{"id":9467,"date":"2014-10-09T09:00:38","date_gmt":"2014-10-09T07:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=9467"},"modified":"2023-03-04T20:52:10","modified_gmt":"2023-03-04T19:52:10","slug":"schatten-uber-landsitz-hagenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/schatten-uber-landsitz-hagenberg\/","title":{"rendered":"Schatten \u00fcber Landsitz Hagenberg"},"content":{"rendered":"<p>Bereits zum zweiten Mal (nach <a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/mord-in-der-puszta\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mord in der Puszta<\/a>) erhielten wir eine Anfrage der Art: &#8222;Auf Ihrem Blog besprechen Sie Krimispiele. H\u00e4tten Sie nicht auch Interesse, unser neues Spiel &#8230; zu testen?&#8220;. Klar haben wir! Und so schickten uns die Verleger von <a title=\"Zur Homepage von Culinario Mortale\" href=\"http:\/\/www.culinario-mortale.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Culinario Mortale<\/a> ihren ersten Fall &#8222;Schatten \u00fcber Landsitz Hagenberg&#8220; zu. Es gelang uns, die ideale Besetzung mit drei Frauen und f\u00fcnf M\u00e4nnern zusammen zu trommeln &#8211; und so stieg schlie\u00dflich unsere Dinnerparty im Schloss des Firmenpatriarchen Anton Hagenberg.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wer \u00fcber Krimispiele schreibt, m\u00f6chte den interessierten Spielerinnen und Spielern nat\u00fcrlich nicht den Spa\u00df verderben. Deshalb hier unser \u00fcblicher &#8222;Disclaimer&#8220;: <em>In dieser Besprechung werden keine Informationen preisgegeben, die f\u00fcr den Tathergang wichtig sind.<\/em> Weiterlesen ist also gefahrlos m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Sechs der teilnehmenden Spieler hatten bereits wiederholt mit uns nach M\u00f6rdern gesucht. Ein befreundetes P\u00e4rchen erlebte sein Krimidinner-Deb\u00fct &#8211; und prompt erhielt eine dieser beiden Personen die Rolle der schuldigen Person zugelost! Und meisterte ihre aufregende Aufgabe ganz prima.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"left\" title=\"Schatten \u00fcber Landsitz Hagenberg\" src=\"https:\/\/das-spielen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/hagenberg.jpg\" alt=\"Bild von Schatten \u00fcber Landsitz Hagenberg\" \/><br \/>\nThematisch bietet dieser Fall von Culinario Mortale keine exotische Kulisse. Im Familiensitz der Hagenbergs versammeln sich die G\u00e4ste zum 70. Geburtstag des Familienoberhauptes und Firmenbesitzers. Dieser wird im Laufe der Nacht vergiftet. Er \u00fcberlebt dies jedoch und sucht am folgenden Tag im Kreise der Verd\u00e4chtigen nach dem Schuldigen. Dabei ist nicht klar, ob dies vielleicht eine Finte ist &#8211; handelt es sich wom\u00f6glich auch um eine Aktion des Patriarchen selbst?! Auszuschlie\u00dfen ist das nicht &#8211; aber wie \u00fcblich haben alle Rollen ihren ganz individuellen Dreck am Stecken, und so fliegen die Verd\u00e4chtigungen und hartn\u00e4ckigen Nachfragen schnell hin und her \u00fcber den Tisch!<\/p>\n<p>Spieltechnisch ist der Fall recht konventionell aufgebaut. Zun\u00e4chst erh\u00e4lt jeder einige Informationen \u00fcber sich selbst und \u00fcber die anderen Personen. Ein wenig anders gestalten sich die &#8211; hier: drei &#8211; Spielrunden. Denn im Unterschied zu anderen Krimidinner-Spielen wird hier eine chronologische Abfolge gew\u00e4hlt. In der ersten Runde erfahren alle, was die durch sie verk\u00f6rperte Person zwischen 17:00 und 19:00 Uhr getan hat. In der zweiten Runde geht es um den Zeitraum zwischen 19:00 und 21:45 Uhr, und in der dritten schlie\u00dflich um die Zeit bis zur Entdeckung des vergifteten Anton Hagenberg. Diese Art des Ablaufes fanden wir zun\u00e4chst ungewohnt. Einen gro\u00dfen Vorteil hat dies jedoch: Durch den chronologischen Ablauf passiert es praktisch nicht, dass ich beim Improvisieren etwas erfinde, das durch neue Informationen in sp\u00e4teren Runden widerlegt werden k\u00f6nnte. Diese Form hat f\u00fcr uns gut funktioniert und kommt mir insbesondere einsteigerfreundlich vor.<\/p>\n<p>Nach dem Lesen der eigenen Rolleninformationen, sowie des eigenen Textes zu Runde 1 einigten wir uns darauf, eine Vorstellungsrunde einzulegen. Die Spielregel sieht dies nicht vor, aber zur Orientierung und zum Einfinden in die Rollen empfinden wir es als hilfreich. Sonderlich viel gibt in einer solchen Vorstellung kaum jemand von sich preis, aber die Verwandt- und Bekanntschaftsgrade zu erfassen wird hierdurch sehr gut unterst\u00fctzt. Schnell fingen wir daraufhin an, uns gegenseitig zu befragen. Die beiden Krimispiel-Neulinge konnten sich dabei zun\u00e4chst durch Zuh\u00f6ren ein wenig orientieren und gelangten dann schnell ins Spiel und trugen ihre Informationen bei.<\/p>\n<p>Die drei Spielrunden werden &#8211; wie \u00fcblich &#8211; so lange durchgef\u00fchrt, bis alle versichern, dass sie keine neuen Informationen mehr beitragen k\u00f6nnen. Zwischen den Runden gelangen allgemeine Informationen ins Spiel, bevor die Spieler die n\u00e4chsten Rundeninformationen \u00f6ffnen. Geschickt gel\u00f6st ist dies durch das Material: Durch eine Perforation sind die Informationen in den Spielerheften sozusagen &#8222;versiegelt&#8220;. Erst zum geeigneten Zeitpunkt trennt man diese Perforation auf und kann so weiterlesen. Dadurch ist sichergestellt, dass niemand versehentlich zu fr\u00fch eine Information ersp\u00e4ht. Zudem ist der Grundriss des Landsitzes im Material jeden Spielers abgedruckt &#8211; kein Herumreichen der Karte n\u00f6tig! Hier gibt es von unserer Spielerunde ein dickes Lob f\u00fcr das Material!<\/p>\n<p>Die drei Spielrunden absolvierten wir gut in der vorgebenen Zeit. Zum Dessert gab es dann die Aufl\u00f6sung. Gem\u00e4\u00df der Spielregel f\u00fchrten wir eine Runde durch, in der jeder seinen Verdacht \u00e4u\u00dferte. Nach abschlie\u00dfenden Diskussionen musste sich endlich jeder entscheiden, und in einer gleichzeitigen Abstimmung wurde die schuldige Person schlie\u00dflich entlarvt &#8211; jedoch nicht einstimmig! Anhand der verf\u00fcgbaren Informationen war es aus unserer Sicht m\u00f6glich, sie zu identifizieren. Allerdings erlebten wir beim Verlesen der Aufl\u00f6sung noch \u00dcberraschungen, denn nicht alles hatten wir herausgefunden oder erkl\u00e4rt &#8211; in einem Fall haben wir kritisch hinterfragt, wie wir eine bestimmte Information \u00fcberhaupt h\u00e4tten herausfinden k\u00f6nnen. Bis auf diese f\u00fcr uns nicht befriedigend beantwortete Frage waren die Informationen jedoch gut aufgebaut.<\/p>\n<p>Dieser erste Fall von Culinario Mortale hat f\u00fcr unsere Runde gut funktioniert und uns einen unterhaltsamen Abend beschert. Die Schwierigkeit des Falles sch\u00e4tze ich als eher leicht bis maximal mittel ein. Die Gestaltung in chronologischen Runden funktioniert gut und bietet einen einfachen Einstieg. Die Interaktionen der Personen untereinander waren einigerma\u00dfen konventionell &#8211; will sagen: Es gab keine ungew\u00f6hnlichen \u00dcberraschungen oder Verwicklungen. Freilich hatte jeder etwas zu verbergen. Vollkommen unerwartete Wendungen blieben jedoch im Gro\u00dfen und Ganzen aus. Hier ist f\u00fcr mich nach wie vor die Reihe von &#8222;Krimi Total&#8220; f\u00fchrend &#8211; durch Nebenhandlungen werden dort noch mehr unterschiedliche Interessen verfolgt, sowie die Spieler st\u00e4rker mit Verwicklungen \u00fcberrascht. Doch insbesondere f\u00fcr den Einstieg in das Genre der Krimidinners ist ein eher geradliniger Fall wom\u00f6glich besser geeignet. Um die Einstiegsh\u00fcrde niedrig zu halten gibt es auch andere Ans\u00e4tze, etwa bei &#8222;M\u00f6rderische Dinnerparty&#8220;, in der sogar vorgelesene Dialoge enthalten sind, durch die sichergestellt wird, dass die wichtigen Informationen einflie\u00dfen, noch dazu unterst\u00fctzt von rundenweisen Zusammenfassungen, die von einer CD abgespielt werden &#8211; das mag in anderen Runden funktionieren, doch mit unseren das freie Spiel bevorzugenden Mitspielern passte das starrere Konzept der M\u00f6rderischen Dinnerparty nicht so gut.<\/p>\n<p>Bei Culinario Mortale sind je nach Fall 5 oder 6 bis maximal 8 Rollen vorgesehen. Das bedeutet, dass optionale Rollen mitspielen, deren Unschuld von vornherein feststeht. Selbst wenn nur der Gastgeber diese Rollen kennt, so wird zumindest ihm eine Information vorweggenommen. Das finde ich schade. Wie man dies l\u00f6sen kann, haben wir bei <a href=\"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/familie-seebrueck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Familie Seebr\u00fcck<\/a>\u00a0gesehen. Hier gibt es einen passwortgesch\u00fctzten Bereich, der die Personenzusammenstellung f\u00fcr eine gew\u00fcnschte Personenzahl freigibt. Wer in Vollbesetzung spielt, m\u00fcsste gar nicht nachschauen. In jedem Fall w\u00fcrde niemand erfahren, welche Rollen optional sind. Da Culinario Mortale einen &#8222;Support-Code&#8220; f\u00fcr verloren gegangenes Spielmaterial beiliegt (eine gute Idee, die wir jedoch keinem Test unterziehen mussten), d\u00fcrfte doch eine \u00e4hnliche L\u00f6sung f\u00fcr die Herausgeber kein technisches Problem darstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits zum zweiten Mal (nach Mord in der Puszta) erhielten wir eine Anfrage der Art: &#8222;Auf Ihrem Blog besprechen Sie Krimispiele. 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