{"id":773,"date":"2008-11-17T23:10:43","date_gmt":"2008-11-17T22:10:43","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=773"},"modified":"2025-09-17T08:53:36","modified_gmt":"2025-09-17T06:53:36","slug":"age-of-empires-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/age-of-empires-iii\/","title":{"rendered":"Age of Empires III"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Spiele, die schon beim Anblick der Schachtel Abscheu erwecken. <strong>Age of Empires III <\/strong>fiel f\u00fcr uns in diese Kategorie. Schon der Name l\u00e4\u00dft \u00fcble vielst\u00fcndige Counterschlachten mit W\u00fcrfelmassen bef\u00fcrchten. Ich kenne kein Beispiel f\u00fcr eine gelungene Umsetzungen von Echtzeitstrategiespielen, oder allgemein von Brettadaptionen von Computerspielen. Gewissenhafte &#8222;Eurogamer&#8220; schrecken sowieso vor allen Spielen zur\u00fcck, die mit Horden von Plastikfiguren werben. <strong>Age of Empires III <\/strong>besitzt deren 400 und auch sonst verspricht die Schachtel alle Voruteile zu best\u00e4tigen: In Pulverwolken prallen Armeen aufeinander &#8211; martialischer geht es kaum mehr! Der Preis von 50\u00e2\u201a\u00ac besiegelt schlie\u00dflich die Entscheidung: Das Spiel kommt nicht auf unseren Tisch.<!--more--><\/p>\n<p>Soweit war alles im Sommer 2007 gekl\u00e4rt. Dann lasen wir eine <a href=\"http:\/\/www.spielbox-magazin.de\/heftarchiv\/inhaltsb075.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcberschw\u00e4ngliche Kritik in der Spielbox<\/a> und ein Jahr sp\u00e4ter brachte Bernd sein Exemplar mit zum <a href=\"http:\/\/ludozine.de\/spielen-in-bilstein\/bilstein-spielewochenende.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sauerl\u00e4nder Spieletreff in Bilstein<\/a>, um es doch einmal mit uns zu spielen. &#8211; Selten wurde wir so entt\u00e4uscht: Denn die Schachtel beherbergt nicht nur die 400 fast ununterscheidbaren Plastifiguren, sondern auch ein echtes Aufbau-Wirtschaftsspiel im Zeitalter der Renaissance.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Age of Empires III\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/aoeiii.jpg\" alt=\"Age of Empires III\" \/><\/p>\n<p>Es geht darum, die Neue Welt zu entdecken, ihr die Segnungen des alten Europas zu vermitteln und mit Handel reich zu werden. All dies bringt begehrte Siegpunkte. Wie jeder wei\u00df, sind Siegpunkte eine notwendige Voraussetzung zum Gewinn etwa jeden zweiten Spieles. Doch seien diese schn\u00f6den und themenfeindlichen Siegpunkte noch einen Moment vergessen. Denn<strong> Age of Empires III<\/strong> spielt man nicht nur um zu gewinnen, sondern auch wegen des Spa\u00dfes am Thema, am Spiel und der Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Das Spiel verl\u00e4uft ziemlich indirekt. Wie schon in vielen anderen modernen Spielen setzen die Spieler reihum ihre Siedler auf dem Spielplan ein, um sp\u00e4ter im zweiten Teil der Runde bestimmte Aktionen ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Zu\u00a0 Beginn der ersten Runde hat jeder 5 Kolonisten, im Lauf der n\u00e4chsten 7 Runden k\u00f6nnen es aber mehr werden. Acht verschiedene Aktionen stehen zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Weiterbildung: <\/strong>Wer seinen Siedler die Schulbank dr\u00fccken l\u00e4sst, bekommt ihn in der n\u00e4chsten Runde als ausgebildeten M\u00f6nch, Soldaten, H\u00e4ndler oder Kapit\u00e4n zur\u00fcck.<\/li>\n<li><strong>Kolonisieren: <\/strong>Die Siedler werden mit dem n\u00e4chsten Schiff nach Amerika geschippert und k\u00f6nnen sich dort in schon entdeckten Gebieten niederlassen. Wer zuerst drei Siedler in einer Kolonie hat, bekommt eine wertvolle Handelsware. Einmal angekommen lassen sich die Siedler nieder und betreiben Ackerbau. Insbesondere ziehen sie nicht \u00fcbers Land, f\u00fchren keinen Krieg und sind au\u00dfer f\u00fcr Siegpunkte zu nichts mehr Nutze. Ein M\u00f6nch in der neuen Welt bekehrt noch schnell einen Eingeborenen, bevor er sich zusammen mit diesem zum Betreiben von Ackerbau niederl\u00e4sst. Eine andere Erkl\u00e4rung dieses Spielvorgangs w\u00e4re: &#8222;Der Pfarrer hat einen schwachen Moment&#8220;. H\u00e4ndler verkaufen vor ihrer Konvertierung zum Bauern den Eingeborenen wertvolle Glasperlen im Wert von 5$. Soldaten schlie\u00dflich, nun ja Soldaten bleiben Soldaten und stehen erstmal in der Neuen Welt dumm rum.<\/li>\n<li><strong>Entdeckungen: <\/strong>Dies ist das Sammelbecken f\u00fcr all den Abschaum, f\u00fcr den es keine bessere Verwendung gibt. Der Abschaum spielt aber eine wichtige Rolle, denn ohne Entdeckungen gibt es nichts zu kolonisieren. Deshalb schicken die\u00c2\u00a0 Spieler immer mal wieder 1-6 Entdecker los, die zuf\u00e4llig auf 1-6 Eingeborene treffen. Nun gibt es zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder die Entdecker \u00fcberwiegen und rotten die Eingeborenen einfach aus, um gro\u00dfe Haufen $ nach Hause zu schicken. Oder es gibt mehr Eingeborene, dann fr\u00f6nen diese ihren kannibalischen Trieben. Kapit\u00e4ne sind effektive Entdecker, sie z\u00e4hlen f\u00fcr zwei Eingeborene. Soldaten wiederum sind ausgebildete Pl\u00fcnderer und schicken ein paar Extra-$ zur\u00fcck in ihre Heimat.<\/li>\n<li><strong>Handelsg\u00fcter: <\/strong>Ich erw\u00e4hnte ja schon die Handelsg\u00fcter. Diese sind notwendig, um im Spiel zu Geld zu kommen. Jeder Siedler in dieser Kategorie bringt dem Spieler ein Handelsgut, das man bis zum SpielEn.de behalten darf. Drei oder vier gleiche bedeuten jede Runde 3 oder 6$ Einnahmen.<\/li>\n<li><strong>Handelsschiffe <\/strong>werden versteigert. Wer die meisten Siedler in einer Runde hier einsetzt, bekommt ein solches Schiff, das als Handelsgutjoker dient. Kapit\u00e4ne und H\u00e4ndler z\u00e4hlen doppelt.<\/li>\n<li><strong>Geb\u00e4ude: <\/strong>F\u00fcr 10-20$ k\u00f6nnen die Siedler Geb\u00e4ude erwerben, die fortan kleine Vorteile bringen. Ein Kloster erlaubt zum Beispiel jede Runde einen zus\u00e4tzlichen M\u00f6nch einzusetzen. In den beiden letzten Runden gibt es spezielle Geb\u00e4ude zu kaufen, die viele Siegpunkte versprechen, z.B. 4 Punkte f\u00fcr jedes Handelsschiff.<\/li>\n<li><strong>Initiative <\/strong>legt die Spielreihenfolge der n\u00e4chsten Runde fest.<\/li>\n<li><strong>Krieg <\/strong>ist schlie\u00dflich ziemlich unbedeutend. Siedler in diesem Bereich sind Postboten und \u00fcberbringen Kriegserkl\u00e4rungen. Daraufhin schie\u00dfen alle Soldaten in einer Kolonie einmal auf einen anderen Spieler.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es jede dieser Aktionen nicht beliebig oft, und oft ist es wichtig zuerst in einem Aktionsbereich zu stehen. Denn dann darf man zuerst entscheiden, und die anderen m\u00fcssen mit den \u00dcberresten vorlieb nehmen.<\/p>\n<p>Nach der Einsetzphase werden die acht Bereiche ausgewertet. Dann folgt ein wenig Verwaltung und nach Runde 3 und 6 und 8 gibt es Siegpunkte f\u00fcr Kolonistenmehrheiten in der neuen Welt. Nach Runde 8 endet schlie\u00dflich das Spiel und es gibt noch Extrapunkte f\u00fcr Entdeckungen, Handelsg\u00fcter und Geb\u00e4ude &#8211; und das Spiel ist nach zwei unterhaltsamen Stunden vorbei.<\/p>\n<p>Wer gut aufgepasst hat, wird die Beschreibung der W\u00fcrfel- und Counterschlachten vermisst haben. Die habe ich nicht etwa elegant verschwiegen, nein &#8211; sie gibt es nicht. Genauso fehlen die lustigen &#8222;Aktionskarten&#8220; um mehr &#8222;Interaktion und W\u00fcrze&#8220; ins Spiel zu bringen. Das Spiel ist somit erfreulich schlank und geradlinig. Bis auf kleine Details sind wirklich alle Regeln oben erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Uns \u00fcberzeugten die Partien in Bilstein und schon bald zierte auch ein Exemplar unser Spieleregal. In fast allen der folgenden Spielen wiederholte sich ein kleiner Tanz: &#8222;Was, so ein Spiel besitzt ihr? M\u00fcssen wir das wirklich spielen?&#8220; &#8211; 2 Stunden sp\u00e4ter: &#8222;Ein sch\u00f6nes Spiel, das sollten wir uns auch kaufen!&#8220; &#8211; Erfreulicherweise erschien das Spiel zur Messe in Essen bei Pro Ludo in einer deutschen Ausgabe und ist somit wieder gut erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Der Spielspa\u00df erw\u00e4chst weniger aus originellen Ideen, sondern ergibt sich vielmehr durch die geschickte Vermengung bekannter und beliebter Spielelemente, einer dichten thematischen Einbettung und einem hohen Spieltempo durch kurze Spielz\u00fcge. Weitgehend wurde auch auf destruktive und bis auf eine Ausnahme auch auf frustrierende Mechanismen verzichtet.<\/p>\n<p>Das Spiel besitzt eine angenehme Komplexit\u00e4t. In einem Spielzug wird immer nur ein Siedler einer Aufgabe zugeordnet. Oft gibt es dabei nur drei oder vier echte Optionen, doch es entwickelt sich eine enorme Spieltiefe, da eben auch die Aktionen der Mitspieler berechenbar sind. W\u00e4hrend in der ersten Partie die Spieler besch\u00e4ftigt sind ihre eigenen Aktionen zu verwalten, ist der Blick auf die Spielreihenfolge und die Pl\u00e4ne der Mitspieler in erfahrenen Runden sehr wichtig. &#8222;Welche Aktionen kann ich auch sp\u00e4ter w\u00e4hlen? &#8211; Was sollte ich sofort besetzen? &#8211; Wie wird es in der n\u00e4chsten Runde aussehen? &#8211; Wie viele Siedler und Spezialisten k\u00f6nnen die anderen noch einsetzen?&#8220;\u00a0 &#8211; Und am wichtigsten: &#8222;Was bringt eigentlich Siegpunkte?&#8220; Denn das Spiel verleitet zum Investieren, entwickeln und Geld scheffeln. All dies bringt aber nicht direkt Siegpunkte. In so mancher Runde errang der im Spiel dominanteste oder reichste Spieler nur den zweiten oder dritten Platz. Es gibt durchaus verschiedene Optionen, um Siegpunkte zu scheffeln:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kolonisieren: <\/strong>Wer viele Siedler in die neue Welt bekommt, kann mit diesen bis zu drei Mal punkten. W\u00e4hrend die erste Wertung noch vernachl\u00e4ssigbar ist, werden in der zweiten und dritten sehr viele Punkte vergeben. Leider versucht meist auch die Konkurrenz sich in Amerika niederzulassen, und freie Pl\u00e4tze im Kolonistenschiff sind rar. Wer diese Strategie verfolgt, sollte deshalb versuchen gen\u00fcgend M\u00f6nche auszubilden und sicherstellen, zuerst drei Siedler in eine Kolonie zu platzieren, um das dort liegende Handelsgut zu bekommen. Erschwert wird dies jedoch durch die Tatsache, dass Entdecker immer einen ihrer Abenteurer als Kolonisten hinterlassen.<\/li>\n<li><strong>Entdeckungen: <\/strong>Wer entdecken will, braucht gute Nerven. In diesem Bereich winken viele &#8211; vielleicht sogar die meisten &#8211; Siegpunkte. Doch um sie zu bekommen, braucht man ein wenig Gl\u00fcck. Wer zum Beispiel mit 5 Soldaten einen Ministamm mit nur einem Eingeborenen entdeckt, bekommt nur wenige Punkte und noch weniger Gold geschickt. Umgekehrt will man auch keinen Totalverlust erleiden. Aus meiner Erfahrung ist das Eingehen gewisser Risiken bei Entdeckungen durchaus lohnenswert. Mit einem Blick auf die Verteilung der m\u00f6glichen Eingeborenenst\u00e4mme in Verbindung mit den schon entdeckten Gebieten l\u00e4\u00dft sich der Erwartungswert maximieren. Diese Rechnung lohnt immer! Beim Entdecken sollte man aber auch die folgenden Kolonisationsm\u00f6glichkeiten im Blick haben. Insofern bietet sich eine Kombination der Entdeckerstrategie mit der Kolonistenstrategie an. Leider ben\u00f6tigen beide viele Siedler zu ihrer Umsetzung. Die Entdeckerbox ist neben der Ausbildung \u00fcbrigens die einzige M\u00f6glichkeit, Siedler in eine Folgerunde zu \u00fcbernehmen. Davon kann man durchaus taktisch Gebrauch machen: Manchmal lohnt es mit Blick auf die Spielreihenfolge eine Entdeckung um eine Runde zu verschieben, manchmal lohnt es nur einen kleinen Trupp aus Kundschaftern vorauszuschicken.<\/li>\n<li><strong>Handel und Bauen: <\/strong>Der Wert der Handelswaren wird zu SpielEn.de auch als Siegpunkte gutgeschrieben. Dies sind wahrscheinlich selten spielentscheidend. Doch wer viele und vor allem die richtigen Handelsg\u00fcter besitzt, kann h\u00e4ufig neue Geb\u00e4ude errichten. Dies funktioniert insbesondere, wenn die Mitspieler sich zu sehr auf Entdecken und Siedeln konzentrieren und den H\u00e4ndler g\u00fcnstig Handelsschiffe abstauben lassen. Beim Bau von Geb\u00e4uden gilt es jedoch abzuw\u00e4gen, welche im Laufe des Spiel \u00fcberhaupt noch sinnvoll sind. Vor allem einige zun\u00e4chst unattraktiv erscheinende, wie z.B. die Universit\u00e4t &#8211; mit der man einmal spontan erster sein darf &#8211; kann f\u00fcr den auf Geld spezialisierten Spieler siegentscheidend sein. Geld allein macht aber nicht gl\u00fccklich. Immerhin ist aber mehr als die H\u00e4lfte der Siegpunktgeb\u00e4ude vor allem f\u00fcr H\u00e4ndler interessant.<\/li>\n<li><strong>Krieg und Soldaten: <\/strong>Ich habe es ein paar mal probiert, schnell viele Soldaten nach Amerika zu schicken, um in den letzten Runden die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse g\u00fcnstig beeinflussen zu k\u00f6nnen. Dies scheint aber nicht gut zu funktionieren. Ein kleiner Krieg gegen SpielEn.de kann zwar ein paar wichtige Siegpunkte bringen. Eine Strategie darauf aufzubauen lohnt aber nicht. Man kann die Kriegsbox zumeist getrost ignorieren und sollte Soldaten besser auf Entdeckungsfahrt schicken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei all diesen \u00dcberlegungen sollte <strong>Age of Empires III<\/strong> nicht zu ernst genommen werden. Denn Kollege Zufall mischt geh\u00f6rig mit: Die verf\u00fcgbaren Geb\u00e4ude, die zu vergebenden Handelswaren und die Gr\u00f6\u00dfe der Eingeborenenst\u00e4mme, alles ist zuf\u00e4llig. Aber der Zufall ist berechenbar und bis auf die Entdeckungen liegen zu Rundenbeginn alle Optionen offen. Eben das Gl\u00fcckselement der Entdeckungen gefiel einigen Runden nicht, und es kursieren deswegen diversere Hausregeln f\u00fcr ein vermeintlich ausgewogeneres Spiel. Auch wir haben einige der Regeln ausprobiert. Schlussendlich empfiehlt es sich aber, bei der Originalregel zu bleiben. Denn allen Variationen war gemein, dass sie gewisse Strategien bevorzugten und somit alle Spieler \u00e4hnlich agieren mussten um zu gewinnen. Der gr\u00f6\u00dfte Spielspa\u00df stellt sich aber immer dann ein, wenn verschiedene Ans\u00e4tze erfolgreich konkurrieren. Mit jeder Reduktion des Entdeckergl\u00fccks geht auch ein St\u00fcck Thematik verloren, denn das Ergebnis von Entdeckungsfahrten war nun mal nicht vorhersehbar.<\/p>\n<p>Beispielhaft werden die Grausamkeiten des Zeitalters der Entdeckungen in &#8222;<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Die-Eroberung-Mexikos-Hugh-Thomas\/dp\/359614969X\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1226833185&amp;sr=1-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Eroberung Mexikos<\/a>&#8220; von Hugh Thomas geschildert. Plastisch und eindringlicher als so mancher Hollywoodfilm oder so mancher Historienroman beschreibt diese Biographie von Cortez und Montezuma die gegens\u00e4tzlichen Weltbilder der europ\u00e4ischen Entdeckungsreisenden und der mexikanischen Indianer. Beide Seiten waren auf ihre Art grausam, beide Gruppen waren Eroberer. Leser des momentan leider vergriffenen Buches k\u00f6nnen w\u00e4hrend des Spiels zartbesaitete Mitspieler mit h\u00fcbschen Anekdoten ablenken. Zum Beispiel \u00fcbernahmen die Azteken gerne die von den Europ\u00e4ern eingef\u00fchrten Schweine. Denn sie schmecken \u00e4hnlich dem bis dahin in Kulthandlungen doch sehr h\u00e4ufig verzehrten Menschenfleisch. Oder: Viele der von den Spaniern zur Arbeit gezwungenen karibischen Ureinwohner starben aus, da sie Arbeit und Schufterei einfach nicht gewohnt waren.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu <strong>Age of Empires III<\/strong>: Mit den Plastikfiguren konnte ich mich bis heute noch nicht anfreunden. Denn sie sehen alle gleich aus. Insbesondere Kapit\u00e4ne und Soldaten, sowie H\u00e4ndler und Siedler sind nur schwer unterscheidbar. Kathrin markierte deswegen in stundenlanger Arbeit alle 400 Miniaturen, um das Spiel \u00fcberhaupt spielbar zu machen.<\/p>\n<p>Ob das Spiel mit seinem <a href=\"http:\/\/www.ageofempires3.com\/age3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Computerspielvorbild <\/a>verwandt ist, oder ob beide nur in Namen und Coverbild \u00e4hneln, wei\u00df ich nicht. Das Brettspiel ist jedoch so gut, dass es trotz oder wegen seiner Verwandtschaft von allen Freunden etwas l\u00e4ngerer und anspruchsvollerer Gesellschaftsspiele getestet werden sollte. Von seiner Aufmachung und dem hohem Preis sollte sich niemand abschrecken lassen.<\/p>\n<p><span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"2 von 3 Schiffen\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2von3schiffen.jpg\" alt=\"2 von 3 Schiffen\" \/><br \/>\n<em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/ \"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>: 2 von 3 Schiffen<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Spiele, die schon beim Anblick der Schachtel Abscheu erwecken. Age of Empires III fiel f\u00fcr uns in diese Kategorie. Schon der Name l\u00e4\u00dft \u00fcble vielst\u00fcndige Counterschlachten mit W\u00fcrfelmassen bef\u00fcrchten. Ich kenne kein Beispiel f\u00fcr eine gelungene Umsetzungen von Echtzeitstrategiespielen, oder allgemein von Brettadaptionen von Computerspielen. 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