{"id":9274,"date":"2014-06-12T09:00:48","date_gmt":"2014-06-12T07:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=9274"},"modified":"2023-03-04T17:46:53","modified_gmt":"2023-03-04T16:46:53","slug":"glastonbury","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/glastonbury\/","title":{"rendered":"Glastonbury"},"content":{"rendered":"<p>Glastonbury ist eine leicht erweiterte Neuauflage von Kupferkessel Co. und das ist sehr l\u00f6blich. Kupferkessel Co. war und ist eines ziemlich gutes Spiel f\u00fcr zwei. Mit dem Niedergang von Goldsieber geriet es leider in Vergessenheit. Glastonbury l\u00e4sst sich aber auch sehr gut zu viert spielen. Neben dem Material f\u00fcr drei und vier Personen gibt es noch ein paar Sonderkarten, die aber nicht sonderlich originell sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Doch der Reihe nach. Da nicht mehr alle Kupferkessel kennen, lohnt ein kleiner Blick auf die Mechanik: Um eine Auslage von 6 mal 6 Karten laufen Spielfiguren. Aus der Reihe, auf der eine Figur stehen bleibt, darf sich der Spieler eine Karte nehmen und eine nachlegen. Die Karten haben Farben und Werte von eins bis vier. Der genommene Kartenwert bestimmt auch die Weite des eigenen n\u00e4chsten Zuges. Wer auf Eckfeldern stehen bleibt, darf keine Karte nehmen. Wenn es keine Karten zum Nachlegen mehr gibt, geht das Spiel noch so lange weiter, bis eine Reihe komplett leer ist.<\/p>\n<p>Dann kommt es zur Abrechnung: Wer eine Karte einer Farbe hat, bekommt ihren Wert an Minuspunkten, zwei Karten z\u00e4hlen genau null, drei Karten bringen ihren Wert an Pluspunkten und alle vier Karten geben zus\u00e4tzlich zu ihren Punkten noch einen Bonus von 5 Punkten. Karten der eigenen Spielerfarbe z\u00e4hlen doppelt.<\/p>\n<p>Entfernt erinnert Glastonbury an [cref maori], das auch aus der Feder von G\u00fcnter Burkhardt stammt, was nicht erstaunlich ist, da Maori ja auch Kupferkessel \u00e4hnelte. Die originelle Wertung wirkt zun\u00e4chst etwas kompliziert und verwirrend. Dabei ist eine effiziente Strategie ziemlich einfach: So viele Karten wie m\u00f6glich sammeln und dabei auf die eigene Farbe achten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"left\" title=\"Glastonbury\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/glastonbury.jpg\" alt=\"Bild von Glastonbury\" \/><br \/>\nDies l\u00e4sst sich anhand einer vereinfachten Zweipersonenpartie Glastonbury ohne Sonderkarten und ohne Eckregel verstehen, bei dem alle Karten verteilt werden. Dann haben beide Spieler gleich viele Karten. Wenn ich nun nur eine Karte einer Sorte habe, bekomme ich dann zwar -1 bis -4 Punkte, mein Mitspieler bekommt umgekehrt 6 bis 9 Pluspunkte, in der Summe sind dies aber immer 10 Punkte f\u00fcr den Gegner. Die beiden Kontrahenten m\u00fcssten also \u201eeigentlich\u201c nur Mehrheiten z\u00e4hlen. Doch diese Symmetrie wird durch diese drei Regeln gebrochen: Wer alle vier Karten einer Sorte besitzt, erh\u00e4lt 5 Extrapunkte. Wer Karten der eigenen Farbe sammelt, erh\u00e4lt die doppelte Punktzahl (positiv wie negativ). Und schlie\u00dflich gilt die Eckregel: Wer hier stehen bleibt (oder besser: bleiben muss), darf keine Karte nehmen.<\/p>\n<p>Damit ist der Fahrplan klar: So viele Karten nehmen wie m\u00f6glich, und unter diesen m\u00f6glichst viele Viererkombinationen bilden! Wer im Spiel zu zweit eine einzelne Karte aus einer solchen Kombination nimmt, verhindert, dass der Gegner den Bonus f\u00fcr vollst\u00e4ndige Kombinationen erh\u00e4lt. Im Mehrpersonenspiel k\u00f6nnen in der Wertung viel mehr Konstellationen auftrete, was die Situation deutlich verkompliziert.<\/p>\n<p>Diese Betrachtung zeigt die St\u00e4rke von Glastonbury: Es ist m\u00f6glich, das Spiel zu analysieren, das ist noch nicht mal sonderlich schwer. Es ist aber auch m\u00f6glich, das Spiel einfach zu genie\u00dfen, ohne sich tiefere Gedanken \u00fcber die Struktur des Spieles zu machen. Denn die offensichtliche Strategie: \u201eViele Karten der eigenen Farbe sammeln\u201c ist gar nicht schlecht. Zum Sieg braucht es noch etwas Gl\u00fcck und einen guten \u00dcberblick \u00fcber Punktestand der Mitspieler. Nun ist es bei Glastonbury zudem nicht erlaubt, die gesammelten Karten anzusehen. Nur die letzte Karte ist sichtbar. Dadurch sind alle Spieler immer gezwungen aufzupassen, und \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Gr\u00fcbelorgien im Endspiel ist ein Riegel vorgeschoben.<\/p>\n<p>Trotz des Mehrpersonenmodus bleibt das Spiel zu zweit besonders knackig. Wer also Kupferkessel Co. noch nicht hat, sollte unbedingt Glastonbury ausprobieren. Eine Zweitanschaffung neben Kupferkessel Co. ist aber nicht zwingend notwendig.<\/p>\n<p><span id=\"wertung\"><a title=\"2 von 3 Zutaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2v3zutatenbig.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" title=\"2 von 3 Zutaten- hier clicken f\u00fcr mehr\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2v3zutaten.jpg\" alt=\"Bild von 2 von 3 Zutaten\" \/><\/a><em><a title=\"Zu den Pr\u00e4dikaten\" href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/auszeichnungen\/\"><br \/>\nPr\u00e4dikat<\/a>: 2 von 3 Zutaten<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glastonbury ist eine leicht erweiterte Neuauflage von Kupferkessel Co. und das ist sehr l\u00f6blich. Kupferkessel Co. war und ist eines ziemlich gutes Spiel f\u00fcr zwei. Mit dem Niedergang von Goldsieber geriet es leider in Vergessenheit. Glastonbury l\u00e4sst sich aber auch sehr gut zu viert spielen. 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