Dao

Ein Buch von Douglas Adams beginnt mit der Erkenntnis, dass es in keiner Sprache der Erde den Satz „schön wie auf einem Flughafen!“ gibt. Ähnlich geht es wahrscheinlich der Aussage „Die Welt liebt Messeberichte!“ In der Fairplay versuchen wir deshalb seit einiger Zeit die unvermeidlichen Kurzvorstellungen von Messeneuheiten attraktiver zu gestalten. Der Erfolg ist schwer messbar, immerhin haben wir selbst mit dem aktuellen Format viel mehr Spaß. Zu einer schon verfassten Kurzvorstellung kam jetzt aber unverhofft auch schon die vollständige Rezension unseres à la Carte Rezensenten. Deshalb gibt es heute eine Premiere: das Prescriptum von DAO.

Prescriptum: Der Text beruht auf einer einzigen Partie. Ich habe durchaus Lust DAO weiterzuspielen. Darin gleicht es vielen Kartenspielen. In kurzer Zeit gibt es viele Partien, dann verschwinden sie wieder, um durch den nächster Absacker ersetzt zu werden. Das ist völlig okay und erklärt auch den großen Erfolg kleiner Kartenspiele und damit die immer größer werdende Zahl von Kartenspielneuheiten.

Viele Kurzvorstellungen entstehen kurz nach der Messe, bevor es eine Chance gibt das Spiel zu spielen. Auf Prototypen greifen wir nur ungern zurück. Prototypen verändern den Blick auf ein Spiel, Kritiker tendieren dazu Spiele, die sie als Prototypen kennenlernten zu positiv zu bewerten. Wir sind selbst schon manches Mal in diese Falle getappt. Als Ausgleich bringen wir in der Fairplay keine Wertung zu den Nürnberger Neuheiten, sondern nur eine Potenzialeinschätzung und eine fiktive Quote. Wären wir ein Wettbüro und würden wir auf Spielerfolge wetten, so würden wir diese Quoten anbieten. DAO wäre tief im Mittenfeld, also so bei ca. 50:10. Wird das Spiel ein Hit, zahlen wir für 10 eingesetzte fiktive Geld 50 aus.

Allzu ernst dürfen Sie die Einschätzungen und Quoten aber nicht nehmen, sie sollen wirklich nur die sonst doch sehr langweilige Textform des Messeberichts auflockern. Oft sind die Texte aber doch treffender als vermutet, besonders wenn sie auf einer gespielten Partie beruhen. Mehr als einmal wollten wir schon, nachdem wir schließlich genug Spielerfahrung gesammelt hatten, eine zweiseitige Rezension zu einem Spiel verfassen, nur um festzustellen, dass die ursprünglichen zehn Zeilen schon alles Wesentliche enthielten.

Doch nun zum Text:

Thema: DAO ist chinesisch und bedeutet „dümmster anzunehmender Ortograv“. Deshalb hat Amigo jetzt ein Spiel nur mit Nummern und Zeichen gemacht. Es geht auch noch um Wege und Ziele, wichtig ist es aber nur, viele Plus- und wenig Minusbungde zu sammeln.

Optik: Wie gesagt, es gibt chinesisch anmutende Karten mit Symbolen und Zahlen.

Mechanik: Entfernt erinnert DAO an Parade, und das ist gar nicht mal so schlecht. Wieder liegen Karten in einer Reihe aus. Dann läuft es aber anders. Wer am Zug ist, darf entweder die vorderste Karte zu sich nehmen oder er muss eine zufällige Karte der Reihe hinzufügen. Steigt dadurch die ausliegende Summe auf über 12, bekommt er alles, außer die neu aufgedeckte Zahl gleicht der bisher zuletzt liegenden.

Wenn alle Karten aufgedeckt sind, bekommt jeder die Summe aller Zahlen einer Farbe als Pluspunkte und muss die Anzahl aller anderen gesammelten Karten als Minuspunkte angerechnet. Das war es auch schon.

Potenzial: DAO spielt sich locker und leicht. Ob es einen ähnlichen Reiz wie PARADE auszulösen vermag oder ob es sogar einen eigenen Charakter entwickeln kann, steht noch nicht fest. Für einige lustige Partien taugt es aber allemal.

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AutorAndy Hopwood
VerlagAmigo
Spieldauer15 Minuten

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