Spiele, die mehr Arbeit als Spa\u00df bereiten. Kugelrund und pappsatt macht schon eine Partie &#8211; egal ob lang oder kurz. H\u00f6chstens ein wenig r\u00fclpsen, ein Pfefferminzpl\u00e4ttchen lutschen oder ein Paar Kartoffelchips knabbern ist dann noch m\u00f6glich. Wohl wird sich ihrer gern erinnert, sie werden hoch gelobt und viel gepriesen &#8211; aber kaum so bald wieder gespielt. Solche Spiele sind etwas f\u00fcr besondere Gelegenheiten, wenn der Geist nach Anspruch ruft.\u00a0<a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/antiquity\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antiquity<\/a> ist ein typischer Vertreter eines solchen Spieles.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a title=\"London\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/LondonFireBig.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" title=\"London- hier clicken f\u00fcr mehr\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/LondonBreit.jpg\" alt=\"Bild von London\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck erscheinen nur ganz selten die wahren spielerischen Kalorienbomben. Diese Pralinen unter den Spielen sind hochgef\u00e4hrlich, halten sie doch davon ab, nach einer fl\u00fcchtigen Besch\u00e4ftigung gleich zum n\u00e4chsten Spiel zu wechseln. Die Konsequenzen sind wohlbekannt, wenn alle Welt stundenlang immer nur ein Spiel spielen will: Hungernde Spieleh\u00e4ndler.<\/p>\n<p>Aus Solidarit\u00e4t muss ich deshalb hier und heute eine deutliche Warnung anbringen: &#8222;Spielt kein London &#8211; w\u00fcrdigt es nicht einmal eines m\u00fcden Blickes!&#8220; &#8211; Denkt lieber an die Spielewirtschaft und kauft zehn andere Spiele der Kategorie &#8222;Ein gelungenes Familienspiel.&#8220; (s. auch <a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/rezi-deutsch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rezi &#8211; Deutsch<\/a>)!<\/p>\n<p>Vordergr\u00fcndig sieht London wie ein typisches Martin Wallace Spiel aus: Je nach Gr\u00fcbelneigung dauert es mittellang bis ewig, hat eine ganze Reihe Regeldetails, die nicht wirklich notwendig w\u00e4ren und geh\u00f6rt damit zu solchen Spielen, die sehr lecker sind, aber auch sehr s\u00e4ttigen. Gemeinerweise entdeckte Martin Wallace jetzt das Natriumglutamat, und damit macht jede Runde London nur Lust auf mehr. Einmal in \u00dcbung l\u00e4sst sich London auch leicht und eing\u00e4nglich erkl\u00e4ren. Es geht darum mit Spielkarten London aufzubauen und zu regieren. Es gibt immer nur eine Aktion zu w\u00e4hlen: Einen Stadtteil errichten &#8211; das kostet Geld, bringt aber Karten und Siegpunkte; Karten ausspielen &#8211; das kostet Geld und weitere Karten; oder ausliegende Karten aktivieren.<\/p>\n<p>Dieses Regieren bringt alles m\u00f6gliche &#8211; aber vor allem immer Armut in Form kleiner schwarzer W\u00fcrfelchen. Armut ist erstmal nicht schlimm. Nur am Spielende sollten die Mitspieler nicht wesentlich weniger von ihr haben, sonst bringt sie schmerzhaft viele Minuspunkte. Jeder kann sich entscheiden mehr oder weniger intensiv zu regieren. Mehr regieren bedeutet mehr Geld, mehr Siegpunkte, mehr Schulden &#8211; aber auch erstmal viel mehr Armut. Zum Regieren werden n\u00e4mlich Kartenstapel gebildet. Die oberste Karten aller Stapels darf dann aktiviert werden. Dann wird sie meist umgedreht und ist f\u00fcr das restliche Spiel nicht mehr zu gebrauchen. Jetzt werden die Stapel des regierenden Spielers gez\u00e4hlt und dazu seine Handkarten addiert und seine Stadtviertel abgezogen. Diese Summe bekommt er als Armut ausbezahlt. Da es keine M\u00f6glichkeit gibt Kartenstapel wieder loszuwerden, m\u00fcssen nach erfolgter Regiererei erstmal wieder Karten eingesammelt und dann wieder ausgespielt werden.<\/p>\n<p>Im ersten Spiel besch\u00e4ftigen sich die Spieler erstmal mit sich selbst, den verwirrenden Kartentexten und den zun\u00e4chst etwas hakeligen Spieldetails. Ein paar<br \/>\nStunden und Partien sp\u00e4ter merken sie dann, dass es auch Mitstreiter und sogar auch Interaktionsm\u00f6glichkeiten gibt. Auch die strategischen Optionen sind nicht offensichtlich, viele er\u00f6ffnen sich erst bei der Diskussion nach Spielende. Dies ist dann der Moment von Gedanken der Art: &#8222;Wenn ich morgen noch mal London spielen k\u00f6nnte, dann k\u00f6nnte ich ja mal ausprobieren viele Wohnh\u00e4user zu bauen.&#8220; Ich k\u00f6nnte jetzt noch weiterschw\u00e4rmen und mein Lob konkretisieren. In Anbetracht des Suchtpotenzials von London w\u00e4re dies aber fahrl\u00e4ssig.<\/p>\n<p><span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"2 von 3 F\u00fc\u00dfen\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2v3Fuesse.jpg\" alt=\"Bild von 2 von 3 F\u00fc\u00dfen\" \/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>: 2 von 3 F\u00fc\u00dfen<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt solche und solche Spiele. Solche sind kurz und knackig spielbar. Sie bieten ein schnelles Spielvergn\u00fcgen, s\u00e4ttigen aber kaum gr\u00f6\u00dferen Spielehunger. 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