{"id":9186,"date":"2014-04-24T09:00:46","date_gmt":"2014-04-24T07:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=9186"},"modified":"2014-04-24T08:24:10","modified_gmt":"2014-04-24T06:24:10","slug":"nations","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/nations\/","title":{"rendered":"Nations"},"content":{"rendered":"<p>Zivilisationen aufbauen \u00fcber mehrere Zeitalter. Diese Beschreibung eines Spieletitels ist weniger eindeutig als zum Beispiel &#8222;Kuscheltiere im Verlies aufz\u00fcchten&#8220; oder &#8222;k\u00fcrzeste Verbindung zwischen AKW-Endlager und Spielefabrik schaffen&#8220; oder &#8230; (na, welche beiden Spiele sind gemeint?! Spieleprofis wissen nat\u00fcrlich Bescheid!). Trotzdem h\u00f6rten wir viel Positives \u00fcber Nations und schlugen daher zu.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gegen\u00fcber den langen Krachern mit &#8222;Civilization&#8220; im Namen verspricht Nations eine annehmbare Spieldauer. Soviel schon jetzt: Selbst inklusive Erkl\u00e4ren haben wir Nations zu dritt an einem Abend gut bew\u00e4ltigt. Noch lieber begeben wir uns allerdings zu zweit dorthin. In dieser Besetzung ist der Wettstreit der Nationen zwar unmittelbarer und direkter, das Aufbaugef\u00fchl aber umso intensiver.<\/p>\n<p>In vier Zeitaltern spielen wir jeweils zwei Spielrunden, bevor es am Ende des Zeitalters zur Wertung kommt. Mit unserer Bev\u00f6lkerung bewirtschaften wir die Errungenschaften &#8211; seien es friedliche Produktionsgeb\u00e4ude oder kriegerische Waffen. Mit Hilfe von Ressourcen wie Getreide, M\u00fcnzen, Erz f\u00fcttern wir die Bev\u00f6lkerung, schaffen neue Karten mit besseren Errungenschaften an und schicken unsere Bev\u00f6lkerung zum Arbeiten dorthin. Zus\u00e4tzlich kann es nicht schaden, in B\u00fccher zu investieren. Sie ersetzen nicht nur im Zweifelsfall fehlende Ressourcen, sie k\u00f6nnen auch in den vier Wertungen f\u00fcr Siegpunkte sorgen. N\u00e4mlich dann, wenn man belesener ist als andere.<\/p>\n<p>Jeweils zwei Runden und dann die Wertung, und das insgesamt in vier Zeitaltern &#8211; das sorgt f\u00fcr Tempo. F\u00fcr ein Aufbauspiel erscheint das gar richtig schnell zu sein. Doch es gilt vieles zu beachten. Zu Beginn der Runde gilt es zu entscheiden: Bev\u00f6lkerungswachstum wagen? In dem Fall muss f\u00fcr gen\u00fcgend Nahrung oder alternativ f\u00fcr Stabilit\u00e4t (noch so eine Art W\u00e4hrung) gesorgt sein. Im Gegenzug kann die neue Bev\u00f6lkerungseinheit aber auch schaffen gehen und die eigenen Ressourcen mehren. Und wer stetig w\u00e4chst, baut ein h\u00f6heres Siegpunktpotenzial auf. Denn jede Einheit kann zum Schluss punkten &#8211; wie viel, das h\u00e4ngt von der Errungenschaft ab, auf der sie platziert wurde.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der zentralen Aktionsphase jeder Runde f\u00fchren die Spieler reihum aus verschiedenen M\u00f6glichkeiten jeweils eine Aktion aus. Erst wenn alle gepasst haben, endet diese Phase. In einer gemeinsamen Auslage liegen die Karten mit neuen Errungenschaften, Weltwundern, einmaligen Ertr\u00e4gen, Beratern oder Kolonien aus. In drei Reihen mit unterschiedlichen Kosten liegen diese Karten f\u00fcr alle bereit. Nur die dritte, teuerste Reihe wird am Ende der Runde nicht abger\u00e4umt. F\u00fcr den Kauf gilt es gen\u00fcgend viele M\u00fcnzen bereitzuhalten. Wer n\u00e4mlich gar nicht in den Fortschritt investiert, wird auf Dauer das Nachsehen haben. Anstelle des Kartenkaufs kann man seine Bev\u00f6lkerung durch Bezahlung von Erz auf den Errungenschaften einsetzen. Die dritte M\u00f6glichkeit besteht im Anheuern von Architekten f\u00fcr den Bau von Weltwundern, die immer mindestens zwei von diesen ben\u00f6tigen. In jeder Runde steht eine Mindestzahl von diesen zur Verf\u00fcgung, und ihr Einsatz kostet ebenfalls Erz.<\/p>\n<p>Je besser eine Errungenschaft, desto teurer wird auch das Einsetzen von Bev\u00f6lkerung auf ihr. Das ist geschickt gel\u00f6st. Denn zum einen gilt es, den zum Bezahlen n\u00f6tigen Rohstoff Erz genauso gut im Nachschub aufzubauen wie die M\u00fcnzen. Und es verhindert, dass die Spieler sich gegenseitig belauern und Bev\u00f6lkerungssteine hin- und wieder herversetzen, bis der andere wom\u00f6glich passt und man selbst einen gro\u00dfen Plan erst jetzt enth\u00fcllt. Und da auf dem Spielertableau nur begrenzt Platz ist, sowie jedes Feld nur eine bestimmte Kartenart aufnehmen kann, m\u00f6chte man in allen diesen Arten vertreten sein &#8211; nur so gelingt es, die eigenen Einnahmen zu maximieren und in allen Sparten sp\u00e4ter Siegpunkte einzufahren.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt das Thema Siegpunkte: Jeder von ihnen ist bei Nations hart verdient. Umso mehr schmerzt jeder Verlust, wenn man Ressourcen nicht bezahlen kann oder einen Krieg verliert. Sehr geschickt gel\u00f6st ist die milit\u00e4rische Frage. Auf einer Skala zeigt jeder seine aktuelle milit\u00e4rische St\u00e4rke an. Unter den Karten befinden sich solche mit einem Krieg. Um einen solchen auszul\u00f6sen, muss ein Spieler eine solche Karte kaufen &#8211; er setzt sodann die Kriegsst\u00e4rke auf seine eigene aktuelle milit\u00e4rische St\u00e4rke. Wer am Ende der Runde diese Kriegsst\u00e4rke nicht wenigstens erreichen kann, verliert einen Siegpunkt und empfindlich viele Einheiten einer anderen Ressource. Als Pazifist kann es also ratsam sein, selbst mal M\u00fcnzen zu investieren, um die Runde glimpflich zu \u00fcberstehen. Denn siehe oben zum R\u00e4nkespiel von sich enth\u00fcllenden Pl\u00e4nen &#8211; lieber kein Risiko einer unsanften \u00dcberraschung eingehen.<\/p>\n<p><img class=\"right\"title=\"Nations\"alt=\"Bild von Nations\"src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/nations.png\"\/><br \/>\nNations erfordert eine ziemlich gute Planung. Es gilt letztlich f\u00fcnf &#8222;W\u00e4hrungen&#8220; im Blick zu behalten. Zwei Ereignisse pro Runde sorgen immer wieder f\u00fcr Gewinne und Verluste \u00e0 la &#8222;der mit den meisten kriegt&#8220; und &#8222;der mit den wenigsten muss abgeben&#8220;. Noch mehr zu beachten! Und dann ist da noch die Kartenauslage. Sie kann den Rundenablauf sehr stark pr\u00e4gen und den Wunsch nach einer fr\u00fchen Position in der Spielreihenfolge wecken &#8211; wof\u00fcr \u00fcbrigens Pazifismus hinderlich ist, entscheidet doch die milit\u00e4rische St\u00e4rke f\u00fcr die Zugfolge. Denn wenn bestimmte Kartentypen ersehnt, aber knapp vertreten sind, freut sich nunmal der vorn sitzende Spieler.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist die Materialf\u00fclle. Die Counter f\u00fcr die verschiedenen Ressourcen sind dabei weniger zu nennen als die vielen Karten. Nur einen Bruchteil der Karten pro Zeitalter spielt \u00fcberhaupt mit &#8211; auf eine bestimmte Karte zu hoffen w\u00e4re also in h\u00f6chstem Ma\u00dfe optimistisch. F\u00fcr Abwechslung und unterschiedlich verlaufende Partien ist damit nat\u00fcrlich satt gesorgt. Ob man die Ausstattung und Illustration nun h\u00fcbsch findet &#8230; nun ja, das ist wohl Geschmackssache. Nur so viel: Die Grafik wurde nicht von Michael Menzel gestaltet. Und auch nicht von Dennis Lohausen oder Marie Cardouat oder [&#8230; hier eigene\/n Lieblingsgrafiker\/in einsetzen].<\/p>\n<p>\n<span id=\"wertung\"><img decoding=\"async\" title=\"1 von 3 Freiheitsstatuen\" alt=\"Bild von 1 von 3 Freiheitsstatuen\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1v3freiheitsstatuen.jpg\" \/><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>Pr\u00e4dikat<\/a>:<br \/>1 von 3 Freiheitsstatuen<\/em><\/span><br \/>\nEtwas \u00e4rgerlich ist die Ungenauigkeit der Spielregel. Durch die vielen Karten entstehen freilich Regelfragen. Und f\u00fcr manche von ihnen half uns nur der Griff zum Internet. Der Download der <a href=\"http:\/\/boardgamegeek.com\/filepage\/96855\/faq-official\" title=\"FAQ von Nations bei BGG\" target=\"_blank\">FAQ<\/a> ist dringend anzuraten. Abgesehen von den genannten Abstrichen bleibt ein gut konstruiertes, wenn auch wenig innovatives Aufbauspiel. Durch die angenehme Spieldauer und die recht flotte Taktung der Zeitalter kommt das Aufbauelement gut zum Tragen und sorgt f\u00fcr einen angenehmen Spannungsbogen bis zum Schluss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zivilisationen aufbauen \u00fcber mehrere Zeitalter. Diese Beschreibung eines Spieletitels ist weniger eindeutig als zum Beispiel &#8222;Kuscheltiere im Verlies aufz\u00fcchten&#8220; oder &#8222;k\u00fcrzeste Verbindung zwischen AKW-Endlager und Spielefabrik schaffen&#8220; oder &#8230; (na, welche beiden Spiele sind gemeint?! Spieleprofis wissen nat\u00fcrlich Bescheid!). 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