{"id":8890,"date":"2013-11-14T09:00:16","date_gmt":"2013-11-14T07:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=8890"},"modified":"2025-07-09T13:57:43","modified_gmt":"2025-07-09T11:57:43","slug":"parade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/parade\/","title":{"rendered":"Parade"},"content":{"rendered":"\n<p>Im August waren wir hier im Blog bereits im Wunderland, wenn auch nicht in dem von Lewis Carroll. Auf der Spiel &#8217;13 in Essen war es dann soweit: Das noch im Sommer ersehnte Spiel Parade wanderte in unsere Spielesammlung. Bereits beim Aufbau unseres Messestandes f\u00fcr die Fairplay sahen wir es &#8230; bei Z-Man Games, deren Stand uns gegen\u00fcber angesiedelt war. Dieser Verlag hatte eine Neuauflage des urspr\u00fcnglich beim japanischen Verlag Grimpeur erschienenen Kleinods dabei. Gleich abends konnten wir dann gemeinsam in der Parade tanzen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Thema ist so wunderlich wie Alice, die Grinsekatze und die anderen mitspielenden Bewohner: In der Parade tanzen die Bewohner mit. Aber wenn sich gleichgekleidete oder h\u00f6hergestellte Bewohner einreihen, verlassen die fr\u00fcheren T\u00e4nzer die Formation. Spielerisch f\u00fchrt dies zu Minuspunkten &#8211; deren Minimierung ist also das Spielziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Spielregeln \u00fcbersetzt: Wer an der Reihe ist, spielt eine Karte ans Ende der Parade. Die Werte der Karten reichen von 0 bis 10 in sechs Farben. Der Wert einer Karte gibt an, wie viele Karten am Ende der Parade auf jeden Fall bleiben. Wer verl\u00e4sst unter den weiter vorn tanzenden Karten nun die Parade? Nun, zun\u00e4chst alle Karten, deren Wert gleich hoch oder niedriger ist als die neue. Weiterhin alle gleichfarbigen Karten, unabh\u00e4ngig von ihrem Wert.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<img decoding=\"async\" class=\"right\" title=\"Parade\" alt=\"Bild von Parade\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/parade.png\"\/><br \/>\nDie Strategie ist also scheinbar sonnenklar: M\u00f6glichst hohe Karten spielen, um viele Karten zu sch\u00fctzen und wenige nehmen zu m\u00fcssen. Doch niedrige Karten sch\u00fctzen auch vor dem Nimm-Zwang. Denn wer eine 2 spielt, darf alle Karten mit dem Wert 3 oder h\u00f6her liegen lassen &#8211; au\u00dfer sie zeigen die gleiche Farbe! Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ergeben sich lange Paraden und somit der Zwang, die eine oder andere Karte zu nehmen.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Karten aus der Parade &#8222;vertreibt&#8220;, muss diese vor sich auslegen. Zun\u00e4chst gilt: Jede Karte z\u00e4hlt ihren aufgedruckten Wert als Minuspunkte. Da m\u00f6chte man freilich vor allem die teuren Karten vermeiden. Doch wer in einer Farbe die meisten Karten sammelt, darf jede entsprechende Karte einfach als einen Minuspunkt z\u00e4hlen. Es gilt also die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse im Blick zu behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Spiel endet, wenn entweder ein Spieler alle sechs Farben gesammelt oder der Kartenstapel sein Ende erreicht hat. Nach einer letzten Runde muss jetzt jeder noch zwei der verbleibenden Handkarten spielen und seiner Auslage hinzuf\u00fcgen. Auch hierauf gilt bereits rechtzeitig hinzuspielen &#8211; denn wer in &#8222;kurzen&#8220; Farben (in denen jemand anderes die Mehrheit h\u00e4lt) jetzt hohe Zahlenwerte hinzuf\u00fcgen muss, kann sich nochmal dicke Miese einfangen. Oder gelingt es, doch noch die Mehrheit zu holen?<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal bei einem Spieletreffen kennen gelernt, zog uns der einfache, aber trickreiche Mechanismus von Parade gleich in seinen Bann. Das Thema im Wunderland wirkt vielleicht im ersten Moment aufgesetzt &#8211; doch die Begegnung mit den bekannten Figuren aus dem Literaturklassiker passt irgendwie zu dem ungew\u00f6hnlichen Mechanismus. Passend dazu bietet die englische Spielregel etwas Vokabeltraining an: &#8222;Wonderland, being a little <em>topsy-turvy<\/em>, the winner is the player with the lowest score&#8220; (dt. in etwa: Im Wunderland geht es <em>drunter und dr\u00fcber<\/em>, und daher gewinnt der Spieler mit den wenigsten Punkten).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine direkte Strategie dr\u00e4ngt sich nicht auf &#8211; vielmehr gilt es auch, aus den Handkarten und der aktuellen Parade das Beste herauszuholen. Man kann Gl\u00fcck haben, wenn der vorherige Spieler Karten abr\u00e4umen muss, die man sonst selbst h\u00e4tte nehmen m\u00fcssen. Oder eben Pech, dass dieser sich mit einer g\u00fcnstigen Karte aus der Aff\u00e4re ziehen konnte. Es gilt auch zu spekulieren: Denn wer wei\u00df, was man so nachzieht? Kann man mit den zwei zum Schluss zu <span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 Paraden\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3paraden.jpg\" alt=\"Bild von 1 von 3 Paraden\"\/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>Pr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>1 von 3 Paraden<\/em><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>spielenden Karten wom\u00f6glich noch eine Mehrheit sichern? Dann ist deren Wert ziemlich egal, denn wenn der Plan gelingt, z\u00e4hlt jede Karte nur einen Punkt. Oder versucht man, m\u00f6glichst kleine Karten zur\u00fcckzuhalten, um den Punkteverlust direkt in Grenzen zu halten?<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einfachen Mitteln werden die Spieler mit einem trickreichen Kartenspiel \u00fcberrascht. Sch\u00f6n, dass wir die Schachtel mit der gelb funkelnden Grinsekatze nun in unserem Regal beheimaten d\u00fcrfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im August waren wir hier im Blog bereits im Wunderland, wenn auch nicht in dem von Lewis Carroll. Auf der Spiel &#8217;13 in Essen war es dann soweit: Das noch im Sommer ersehnte Spiel Parade wanderte in unsere Spielesammlung. 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