{"id":9014,"date":"2014-01-16T09:00:56","date_gmt":"2014-01-16T08:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=9014"},"modified":"2014-01-14T23:21:24","modified_gmt":"2014-01-14T22:21:24","slug":"sanssouci","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/sanssouci\/","title":{"rendered":"Sanssouci"},"content":{"rendered":"<p>Ein prunkvolles Schloss wird nicht an einem Tag gebaut. Und nicht jedes Spiel z\u00fcndet bei der ersten Partie. Jetzt kann f\u00fcr uns bei Sanssouci &#8211; dem Spiel, nicht dem Schloss &#8211; nicht die Rede von einer missgl\u00fcckten ersten Partie sein. Doch wie in einem Garten die Pflanzen erst Wurzel fassen und ihre Bl\u00fcten entwickeln m\u00fcssen, keimte unsere Zuneigung f\u00fcr das Legespiel von Michael Kiesling langsam.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was im Spiel passiert, erscheint zun\u00e4chst recht mechanisch. Wer an der Reihe ist, hat die erschreckend eingeschr\u00e4nkt erscheinende Auswahl aus zwei Handkarten. Diese zeigen entweder eines von neun Gartenbauprojekten oder genau zwei von f\u00fcnf Farben. Letztere stehen f\u00fcr die Entfernung vom Schloss &#8211; je weiter in den Garten hinein, desto punktetr\u00e4chtiger wird der Bau. Eine ausgespielte Karte erlaubt die Auswahl aus Projekten. In der allgemeinen Auslage liegen sie bereit, und ihr Platz in der Auslage bestimmt, wohin auf dem eigenen Schlosstableau ein Pl\u00e4ttchen wandern wird. Einzige Ausnahme: Ein Platz ist bereits belegt &#8211; dann darf ein ergattertes Pl\u00e4ttchen in derselben Reihe oder Spalte als G\u00e4rtner eingesetzt werden.<\/p>\n<p><img class=\"left\"title=\"Sanssouci\"alt=\"Bild von Sanssouci\"src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sanssouci.jpg\"\/><\/p>\n<p>Nach dem Einbau eines neuen Pl\u00e4ttchens punktet man: Eine Spielfigur muss entlang einer bereits gebauten Auslage auf ein Pl\u00e4ttchen derselben Spalte weiter weg vom Schloss gelangen. Weitere Punkte winken zum SpielEn.de f\u00fcr vollst\u00e4ndig belegte Spalten oder Reihen.<\/p>\n<p>Was in der ersten Partie arg vorgegeben erscheint, entpuppt sich mit steigender Erfahrung als breites Feld zur Optimierung. Es gilt, die Augen offen zu halten f\u00fcr geschickte Vorst\u00f6\u00dfe in die Tiefen des Gartens. Wem einmal die Verbindung zur untersten &#8211; punktetr\u00e4chtigsten &#8211; Reihe gelingt, kann sich hier in die Breite ausbreiten und seine Figuren lukrativ punkten lassen. Da die Treppen in der zentralen Reihe besonders viel Flexibilit\u00e4t versprechen, werden sie entsprechend begehrt sein und nie lange in der Auslage verweilen.<\/p>\n<p>Da jedes Pl\u00e4ttchen in der Auslage gleich einer festen Reihe zugeordnet wird, wird in jeder Partie das Angebot anders aussehen. Wer auf einen Pavillon in einer bestimmten Reihe hofft, wird gar nicht unbedingt ein solches Angebot \u00fcberhaupt vorfinden &#8211; vielleicht gelangen alle im Spiel befindlichen Pavillons ja in dieser Partie in die anderen Reihen?! Da hei\u00dft es wom\u00f6glich umdisponieren und die L\u00fccke \u00fcber G\u00e4rtner schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Auch beim Punkten gilt es genau abzusch\u00e4tzen, wie das Potenzial ist. Da eine Figur in einer Spalte nur weiter weg vom Schloss punkten darf, sollte man sie wom\u00f6glich lieber nicht sofort zur punktetr\u00e4chtigsten, daf\u00fcr aber am weitesten entfernten Stelle f\u00fchren. Vielleicht ist es besser, erst einmal in kleinen Schritten, daf\u00fcr aber mehrmals zu punkten. Wer eine Art &#8222;Polster&#8220; an m\u00f6glichen Bewegungen hat, kann seine Pl\u00e4ttchen auch zur Vervollst\u00e4ndigung von Spalten oder Reihen verwenden, ohne im Zwang zu stehen, eine Punkte bringende Bewegung erm\u00f6glichen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir haben Sanssouci in vielen verschiedenen Runden gespielt. Aufmachung und Thema sprechen viele Spieler an &#8211; in Vielspielerkreisen kann die Neugierde auch durch den Autor Michael Kiesling ausgel\u00f6st werden. Etwas ungewohnt ist die Logik, dass die Position auf dem zentralen Tableau genau determiniert, wohin ein Pl\u00e4ttchen gelangt &#8211; ebenso wird auch der G\u00e4rtner (selbe Spalte oder Reihe wie der urspr\u00fcnglich bestimmte Platz!) zun\u00e4chst manches Mal missverstanden. Etwa im ersten Spieldrittel fallen jedoch meist die Groschen.<\/p>\n<p>Dass nicht alle Spieler sich auf dieselben Pl\u00e4ttchen st\u00fcrzen, daf\u00fcr sorgt ein kleiner Kniff: Jeder erh\u00e4lt zwei Sonderwertungskarten. Diese zeigen je eines der neun Gartenbauprojekte, die jeweils eine Spalte auf dem eigenen Schlosstableau repr\u00e4sentieren. Diese Spalte wird in der Endwertung f\u00fcr diesen Spieler individuell nochmals gewertet. Es gilt also, die Figur in genau dieser Spalte m\u00f6glichst weit zu bewegen. Ferner sind auf jedem Schlosstableau ein paar andere Felder bereits vorbelegt. Auch dies sorgt daf\u00fcr, dass die Wertigkeit von Pl\u00e4ttchen im gemeinsamen Angebot f\u00fcr die Spieler leicht unterschiedlich ist. Ein sauberes Spiel-Design!<\/p>\n<p>Und wer bereits erfahrener Schlossg\u00e4rtner ist, kann seine eigenen Tableaus &#8222;aufpimpen&#8220;: Mit einer Auflage ver\u00e4ndern sich nun die zuvor gleichberechtigten Felder &#8211; manche zeigen nun Pluspunkte, die durch Belegung mit dem passenden Pl\u00e4ttchen erzielt werden. Und gemeinerweise bringen just in der lukrativsten unteren Reihe zwei Gartenbauprojekte jetzt Minuspunkte ein. Da gilt es abzuw\u00e4gen, wann es lohnt diese Minuspunkte in Kauf zu nehmen. Freilich mag es frustrieren, wenn man just in der Spalte ein Minusfeld hat, in der die Sonderwertung z\u00e4hlt. Insgesamt gilt auch hier: Durch geschickte, aber dezente zus\u00e4tzliche Regeln bleibt die Neugier auf weitere Partien ungebrochen.<\/p>\n<p>Insgesamt 18 Karten und damit 18 Gartenpl\u00e4ttchen dauert eine Partie. W\u00e4hrend ein Spieler seinen Zug durchf\u00fchrt, m\u00fcssen die anderen warten. Wir bef\u00fcrchteten zun\u00e4chst, dass hierdurch die Besetzung zu zweit vorzuziehen sei, doch dies bewahrheitete sich nicht. Die Z\u00fcge sind schnell genug abgewickelt, um keine z\u00e4hen Wartezeiten aufkommen zu lassen. Wenn mehr Spieler bis zu meinem n\u00e4chsten Zug agieren, bedeutet das auch: Die Auslage \u00e4ndert sich st\u00e4rker, und ich habe mehr Chancen, dass interessante Pl\u00e4ttchen in die Auslage gelangen. Nat\u00fcrlich zittere ich mit, wenn direkt nach meinem Zug ein tolles Pl\u00e4ttchen kommt &#8211; wird es mir jemand anderes vor der Nase wegschnappen?!<\/p>\n<p>In den ersten Partien kann es vorkommen, dass man sich in eine Art Sackgasse spielt. Wenn es nicht gelingt, gen\u00fcgend in die weiter entfernten Gartenregionen vorzudringen, gelangt man nicht in die Reihen mit h\u00f6heren Punktezahlen. Es gilt, ein Gef\u00fchl daf\u00fcr zu entwickeln, wann man auch mal ein Pl\u00e4ttchen noch unerreichbar weiter unten einbaut, um es sp\u00e4ter zu verbinden. Auch das Mitz\u00e4hlen der verbleibenden Karten ist hilfreich: Gelingt es noch, eine Reihe\/Spalte zu vervollst\u00e4ndigen?<\/p>\n<p>\n<span id=\"wertung\"><a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1von3parksbig.jpg\" title=\"1 von 3 Parks\" alt=\"Bild von 1 von 3 Parks\"rel=\"lightbox\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1von3parks.jpg\" alt=\"Bild von 1 von 3 Parks\" title=\"1 von 3 Parks- hier clicken f\u00fcr mehr\" \/><\/a><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>Pr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>1 von 3 Parks<\/em><\/span><br \/>\nMit einer mittlerweile deutlich zweistelligen Anzahl an Partien in allen m\u00f6glichen Besetzungen steht f\u00fcr uns fest: Dieser Garten erschien uns zun\u00e4chst gleichf\u00f6rmig und ein wenig m\u00fchselig zu beackern. Doch \u00dcbung hilft, und mittlerweile bringen wir in unseren Partien den Schlossgarten von Sanssouci wieder und wieder zum Bl\u00fchen und Gedeihen &#8211; und freuen uns auf weitere erholsame Ausfl\u00fcge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein prunkvolles Schloss wird nicht an einem Tag gebaut. Und nicht jedes Spiel z\u00fcndet bei der ersten Partie. Jetzt kann f\u00fcr uns bei Sanssouci &#8211; dem Spiel, nicht dem Schloss &#8211; nicht die Rede von einer missgl\u00fcckten ersten Partie sein. 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