{"id":8599,"date":"2013-07-18T09:00:47","date_gmt":"2013-07-18T07:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=8599"},"modified":"2015-01-21T22:58:33","modified_gmt":"2015-01-21T21:58:33","slug":"beim-jupiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/beim-jupiter\/","title":{"rendered":"Beim Jupiter"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Jahr gibt es Underdogs, die unter den zugleich erschienenen Neuheiten ein Mauerbl\u00fcmchendasein fristen. Sie erhalten keine Aufmerksamkeit, vielleicht auch zun\u00e4chst zu Recht, vor allem wenn sie optisch nicht sonderlich viel hermachen. Doch manchmal erweist das eine oder andere kleine, unscheinbare Spiel einen langen Atem. So ist es uns mit Beim Jupiter ergangen, das 2008 in N\u00fcrnberg erschienen ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zu Gast bei einem Spieleabend oder -treffen lernten wir die &#8222;g\u00f6ttlichen Sticheleien&#8220; (Untertitel) kennen. Bei der n\u00e4chsten Spielemesse in Essen hatten wir M\u00fche, ein Exemplar zu ergattern. Es war dort einfach nicht pr\u00e4sent. Wer jedoch nach diesem Artikel Lust auf das Spiel bekommen haben sollte: Eine Stichprobe bei Onlineh\u00e4ndlern ergab, dass es problemlos zu erhalten sein sollte. In Essen sind halt mehr die Neuheiten im Angebot, sowie einige Spiele, die das Jahr \u00fcber im Gespr\u00e4ch oder im Ramsch gelandet waren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Beim Jupiter\" alt=\"Bild von Beim Jupiter\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/beimjupiter.jpg\" \/><\/p>\n<p>Beim Jupiter begibt sich in das Genre der Stichansagespiele. Die Regeln w\u00e4hrend des Ausspielens sind vollkommen stichtypisch: Eine angespielte Farbe muss bedient werden. Nur wer das nicht kann, darf eine andere Karte abwerfen oder mit Trumpf stechen. In jeder Farbe gibt es eine Gottkarte. Diese wird beim Ausspielen bewertet: Als h\u00f6chste oder niedrigste Karte dieser Farbe. Das hilft ein wenig, um die Anzahl gewonnener Stiche feiner regulieren zu k\u00f6nnen. Das Opferlamm macht nie einen Stich und darf jederzeit zu einem Stich dazugelegt werden. Die beiden G\u00f6tter Iuno und Iupiter in lateinischer Schreibweise machen hingegen immer den Stich &#8211; lediglich wenn sie sich treffen, l\u00e4sst die fr\u00fcher gespielte Karte der anderen den Vortritt und damit den Stich.<\/p>\n<p>Soweit noch nix Besonderes. Der Pfiff kommt durch die Punktekarten ins Spiel: Zu Beginn einer Runde w\u00e4hlt jeder Spieler verdeckt eine Karte aus. Gleichzeitig drehen alle um &#8211; die Farbe, die nun am h\u00e4ufigsten vertreten ist, bestimmt die Trumpffarbe. Damit ist ein Dilemma sofort klar: Wer eine Farbe zum Trumpf bef\u00f6rdern m\u00f6chte, sollte zugleich eine eigene Karte dieser Farbe opfern. Doch schlimmer noch: Eine 1 in einer Farbe mag zwar zur Trumpfbestimmung beitragen, doch wird sie nicht viele Punkte bringen.<\/p>\n<p>Denn als N\u00e4chstes spekulieren die Spieler, wie viele Stiche sie machen werden. Wer voraussagt, f\u00fcnf Stiche machen zu wollen, legt seine gebotene Karte an die Platzkarte f\u00fcr f\u00fcnf Stiche. Wer sp\u00e4ter tats\u00e4chlich f\u00fcnf Stiche erzielt, darf diese als Punkte kassieren. Wer eine hohe Karte &#8211; vielleicht mit 8 oder gar mehr Punkten? &#8211; geboten hat, darf sich den Erstzugriff sogar sichern. Allerdings mit dem Risiko, beim Verfehlen der Zielstichzahl als Letzter aussuchen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wer also eine kleine Karte bietet, k\u00f6nnte also seine Pl\u00e4ne \u00e4ndern, sobald ein Mitspieler eine hohe Punktekarte zu einem anderen Stichzahlgebot legt. Generell gilt: Wer sein Angebot verfehlt, muss nicht leer ausgehen &#8211; solange eine Karte f\u00fcr diese Stichzahl im Angebot ist. Das wirft einige eingeschliffene Gewohnheiten \u00fcber Bord. Zugleich f\u00e4llt ein Nachteil weg, den zumindest ich bei Wizard sehe: Bei diesem wohl bekanntesten Stichansagespiel werden die einzelnen Runden immer l\u00e4nger, da immer mehr Karten ausgeteilt werden. Zugleich ist der Gl\u00fccksfaktor zu Beginn sehr hoch, weil nur ein Bruchteil aller Karten mitspielt. Dieses Chaos gef\u00e4llt mir pers\u00f6nlich nicht so sehr. Anders unter G\u00f6ttern Beim Jupiter: Da die punktespendenden Karten aus dem Verkehr gezogen werden, verk\u00fcrzen sich die Runden immer st\u00e4rker. Zugleich sieht man jederzeit, welche Karten von welcher Farbe bereits aus dem Spiel sind. Die Sonderkarten (Opferl\u00e4mmer, G\u00f6tterkarten der Farben, sowie Iuno und Iupiter) bleiben immer im Spiel und &#8211; ja, zugegeben: &#8211; sorgen auch f\u00fcr ein gewisses Ma\u00df an Unw\u00e4gbarkeit.<\/p>\n<p>\n<span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 Nebeng\u00f6ttinnen\" alt=\"Bild von 1 von 3 Nebeng\u00f6ttinnen\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3nebengoettinnen.jpg\" \/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>Pr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>1 von 3 Nebeng\u00f6ttinnen<\/em><\/span><br \/>\nBeim Jupiter ist in mancher Hinsicht ungew\u00f6hnlich. Es ist zudem nicht leicht zu erkl\u00e4ren, so ben\u00f6tigt die Spielregel ein gro\u00dfes, gefaltetes Blatt, das auf beiden Seiten bedruckt ist. Die ersten Runden gehen noch nicht so leicht von der Hand, vor allem das Reservieren von Punktekarten sorgt f\u00fcr viele Nachfragen. Doch sobald dies \u00fcberwunden ist, bleibt Beim Jupiter durch seine unscheinbar ungew\u00f6hnlichen Mechanismen in Erinnerung. Und ist es wert, mal wieder aus dem Spieleregal gezogen zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr gibt es Underdogs, die unter den zugleich erschienenen Neuheiten ein Mauerbl\u00fcmchendasein fristen. Sie erhalten keine Aufmerksamkeit, vielleicht auch zun\u00e4chst zu Recht, vor allem wenn sie optisch nicht sonderlich viel hermachen. Doch manchmal erweist das eine oder andere kleine, unscheinbare Spiel einen langen Atem. 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