{"id":9571,"date":"2014-11-20T09:00:14","date_gmt":"2014-11-20T08:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=9571"},"modified":"2014-11-19T22:46:51","modified_gmt":"2014-11-19T21:46:51","slug":"essen-zu-zweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/essen-zu-zweit\/","title":{"rendered":"Essen zu zweit"},"content":{"rendered":"<p>Seit Essen waren wir nicht unt\u00e4tig, haben uns weiter durch den Stapel an Neuheiten gespielt. Ausf\u00fchrlicher kennen gelernt haben wir etwa schon Deus, das Peter in der kommenden Fairplay besprechen wird. Doch es gilt immer die Entscheidung zu treffen: Erstmal die Neuheiten weiter kennen lernen? Oder schon f\u00fcr Rezis intensiv einzelne Titel spielen? Wir waren bisher eher vielf\u00e4ltig unterwegs. Und haben dabei zwei Messe-Trends ausgekostet. Einer davon lautet: Zwei-Personen-Spiele!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Naturgem\u00e4\u00df blieben die Spiele f\u00fcr zwei Spieler f\u00fcr unsere [cref nichtreprasentative-auswahl-von-spielen-die-einigen-spielern-gefielen-oder-der-linke-stapel] unber\u00fccksichtigt. Denn wir verbringen die Woche nach Essen zu viert &#8211; und haben nicht wirklich Lust, uns dann in zwei Zweier-Gruppen aufzuteilen (au\u00dfer f\u00fcr die obligatorische Partie &#8222;Game&#8217;s Up!&#8220;, versteht sich). Bei der feierlichen Einsortierung der Neuheiten in unser Spieleregal fiel uns dann auf, wie viele Zwei-Personen-Spiele wir aus Essen mitgenommen oder zugeschickt bekommen hatten!<\/p>\n<p>Unter den Zwei-Personen-Spielen befindet sich ein kleines Juwel: <strong>The Ravens of Thri Sahashri<\/strong>. Nach Villannex und See Know Buzz hatten wir eher wieder Zweifel gehabt, ob es mit den japanischen &#8222;Geheimtipps&#8220; noch so weit her sei. Thema und Mechanismus der &#8222;Ravens&#8220; in wenigen S\u00e4tzen zu schildern ist knifflig. Einer spielt den aktiven, der andere den passiven Part. Der aktive Spieler bastelt an einer Auslage, die am Ende einer Runde nur solche Farben enthalten darf, die in der zun\u00e4chst verdeckten Auslage des passiven Spielers vorkommen. Letzterer w\u00e4hlt Karten aus der Auslage und versucht so, dem aktiven Spieler Informationen zu vermitteln. Ein wenig erinnert dies an ein asymmetrisches Hanabi mit einem sehr exotischen Thema. Nach der ersten Partie haben wir lange gemeinsam dar\u00fcber nachgedacht, welche M\u00f6glichkeiten man hat und weshalb dies so reizvoll ist.<\/p>\n<p>Als Schwergewicht &#8211; sowohl von der Komplexit\u00e4t als auch vom Gewicht her &#8211; haben wir <strong>Arler Erde<\/strong> mitgebracht. In unserer ersten Partie ging uns der Mechanismus gleich gut von der Hand. Und wenn wir den Autorennamen erst im Anschluss an die Partie h\u00e4tten raten d\u00fcrfen, h\u00e4tte ich mir sehr gute Chancen auf einen Treffer ausgerechnet. Die Anleihen ans Spielgef\u00fchl von anderen Spielen von Uwe Rosenberg sind unverkennbar, doch enth\u00e4lt es erneut gen\u00fcgend neue Spielelemente, um uns zu fesseln. Darunter zum Beispiel die Veredelung von G\u00fctern durch Transport, sowie die Einbeziehung von Lieferungen in die friesischen St\u00e4dte (um feinsinnig zwischen ost- oder nordfriesischen St\u00e4dten zu unterscheiden, sind wir wohl zu weit im S\u00fcden).<\/p>\n<p>Ein weiteres Highlight im komplexeren Bereich sind die <strong>J\u00e4ger und Sp\u00e4her<\/strong> von Gerhard Hecht bei Kosmos. Den Autor kennen wir bereits von [cref kashgar], nun d\u00fcrfen wir verschiedene Personen der Steinzeit-Kommune dirigieren, um schneller als der Gegenspieler an die ben\u00f6tigten Siegpunkte zu gelangen. Eine Parte mit den Einsteiger- und eine mit den Fortgeschrittenenregeln haben wir absolviert und nicht ann\u00e4hernd das Gef\u00fchl, alle Feinheiten erfasst zu haben. Klar, man kann so seine Ziele verfolgen. Kurzfristig den anderen zu \u00e4rgern gelingt auch prima, etwa die letzten Stein-Ressourcen abdecken oder schneller das Fleisch nach Hause zu schaffen. Wie man sich prima mit einer sehr schlechten Variante der Hunger-Strategie von [cref stone-age] kaputt spielen kann, haben wir ebenfalls ausprobiert. Merke: Immer die Hungermarker im Blick behalten! Und weiter jagen und sp\u00e4hen.<\/p>\n<p>Aus der leichtg\u00e4ngigen Ecke stammen die drei &#8222;Kuh&#8220;-Spiele von Reinhard Staupe beim N\u00fcrnberger Spielkarten-Verlag. Ein Karten- und zwei W\u00fcrfelspiele laden zu kurzweiligen Partien ein. Bei <strong>Zum Kuhkuck<\/strong> gilt es, beim Kartenaufdecken nicht die unter Strom stehende Kuh zu erwischen, sondern rechtzeitig aufzuh\u00f6ren. In <strong>Kuh Vadis<\/strong> kreuzen die Spieler die Felder auf dem gemeinsamen Blatt an, um als erste die eigenen drei Startfelder zu verbinden. Die Felder zeigen die Zahlen und K\u00fche, und um sie anzukreuzen, muss man Drillinge (Zahl) oder Zwillinge (K\u00fche) mit f\u00fcnf W\u00fcrfeln erreichen &#8211; bei Vierlingen erh\u00e4lt man einen weiteren Zug! Und um bei <strong>Kuhlorado<\/strong> die Nase vorn zu haben, gilt es aus einer Auswahl von zwei W\u00fcrfeln passende Felder anzukreuzen und in den Wertungen wie &#8222;die meisten Felder um den Trog&#8220; oder &#8222;Mehrheit entlang der Randseite&#8220; den Gegner zu \u00fcbertrumpfen. Das ist angenehme, lockere Kost f\u00fcr zwischendurch!<\/p>\n<p>F\u00fcr uns eine weitere angenehme \u00dcberraschung war <strong>Patchwork<\/strong> von Uwe Rosenberg. Der eigene Spielplan soll mit den zuvor in einem Rundkurs angelegten Flicken m\u00f6glichst l\u00fcckenlos aufgef\u00fcllt &#8211; pardon: gen\u00e4ht &#8211; werden. F\u00fcr das Einn\u00e4hen eines Flickens muss dieser in Reichweite der eigenen Spielfigur stehen, die sich immer im Uhrzeigersinn weiterbewegt. Die gesamte Information liegt von Anfang an offen. Jeder Flicken kostet Kn\u00f6pfe und Zeit. Manche Flicken zeigen Kn\u00f6pfe, und diese f\u00fchren zwischendurch zur Auszahlung, alternativ gelangt man durch Passen an Nachschub. Richtig planen und geschickt bauen &#8211; diese Kombination gefiel uns!<\/p>\n<p>Abstrakt geht es zu bei den <strong>Oklahoma Boomers<\/strong>. Da wir [cref cities] &#8211; und auch den Nachfolger [cref limes] &#8211; sehr m\u00f6gen, waren wir sehr gespannt auf das neue Spiel von Martyn F. Bei den Oklahoma Boomers geht es um das Abstecken von Bauland. Ein bisschen Packeis am Pol trifft Grundz\u00fcge von Go. Uns hat diese Kombination noch nicht vom Hocker gerissen, spielen es aber weiter. Rezi folgt, allerdings wissen wir noch nicht, ob hier oder in der Fairplay. Letztere h\u00e4tte bei dem gro\u00dfen Angebot an Spielen zu zweit dringend eine Wiederbelebung der Rubrik &#8222;Jeux de Deux&#8220; verdient.<\/p>\n<p>Nicht anfreunden konnten wir uns mit <strong>Canopy Walk<\/strong>, oder wom\u00f6glich haben wir auch was falsch gespielt? Einer spielt die hellen Wege, der andere die dunklen. Punkte gibt es vor allem, wenn es gelingt, die Wege von einer Spielfeldseite zu einer der drei anderen zu f\u00fchren. Wer in Sackgassen endet, punktet zwar auch, aber deutlich sparsamer. Doch man darf dem anderen in den Weg bauen und so manchen Plan damit zerst\u00f6ren. Uns hat es etwas an eine eher destruktive Spielweise bei [cref san-francisco-cable-car-metro] erinnert.<\/p>\n<p>Um es noch einmal zu betonen: Meine Beschreibungen basieren auf einer oder nur wenigen Partien. Solche Spielerfahrungen bringen es mitunter mit sich, dass sich unsere Meinung nochmal \u00e4ndert. Auch kann ich damit noch keine Aussage zum Langzeitspielspa\u00df machen. Lediglich zur Spielbarkeit zu zweit ist sicher: Diese ist in allen F\u00e4llen gegeben, und es ist die beste Spielerzahl f\u00fcr diese Spiele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Essen waren wir nicht unt\u00e4tig, haben uns weiter durch den Stapel an Neuheiten gespielt. Ausf\u00fchrlicher kennen gelernt haben wir etwa schon Deus, das Peter in der kommenden Fairplay besprechen wird. Doch es gilt immer die Entscheidung zu treffen: Erstmal die Neuheiten weiter kennen lernen? Oder schon f\u00fcr Rezis intensiv einzelne Titel spielen? 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