{"id":9343,"date":"2014-07-23T21:29:25","date_gmt":"2014-07-23T19:29:25","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=9343"},"modified":"2025-07-07T13:02:19","modified_gmt":"2025-07-07T11:02:19","slug":"bali","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/bali\/","title":{"rendered":"Bali"},"content":{"rendered":"\n<p>In die Welt der Schattenspieler und Inselh\u00fcpfer entf\u00fchrt uns das Spiel Bali auf die gleichnamige Insel. Schon einige Jahre hat dieses Spiel auf dem Buckel, war aber nicht aus unserer Spielesammlung wegzudenken. Nun die Probe aufs Exempel: Stimmt der Spielspa\u00df noch oder hingen wir nostalgischen Gef\u00fchlen nach, als wir Bali wieder und wieder beim Aussortieren im Regal lie\u00dfen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Beim Auspacken kamen einige Erinnerungen hoch. Zuerst die Spielregeln. Ungew\u00f6hnlich und nicht absolut intuitiv zu erkl\u00e4ren. Bali erschien seinerzeit in der Reihe &#8222;Spiele f\u00fcr Viele&#8220;. Auch heute noch Kopfsch\u00fctteln dar\u00fcber. Auch wenn nie wirklich gekl\u00e4rt wurde, was &#8222;Viele&#8220; bedeutet: Geht es um viele Spieler? Dann passt Bali mit seiner Spielerzahl von 2 bis 4 Spielern nicht. Geht es um Spiele f\u00fcr die breite Masse &#8211; die klassische Klientel von &#8222;Spiel des Jahres&#8220;? Auch dann passt Bali nicht &#8211; k\u00e4me es heute auf den Markt, w\u00fcrde sich die Jury f\u00fcr den P\u00f6ppel in anthrazit zum &#8222;Kennerspiel des Jahres&#8220; mit Uwe Rosenbergs Pr\u00e4-Agricola-Werk auseinandersetzen. Beim Losspielen packte uns aber wieder die Faszination: Bali bietet ein v\u00f6llig anderes Spielgef\u00fchl, und das tr\u00e4gt auch heute noch von Insel zu Insel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Clou: An vier Inseln messen sich die Spieler mit Karten. An jeder Insel liegt f\u00fcr jeden Spieler ein eigener Kartenstapel bereit. Wer zum aktiven Spieler wird, zieht zwei Karten, alle anderen jeweils eine. Nun darf der aktive Spieler eine von f\u00fcnf m\u00f6glichen Personenkarten vorspielen und ausf\u00fchren. Alle anderen d\u00fcrfen nachziehen und entweder mitmachen (bei einer Funktion) oder \u00fcbertreffen (bei Priester oder Krieger, die f\u00fcr die Macht auf der Insel und in diesem Spiel f\u00fcr Siegpunkte sorgen). Die sechste Kartenart schlie\u00dflich erlaubt den Wechsel auf eine andere Insel. Dann hei\u00dft es: Aktuelle Karten an der alten Insel ablegen, zur neuen wechseln und die dortigen Karten aufnehmen. Besitzt der aktive Spieler an der neuen Insel den Priester- und\/oder den Krieger-Marker, so werden Siegpunkte verteilt. Sind alle Siegpunktmarker aufgebraucht, endet die Partie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Art, wie hier Karten ausgespielt werden, ist ungew\u00f6hnlich und doch nicht ganz ungewohnt zugleich. Dass ein Spieler eine &#8222;Rolle&#8220; (in diesem Fall: Personenart als Karte) vorgibt und alle anderen folgen k\u00f6nnen, kennen wir mittlerweile zur Gen\u00fcge. Doch bei Bali passiert noch viel mehr, und darin liegt f\u00fcr mich die Einzigartigkeit. Wir Spieler hantieren mit vier unterschiedlichen Kartenstapeln. Manche Personen erlauben durch ihre Funktion, dass ich mich an den Stapeln der anderen Inseln bediene. Auf diese Weise kann ich auf der aktuellen Insel eine starke Kartenhand aufbauen &#8211; mit dem Risiko, dann an der anderen Insel schwach dazustehen. Doch wer sagt denn, dass wir tats\u00e4chlich dort- und nicht woanders hinziehen?!<\/p>\n\n\n\n<p>Oder ich kann auf einer anderen Insel gezielt Karten platzieren, die mir dort besser passen. Gelingt es mir dann, dass wir alle dorthin ziehen, habe ich im wahrsten Sinne des Wortes dort &#8222;gute Karten&#8220;. Etwas unbequem ist nur, dass ich mir die Reihenfolge und Zusammensetzung der Karten merken muss&#8230; Gemein: Wenn ich passiver Spieler bin, kann ich die Pl\u00e4ne des aktiven Spielers vereiteln, indem ich auf eine seiner gespielten Personenkarten mit dem Ausspielen von zwei Karten dieser Sorte antworte &#8211; und seinen Zug dadurch sofort beende.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/bali.jpg\" alt=\"Bild von Bali\" title=\"Bali\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Figur zum Anzeigen der aktuellen Insel hei\u00dft &#8222;Dalang&#8220; &#8211; der Puppenspieler. Die Grafik der Personenkarten erinnert an Scherenschnitte und bringt fern\u00f6stliches Flair ins Spiel. Sehr atmosph\u00e4risch &#8211; auch heute noch gef\u00e4llt uns die Art der Illustration sehr gut. Auch die Art, wie wir mit den Karten umgehen &#8211; Verteilen auf andere Inseln, Zusammenziehen von Kr\u00e4ften, Agieren im &#8222;Schatten&#8220; durch das verdeckte Ablegen &#8211; passt zum Bild des Puppenspielers im Schatten: Wir bet\u00e4tigen uns im Ziehen der F\u00e4den aus dem Hintergrund heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das Durchst\u00f6bern des Spielregals und das Hervorholen alter Sch\u00e4tzchen wie schon k\u00fcrzlich Euphrat &amp; Tigris lohnt sich! Und da lauert noch so einiges, das eine Wiederentdeckung verdient&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In die Welt der Schattenspieler und Inselh\u00fcpfer entf\u00fchrt uns das Spiel Bali auf die gleichnamige Insel. Schon einige Jahre hat dieses Spiel auf dem Buckel, war aber nicht aus unserer Spielesammlung wegzudenken. 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