{"id":7502,"date":"2011-04-28T19:29:49","date_gmt":"2011-04-28T18:29:49","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=7502"},"modified":"2025-07-16T14:42:13","modified_gmt":"2025-07-16T12:42:13","slug":"pantheon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/pantheon\/","title":{"rendered":"Pantheon"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Begriff Pantheon ist durch Bauwerke in Rom oder Paris bekannt. Dabei bedeutet &#8222;pan&#8220; soviel wie &#8222;alles&#8220; und &#8222;theos&#8220; ist der Gott &#8211; zusammen ergibt dies das Heiligtum aller G\u00f6tter, eben das <a title=\"Wikipedia-Eintrag zu Pantheon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pantheon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pantheon<\/a>. In griechischen Buchstaben sieht das verd\u00e4chtig nach Mathematik- oder Physikstunde in der Oberstufe aus: <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-mathml-mathmlblock\">$$\\Pi\\alpha\\nu\\theta\\eta\\epsilon\\omega\\nu$$<script src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-includes\/js\/dist\/hooks.min.js?ver=dd5603f07f9220ed27f1\" id=\"wp-hooks-js\"><\/script>\n<script src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-includes\/js\/dist\/i18n.min.js?ver=c26c3dc7bed366793375\" id=\"wp-i18n-js\"><\/script>\n<script id=\"wp-i18n-js-after\">\nwp.i18n.setLocaleData( { 'text direction\\u0004ltr': [ 'ltr' ] } );\nwp.i18n.setLocaleData( { 'text direction\\u0004ltr': [ 'ltr' ] } );\n\/\/# sourceURL=wp-i18n-js-after\n<\/script>\n<script  async src=\"https:\/\/cdnjs.cloudflare.com\/ajax\/libs\/mathjax\/2.7.7\/MathJax.js?config=TeX-MML-AM_CHTML\" id=\"mathjax-js\"><\/script>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die G\u00f6tter im Spiel Pantheon verkomplizieren die Lage eher. Die Wortspiele der fiktiven Gottheiten (ob G\u00f6tter generell fiktiv oder real sind mag eine andere, alternativ philosophische und\/oder theologische Diskussion sein, die ich anderen \u00fcberlasse) sind mal mehr, mal weniger leicht zu verstehen. Dass Vinthrad phonetisch das Windrad ergibt, habe selbst ich verstanden. Taksator erinnert an die Steuer. Doch zu den Namen Pietalte oder Gadicea f\u00e4llt mir nicht viel ein (bestenfalls ein stark s\u00e4chselndes &#8222;Kartenzieher&#8220;?).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Pantheon.jpg\" alt=\"Bild von Pantheon\" title=\"Pantheon\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich Pantheon nun einige Male in neuen Runden erkl\u00e4rt habe, steht meine Entscheidung fest: Ich strecke ob der thematischen Einbettung die Fl\u00fcgel. Zur Untermalung lasse ich die Einleitung der Spielregel sprechen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Spieler sammeln Punkte, indem sie sich die Gunst der G\u00f6tter und Halbg\u00f6tter des Pantheon sichern und diesen S\u00e4ulen errichten (warum erst aufw\u00e4ndig Monumente bauen, mehr als die S\u00e4ulen bleiben ohnehin nicht \u00fcbrig). Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich beschr\u00e4nke mich dabei auf das Wesentliche: Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel. Der Rest ist Mechanik. Was nicht hei\u00dft, dass das Ganze unspannend sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum antiken Flair gibt es eine Prise V\u00f6lkerkunde: In &#8222;Epochen&#8220; gelangen nacheinander in zuf\u00e4lliger Auslosung sechs von acht m\u00f6glichen V\u00f6lkern ins Spiel. Jedes l\u00f6st ein anderes, einmaliges Ereignis aus, das alle Spieler betrifft und ihnen meist Vorteile einbringt. Das aktuelle Volk bestimmt au\u00dferdem den Startpunkt f\u00fcr die Ausbreitung auf dem Spielplan, der den Mittelmeerraum zeigt. Nach der dritten und der sechsten und zugleich letzten Epoche findet eine Wertung statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei W\u00e4hrungen sind im Kartenstapel und damit im Spiel: F\u00fc\u00dfe sorgen f\u00fcr Bewegung und somit Ausbreitung auf dem Spielplan. Wer sich f\u00fcr diese Aktion entscheidet, trabt zuerst los und kann auf hierf\u00fcr reservierten Baupl\u00e4tzen seine S\u00e4ulen als Monumente errichten, sowie die \u00e4quidistant zum Ausgangspunkt verteilten Bonuspl\u00e4ttchen abgreifen. Die S\u00e4ulen sch\u00fctten in den Wertungen Punkte aus &#8211; je mehr S\u00e4ulen ein Spieler gebaut hat, desto mehr Punkte bringt jede einzelne S\u00e4ule ein, frei nach dem Motto: Viel hilft viel. Wer sich ausbreitet, setzt zun\u00e4chst Holzfiguren in Form von F\u00fc\u00dfen ein. Der Plan wird damit nach und nach optisch von Fu\u00dfspuren in den Spielerfarben \u00fcberzogen &#8211; das macht was her, und so verzeiht mancher Spieler das ansonsten d\u00fcnn umgesetzte Thema bei der ersten Ausbreitung oder sp\u00e4testens am Ende der Epoche, wenn es hei\u00dft: &#8222;F\u00fc\u00dfe vom Tisch!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Clou bei der Bewegung: Alle d\u00fcrfen mitmachen. Wer ebenfalls Fu\u00dfkarten abgibt oder bereits st\u00e4ndige Bonusbewegungen gesammelt hat, darf seinerseits nun loslegen, bauen und greifen. Wer stehenbleibt, erh\u00e4lt eine zus\u00e4tzliche Karte &#8211; was manches Mal lukrativer scheint als ein einzelner Schritt, vor allem wenn dieser weder einen S\u00e4ulenplatz noch ein Bonuspl\u00e4ttchen erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Goldm\u00fcnzen besitzt, darf einkaufen gehen. Bewegungsfreudige Naturen ben\u00f6tigen weitere F\u00fc\u00dfe und S\u00e4ulen. Dicke Geldbeutel erlauben deren Einsatz auf dem Spielplan auch in der Kauf-Phase. Was zus\u00e4tzlich den Vorteil hat, dass in diesem Moment die anderen Spieler nicht mitbewegen d\u00fcrfen &#8211; Einkauf findet im Gegensatz zur Bewegung immer alleine statt! Ebenfalls im G\u00f6ttershop erh\u00e4ltlich: Opferpl\u00e4ttchen. Deren Aufgabe wird sogleich im n\u00e4chsten Abschnitt klar, sobald es um die Einwohner des Pantheon selbst geht:<\/p>\n\n\n\n<p>Denn mit der dritten W\u00e4hrung, den Opferkarten in vier Sorten, k\u00f6nnen G\u00f6tter &#8222;eingekauft&#8220; werden. In vorgegebenen Kombinationen &#8211; zum Beispiel vier Karten einer Opfersorte und ein Trio einer anderen Sorte &#8211; verlangen sie genaue Portionierungen des Opferns. Die zuvor im Einkauf &#8211; oder etwa durch Bonuspl\u00e4ttchen &#8211; erworbenen Opferpl\u00e4ttchen sparen Karten als st\u00e4ndig verf\u00fcgbare Ressource ein. Jeder Gott bringt Siegpunkte entsprechend der aktuellen Epochenzahl ein. Mag die Ausgabe vieler Karten zu Beginn also wenig lukrativ erscheinen, so wird dies in der zweiten Spielh\u00e4lfte mit vier bis sechs Siegpunkten pro Einkauf schon wesentlich attraktiver.<\/p>\n\n\n\n<p>Um schlie\u00dflich Kartennachschub zu erhalten, k\u00f6nnen die Spieler mit der vierten Aktionsm\u00f6glichkeit drei Karten nachziehen. W\u00e4hrend einer Epoche w\u00e4hlen die Spieler reihum immer je eine dieser vier M\u00f6glichkeiten aus, bis entweder alle Bonuspl\u00e4ttchen auf dem Plan abger\u00e4umt oder alle G\u00f6tter unter Bezahlung von Opfern eingekauft wurden. Ein kleiner Punktebonus erh\u00f6ht die Motivation, das Ende der Epoche selbst herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Da im Kartenstapel insgesamt drei W\u00e4hrungen vorhanden sind, mag die Startkartenhand &#8211; sowie das ausliegende Angebot oder das zuf\u00e4llige Nachziehen &#8211; zun\u00e4chst \u00fcber die m\u00f6glichen Vorgehensweisen entscheiden. Krasser ausgedr\u00fcckt: Ohne Fu\u00df und Moos nix los! Wer partout nur Opferkarten zieht, hat es schwer, sich \u00fcber Bewegung und Einkauf aufzubauen. Doch ein guter Aufbau ist sehr wichtig. \u00dcber Opfer gelangt man an G\u00f6tter-, \u00fcber Bewegung an Bonuspl\u00e4ttchen. Beide k\u00f6nnen st\u00e4ndige Vorteile und somit verbesserte Startpositionen in sp\u00e4teren Z\u00fcgen verschaffen. Spezialisierungen helfen mehr als ein Mitmischen \u00c3&nbsp; la &#8222;von allem Etwas&#8220;. Angenehmer Nebeneffekt: Die Spieldynamik nimmt durch diese gewonnen Vorteile im Laufe der Partie zu. Die einzelnen Epochen werden gegen Ende eher k\u00fcrzer, weil die Spieler f\u00fcr ihre Z\u00fcge weniger lange sparen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>In meinen ersten Partien habe ich erlebt, wie \u00fcber den massiven Bau von S\u00e4ulen viele Punkte und damit der Sieg eingefahren wurden. Doch in den danach folgenden Spielen kamen die S\u00e4ulenbauer oft kaum noch zum Zug. Denn sobald es einem Spieler gelingt, seine Opferpl\u00e4ttchen hoch auszubauen &#8211; eines auf die oberste Stufe mit dem Gegenwert von vier gleichen Opferkarten und am besten von den anderen drei Sorten zumindest die erste Stufe -, kann er fast immer direkt einen Gott kaufen. Die einhergehenden, sich gegenseitig verst\u00e4rkenden Vorteile der G\u00f6tter lassen so manchen Mitspieler, der den Kollegen auf der Siegpunktleiste abdampfen sieht, aufseufzen: &#8222;Der Teufel schei\u00dft immer auf den gr\u00f6\u00dften Haufen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Womit ein Knackpunkt dieses Spiels auf den Punkt gebracht wird: Wer den besten Start schafft, kann davonziehen. Wer viele G\u00f6tter kauft, erh\u00e4lt viele Vorteile beim Einkauf, der Bewegung oder beim Kartennachschub. Besonders m\u00e4chtig &#8211; und zu Beginn oft untersch\u00e4tzt &#8211; ist die G\u00f6ttin Traitera, die Bonusz\u00fcge erlaubt. Wer in der letzten Epoche durch ihren Vorteil zwei G\u00f6tter in direkt aufeinander folgenden Aktionen kaufen kann, f\u00e4hrt mal eben locker 12 Siegpunkte ein. Da bleibt nur die Hoffnung auf die n\u00e4chste Partie, w\u00e4hrend man selbst zumindest um Platz zwei spielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch erschallt in meinen Spielrunden der Ruf nach einer R\u00fcckkehr zum Pantheon. Denn die weitaus meisten Mitspieler empfanden trotz der geschilderten Problematik die sich stellende Aufgabe als spannend. Jeder kann sich seinen eigenen Schwerpunkt setzen &#8211; ob S\u00e4ulenbau oder Opfern f\u00fcr die G\u00f6tter. St\u00e4ndig<br \/><span id=\"wertung\"><a title=\"1 von 3 G\u00f6ttinen\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3GoettinenBig.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 G\u00f6ttinnen- hier clicken f\u00fcr mehr\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3Goettinen.jpg\" alt=\"Bild von 1 von 3 G\u00f6ttinnen\"\/><\/a><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>Pr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>1 von 3 G\u00f6ttinnen<\/em><\/span><br \/>bibbert man: Hoffentlich wird mir nicht dieser Gott vor der Nase weggekauft oder jener S\u00e4ulenplatz zugebaut. Die stimmungsvolle Grafik und der geschickte und witzige Fu\u00dfeinsatz \u00fcberbr\u00fccken die d\u00fcrftige thematische Einbettung. Ob dieses Spiel die Zeitalter \u00fcberdauern wird, wage ich zu bezweifeln. Als solide strategische Herausforderung vermag es allerdings trotz seiner Schw\u00e4chen gut zu unterhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff Pantheon ist durch Bauwerke in Rom oder Paris bekannt. Dabei bedeutet &#8222;pan&#8220; soviel wie &#8222;alles&#8220; und &#8222;theos&#8220; ist der Gott &#8211; zusammen ergibt dies das Heiligtum aller G\u00f6tter, eben das Pantheon. 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