Dominion

Das ist ja wie Siedler … zumindest von der quadratischen Schachtelgröße her. Darin verbirgt sich ein Kartenspiel. Ist dann nicht arg viel Luft in der Schachtel? Vielleicht, aber immerhin handelt es sich um 500 Karten. Bei Dominion sind sie geschickt einsortiert und damit für die nächste Partie schnell griffbereit. Benötigt werden in einem Spiel 18 von 33 Kartenstapeln in immer wechselnden Zusammensetzungen.

Die Hintergrundgeschichte ist eher zum Davonrennen. Eine Kostprobe:

“Du bist ein Monarch, genau wie deine Eltern zuvor – Regent eines netten kleinen Königreichs mit Flüssen und immergrünen Ländereien. Doch anders als deine Vorfahren hast du Hoffnungen und Visionen. Du willst mehr! (…) Aber warte! Es liegt etwas in der Luft … Da sind noch andere Monarchen, die genau jetzt genau die gleiche Idee haben. (…)”

Dorf

Das Zusammenraffen zahlreicher Ländereien in Form von Anwesen, Herzogtümern und Provinzen ist ergo das erklärte Spielziel. Die Verwaltung dieser Besitztümer frisst jedoch eigene Ressourcen auf, dazu später mehr. Jeder Spieler besitzt ein eigenes Kartendeck. Darin befindet sich zu Beginn das “nette kleine Königreich” in Form von drei Anwesen, sowie ein bisschen Cash für das “Mehr”, bestehend aus sieben Kupfermünzen – das sind insgesamt zehn Karten.

Reihum führen die Spieler ihre Züge aus. Fünf Karten des eigenen Decks stehen dazu zunächst zur Verfügung. Man spielt eine Aktionskarte aus, führt sie aus, darf dann einen Einkauf tätigen, wirft alle verbleibenden Handkarten ab und zieht sich vom eigenen Stapel fünf neue Karten nach. Mit diesen bestreitet man dann den nächsten Zug, nachdem alle anderen dran waren. Sobald entweder alle Provinzen (kosten acht Geldeinheiten, bringen sechs Siegpunkte) oder drei beliebige andere Kartenstapel ratzekahl leergekauft sind, endet das Spiel.

Moooment. Nicht so schnell. Was hat es überhaupt mit diesen Aktionskarten auf sich? Anfangs hat jeder doch nur Anwesen und Kupfer?! Mit dem Startkapital kann man sich weitere Geldkarten oder besagte Aktionskarten kaufen. Ab dem dritten Zug – nachdem die ersten zehn Karten durchgespielt sind und der Stapel neu gemischt wurde – können sie zum Einsatz kommen. Sie erlauben das Nachziehen weiterer Karten, zusätzliche Aktionen oder Einkäufe, erleichtern letztere, ärgern die Mitspieler, und viele weitere lustige Sachen mehr. Kurz: Sie bringen Pfeffer ins Spiel und würzen es von Partie zu Partie, von Zug zu Zug neu. Ebenfalls eingekauft werden können die Siegpunktkarten. Ein Anwesen für einen Siegpunkt kostet zwei Geldeinheiten und ist eigentlich leicht zu erstehen. Doch praktisch ist das nicht, denn es ist eine Karte wie jede andere und “verstopft” das eigene Kartendeck. Denn ein Anwesen kauft nichts und bringt keine Aktion – nimmt aber eine von fünf Handkarten in Anspruch, wenn es nachgezogen wird. Das stört ungemein, weil es den Handlungsspielraum einschränkt. Lieber konzentriert man sich da auf die Herzogtümer mit drei, noch lieber auf die Provinzen mit sechs Siegpunkten. Blöderweise kosten die acht Geldeinheiten, und die wiederum kann man zu Beginn gar nicht auf einmal auf die Hand bekommen. Schließlich besitzt man erstmal bloß die Geldkarten mit Wert eins.

Also zurück zum Start: Die Aufgabe lautet, effektiv an genügend Geld zum schnellen und vor allem hohen Siegpunktkauf zu gelangen. Alles weitere ist Beiwerk – wer sich zu sehr an den zigtausend möglichen Kartenkombinationen berauscht, hat oft genug das Nachsehen, wenn andere Spieler durch den Erwerb hoher Geldkarten beim Siegpunktkauf davonpreschen. Doch der Spielreiz gerade in den ersten zehn, zwanzig oder gar noch mehr Partien besteht im Kennenlernen der Karten.

2 von 3 Söldnern
Dritter von 3 Söldnern
Prädikat: 3 von 3 Söldnern

Diese lassen sich auf vielfältige Weise kombinieren. Das ist suchterzeugend und reizt immer wieder zu neuen Spielrunden in allen möglichen Besetzungen. Besonders zu zweit lässt sich Dominion exzellent zocken. Wechselwirkungen mit anderen Spielern ergeben sich durch das gegenseitige Wegkaufen besonders begehrter Karten, sowie durch ein paar Aktionskarten. Diese behindern vor allem den Kartennachschub der Mitspieler.  Das alles ergibt bestens eine Menge Stoff für einen eigenen Strategieartikel. Mehr vom Reichtum an Ländereien folgt also bei SpielEn.de. Na, wenn das mal keine Empfehlung ist?

Share

Mein Kommentar

  • (wird nicht weitergegeben)