{"id":9581,"date":"2014-11-27T13:52:48","date_gmt":"2014-11-27T12:52:48","guid":{"rendered":"https:\/\/das-spielen.de\/?p=9581"},"modified":"2014-11-27T13:52:48","modified_gmt":"2014-11-27T12:52:48","slug":"winzigkleine-spiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-spielen.de\/index.php\/winzigkleine-spiele\/","title":{"rendered":"Winzigkleine Spiele"},"content":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit mausern sich Minimal Games vom absoluten Insidergeheimtipp zum Massenph\u00e4nomen. Designer versuchen sich an Materialminimalismus \u2013 man ist versucht, schon von <a href=\"http:\/\/www.dada-companion.com\/duchamp\/readymades_catalogue.php\" target=\"_blank\">Readygames<\/a> zu sprechen &#8211; zu unterbieten, vergessen dabei manchmal aber, dass es am Ende auf den Spielspa\u00df ankommt. Andere reduzieren einfach die Regeln oder packen ein normales Spiel in eine etwas kleinere Schachtel, um munter auf der Welle mitzureiten. Das ist auch alles legitim, denn niemand wei\u00df so ganz genau, was ein Minimal Game eigentlich ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>So ganz neu ist das Ph\u00e4nomen denn auch gar nicht. Pico von Doris und Frank gibt es schon lange, und viele Karten- oder W\u00fcrfelspiele der letzen Jahre erinnern an enorm moderne Minimal Games. Das minimalistischste mir bekannte Spiel ist \u00fcbrigens <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Chopsticks_%28hand_game%29\" target=\"_blank\">Chopsticks<\/a>, das sich allein mit 4 Fingern und ohne gedruckte Regel spielen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\nDoch Minimal Games bieten oft mehr ein Experiment als ein echtes Spielerlebnis. Spiele wie Villannex oder See-Know-Buzz, ein Ninja-Stichspiel, bei dem jeder nur drei Karten bekommt, haben kaum eine Chance, gr\u00f6\u00dfere Fankreise zu erreichen. Villannex hat bei aller Reduktion, es spielt jeder nur zweimal zwei Karten und das auch noch gleichzeitig, dabei auch noch einen ungemein verwirrenden Wertungsmechanismus. Aber im Fahrwasser des Unterbietungswahns gibt es dieses Jahr einen ganzen Schwung origineller wie leichtg\u00e4ngiger Kleinspiele, die auch ohne Geekbonus \u00fcberzeugen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\nOk, das schon auf dem linken Stapel ([cref nichtreprasentative-auswahl-von-spielen-die-einigen-spielern-gefielen-oder-der-linke-stapel]) erw\u00e4hnte Tome of Calling ist kaum massenf\u00e4hig. Nach genaueren Bespielungen des linken Stapel 2014 best\u00e4tigt sich aber unser Eindruck, dass momentan die kleinen Spiele den gro\u00dfen Gr\u00fcbelgoliaths die Schau stehlen. Alles kleine, was Sie auf dem linken Stapel sahen, ist immer noch ein guter Tipp, und zu unserer Empfehlung von [cref machi-koro] stehen wir weiterhin.<\/p>\n<p>\nAber dieses Jahr lohnt auch ein Blick in die zweite Reihe. Da gibt es zum Beispiel 7 Kingdoms von Deinko, bei dem es darum geht, Karten zu spielen, um wieder welche zu nehmen. Die gespielten Karten bilden die Grundlage der Auslage des n\u00e4chsten Zuges. Eingetauschte Karten lassen sich entweder als Siegpunkte beiseitelegen oder erneut ausspielen. Das Spiel verwirrt zun\u00e4chst. Ich glaube mittlerweile, dass dies von den Koreanern so gewollt ist. Es k\u00f6nnte mehr dahinter stecken, doch um dies herauszufinden, m\u00fcssen wir das Spiel noch etwas h\u00e4ufiger testen.<\/p>\n<p>\nDer 7bte Zwerg von Peter Neugebauer ist hingegen ein Beispiel daf\u00fcr, dass es auch schon fr\u00fcher Kleinspiele gab, denn es ist die Neuauflage von Zocken und eine gute Chance, dieses W\u00fcrfelspiel neu kennenzulernen. Auch Knizias Zeitalter des Krieges ist &#8222;nur&#8220; eine Neuauflage von Risiko Express. Letzteres hatte ich in keiner guten Erinnerung, aber das Zeitalter des Krieges konnte uns mit kleinen Abstrichen \u00fcberzeugen. Nur durch leichtes \u00c4ndern von Thema und Aufmachung sp\u00fcrten wir beim W\u00fcrfeln statt \u00f6der Langeweile das Toben der Schlachten um Japans Festungen. Nur dauert das Spiel etwas zu lang. Reiner Knizia sollte vielleicht das Spiel vielleicht aufs noch Wesentlichere k\u00fcrzen. <\/p>\n<p>\nSchlie\u00dflich muss ich noch kurz auf Colors of Kasane hinweisen. Dabei gilt es einen bunten Kimono auszulegen. Reihum nehmen alle Karten aus einer offenen Auslage auf die Hand. Die Kartenhand darf dabei nicht umsortiert werden. Daf\u00fcr ist es erlaubt, Teile der Hand wieder ab- und an den pers\u00f6nlichen Kimono anzulegen. F\u00fcr gelungene Kartenkombinationen gibt es dann Punkte. Allein schon die liebevolle Gestaltung des Spiels rechtfertigt einen genaueren Blick. Auch Colors of Kasane werden wir bald genauer w\u00fcrdigen.\n<\/p>\n<p>Wenn Sie also der Meinung sind, dass der Jahrgang wenig gro\u00dfe Spielerlebnisse bietet, dann nutzen Sie doch die gewonnene Zeit, um sich mit den vielen Kleinoden zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit mausern sich Minimal Games vom absoluten Insidergeheimtipp zum Massenph\u00e4nomen. Designer versuchen sich an Materialminimalismus \u2013 man ist versucht, schon von Readygames zu sprechen &#8211; zu unterbieten, vergessen dabei manchmal aber, dass es am Ende auf den Spielspa\u00df ankommt. 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