{"id":7519,"date":"2011-06-23T18:36:11","date_gmt":"2011-06-23T17:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=7519"},"modified":"2011-06-23T18:36:11","modified_gmt":"2011-06-23T17:36:11","slug":"kaigan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/kaigan\/","title":{"rendered":"Kaigan"},"content":{"rendered":"<p>Selbst in der Kategorie &#8222;Spiele mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Themen&#8220; nimmt Kaigan eine Nischenposition ein. Es geht um die Kartographie der japanischen K\u00fcste. Diese ist bekanntlich sehr verwinkelt. Zumindest mir unbekannt war bisher, dass im Jahre 1800 der Kartograph Tadatako Ino mit einer Gesamtvermessung der K\u00fcste Japans begann. Das Ergebnis dieser Arbeit war so pr\u00e4zise, dass seine Karten noch hundert Jahre sp\u00e4ter genutzt wurden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Karten waren detailliert und hochaufl\u00f6send. Die Einf\u00fchrung der Spielregel \u00fcbertreibt aber ein wenig mit dem Ma\u00dfstab 1:3600. Zur Verdeutlichung: <a href=\"http:\/\/www.dresdner-amtsblatt.de\/files\/issue1164358768\/da4706.pdf\" target=\"_blank\">Auf einer Karte Dresdens im Ma\u00dfstab 1:3600 kann bequem herumspaziert werden<\/a> und es wird gemunkelt, Japan sei doch etwas gr\u00f6\u00dfer als Dresden. <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/In%C5%8D_Tadataka\" target=\"_blank\">Bei Wikipedia<\/a> finden sich denn auch etwas zur\u00fcckhaltendere Aussagen, so zeichnete Tadatako Ino haupts\u00e4chlich in 1:216000, einige Detailkarten haben eine Genauigkeit von 1:36000 &#8211; da war sie mal wieder, die vergessene Null.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im Spiel werden zuf\u00e4llig einzelne Teile Japans erkundet. Deren Zusammenhang und die Karte Japans selbst spielen aber \u00fcberhaupt keine Rolle. Es geht abstrakt um Mehrheiten auf beliebigen Pl\u00e4ttchen. Doch nichts hindert den Spieler daran, nach der Partie Japan zu erpuzzeln. Zusammengesetzt erinnert das Kunstwerk entfernt auch an <a href=\"http:\/\/muza-chan.net\/japan\/index.php\/blog\/ino-tadataka-japan-first-modern-map\" target=\"_blank\">Tadatakos Original<\/a> oder eben an Japans K\u00fcste.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Kaigan\" alt=\"Bild von Kaigan\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Kaigan.jpg\" \/><\/p>\n<p>Stark vereinfacht erinnert das eigentliche Spiel an eine Mischung aus Sumo und [cref zooloretto]. F\u00fcnf Runden laufen auf gleiche Weise ab. Erst legen die Spieler  Karten auf in ein Raster aus vier Zeilen und f\u00fcnf Spalten. Dabei haben sie immer die Wahl: Entweder sie legen eine weitere Karte auf ein noch freies Feld oder sie steigen aus. In diesem Fall k\u00f6nnen sie eine der Zeilen reservieren. Nachdem auch der letzte Spieler ausgestiegen ist, wird das Raster Spalte f\u00fcr Spalte abgearbeitet und jeder darf die Funktionen der Karten aus seiner Reihe nutzen.<\/p>\n<p>Einige Karten bringen Ehre, Siegpunkte oder Geld. Andere erlauben es, Landvermesser loszuschicken und auf die Pl\u00e4ttchen eines zweiten Spielplans zu legen. Diese  kartographieren auf Befehl einer dritten Kartensorte Japan. Im dritten Teil jeder Runde gibt es Siegpunkte und Einnahmen.<\/p>\n<p>Der Hauptteil des Spiels findet im ersten Teil der Runde statt. Da die Reihenfolge der Karten ungemein wichtig ist und oft kleine Tempovorteile \u00fcber Sieg und Niederlage bestimmen, muss jede gelegte Karte gut bedacht sein. Wer zu attraktive Karten spielt, erfreut nur fr\u00fch aussteigende Mitspieler. Wer zu sp\u00e4t aussteigt, muss vielleicht mit dem letzten Schrott zurechtkommen. Diese Phase ist ein spannendes Umlauern. Da alle Informationen bekannt sind, gibt es zwar nichts zu bluffen &#8211; aber viel zu taktieren.<\/p>\n<p>Es gibt noch viele kleine Detailregeln, die alle Aktionen und M\u00f6glichkeiten vernetzen. Die Mechanismen sind logisch aufgebaut und das Spielmaterial hilft beim Verst\u00e4ndnis der Regeln. Alle Informationen sind gut verst\u00e4ndlich auf den schlichten wie \u00e4sthetischen Spielpl\u00e4nen untergebracht. Damit ist es schon ab dem ersten Spiel m\u00f6glich, einige die Feinheiten des Spiels zu erkennen.<\/p>\n<p>\n<span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 Japanern\" alt=\"Bild von 1 von 3 Japanern\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3Japanern.jpg\" \/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>Pr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>1 von 3 Japanern<\/em><\/span><br \/>\nKaigan ist aber kein Spiel f\u00fcr zwischendurch, sondern erfordert volle Konzentration \u00fcber die gesamte Spieldauer. Es ist leicht, in jeder Phase des Spiel fatale Fehler zu begehen. Konzentriert gespielt bietet Kaigan aber mit vergleichsweise einfachen Mechanismen anspruchsvolle Unterhaltung. Zwar ist das Spiel weitgehend abstrakt, die Atmosph\u00e4re wirkt aber sehr japanisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst in der Kategorie &#8222;Spiele mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Themen&#8220; nimmt Kaigan eine Nischenposition ein. Es geht um die Kartographie der japanischen K\u00fcste. Diese ist bekanntlich sehr verwinkelt. Zumindest mir unbekannt war bisher, dass im Jahre 1800 der Kartograph Tadatako Ino mit einer Gesamtvermessung der K\u00fcste Japans begann. 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