Altleiningen 2017

Nach dem Spielestapeln in Mallorca ist Altleiningen (Bericht zu Altleiningen 2016) die nächste Gelegenheit des Jahres, um weiter zu stapeln. So auch in diesem Jahr. Ein besonderes Highlight war das Wiedertreffen mit vielen bekannten Mitspielerinnen und Mitspielern, mit denen wir viele gute Gespräche geführt haben. Ein rundum schönes Wochenende! Und was haben wir gespielt?

Zunächst begaben wir uns nochmal zu den Rajas of the Ganges, für das nach wie vor der Linke Haufen passend erscheint. Es war zudem das wahrscheinlich meist gespielte Spiel des Wochenendes. Kaum ein Spiel haben wir so oft auf den Tischen gesehen. Für unser Exemplar sprachen uns am Samstagabend die Mitspieler einer Spielerunde an – ein Marker würde fehlen. Das sei schon beim Auspacken der Fall gewesen, sie wollten aber auf jeden Fall Bescheid geben. Vielen Dank dafür! Doch: Als ich am Sonntag kurz vor unserer Abfahrt das Spiel von wieder einer anderen Runde zurück erhielt, war der Marker scheinbar wieder aufgetaucht. Jedenfalls ist das Spiel vollständig. No harm done.

Als zwei kürzere Spiele kamen Indian Summer und Istanbul das Würfelspiel auf den Tisch. Nach der Partie Indian Summer waren wir ein wenig verdutzt. Es war ziemlich schnell zuende gegangen. Die nächste Partie würde jeder von uns anders spielen, doch würden wir genug Motivation hierfür aufbringen? Wie sich schließlich herausstellte, wiederholten wir die Erfahrung mit Indian Summer zumindest im Rahmen des Altleiningen-Wochenendes nicht. Vielversprechender erschien uns das Würfelspiel, das nach Istanbul benannt ist und zwar nicht den reizvollen Zug-, wohl aber den Rubinsammelmechanismus aufgriff. Hier halte ich für eine Folgepartie für wesentlich wahrscheinlicher.

Am Samstag begannen wir mit Noria. Eine kleine Schelte muss ich verteilen: Wieso um Himmels willen muss die Spielregel dermaßen kompliziert sein? Wir brauchten einige der (zu dritt) 15 Runden, um einigermaßen reinzukommen. Dabei ist es meines Erachtens gar nicht so wild. Jedenfalls versuche ich mich in der nächsten Runde an einer anderen Struktur zum Erklären. Und die Folgerunde kommt sicher, dazu sind unsere Mitspieler daheim zu neugierig auf das Spiel. Für mich kommt es im Moment wegen des Einstiegs erstmal auf den mittleren Stapel.

Ach so, worum es geht bei Noria? Im Zentrum steht das Wasserrad. Auf ihm aktiviere ich in jeder Runde drei Aktionen, je eine auf der inneren, mittleren und äußeren Scheibe. Neben der Produktion von Rohstoffen und der Optimierung der Aktionsmöglichkeiten steht im Mittelpunkt das Voranschreiten auf den vier Siegpunktleisten, deren Wertigkeit zudem erst während des Spiels durch die Spieler entwickelt wird. Ich tendiere dazu zu sagen: Ein Erstlingswerk, in dem etwas zu viele Mechanismen untergebracht wurden.

Da kam uns Terraforming Mars mit den Erweiterungen zu Venus und Elysium gerade recht als Abwechslung. Beide Erweiterungen fügen sich nahtlos in das Spielerlebnis ein. Womöglich schaffen wir es irgendwann noch, einen reichlich verspäteten Artikel zu Terraforming Mars zu schreiben. Ganz klar mindestens mal ein “2 von 3” Spiel, vielleicht sogar ein Anwärter auf unsere Königsklasse “3 von 3″…

Daraufhin ging es rund – dies hat Merlins Tafel nunmal so an sich. Im Kreis bewegen sich unsere Spielfiguren sowie Merlin. Drei unserer Würfel bewegen unsere eigene Figur, ein weißer jedes Spielers den Merlin. Ein mehr oder minder fröhliches Verdrängen auf hübsch gestaltetem Material hinterließ bei mir aber einen kleinen bitteren Beigeschmack: Ich mag Spiele nicht, wo sich meine Aggression erratisch auf einen Mitspieler entlädt, der unglücklicherweise da ist, wo es mir gerade gut passt. Das passiert hier leider, denn ich habe so wenige Aktionen, dass ich bei jeder davon auf mich selbst schauen möchte. Ich bevorzuge Spiele, bei denen ich gezielt entscheiden kann, gegen wen ich spiele.

Schließlich folgte noch Rob’n’Run. In diesem kooperativen Spiel gilt es, passende Werkzeugkarten zu spielen. Welche, das weiß nur der aktuelle Boss, der den anderen zudem nur bestimmte, vorgegebene Hinweise geben darf. An den Spielern liegt es nun, diese richtig zu interpretieren und zum richtigen Zeitpunkt das Mittel des Kartentausches und des Passens zu nutzen. Das Los von kooperativen Spielen, die man gleich beim ersten Mal knackt, ist es, dass ihr Wiederspielreiz damit nicht gerade durch die Decke schießt. Also… vielleicht mal wieder, muss aber nicht gar so dringend sein. Zum Abschluss des Abends gab es noch ein Roll for the Galaxy und ein Tichu.

Das Wochenende klang am Sonntag für uns aus mit einer Partie Pioneers. Auf einer abstrakten Landkarte ohne Ortsnamen gilt es mit einer Kutsche zu fahren. Bei der Nutzung von fremden Straßen muss man die Wege bezahlen – zudem will man ein zusammenhängendes Straßennetz erstellen, denn jeder unterwegs abgesetzte Pionier bringt nicht nur eine Sonderfunktion, sondern auch Siegpunkte, wenn er im größten eigenen Straßennetz ist. Spielerisch habe ich keine großen Innovationen erkannt. Zu zweit vermutlich die langweiligste Kombination, denn Geld war nicht wirklich knapp, und beim Straßennetz kamen wir uns nicht sonderlich ins Gehege.

Zum Abschluss beendeten wir noch unseren aktuellen Fluch und bewältigten “The Voracious Goddess” auf dem 7th Continent. Das ist sozusagen unser neuer Fernsehserienersatz. Als Unterstützer der ersten Kickstarter-Kampagne – nur sehr wenige Projekte haben wir überhaupt gefördert – erhielten wir vor einigen Wochen unser Exemplar. Beim ersten Versuch scheiterten wir kläglich, wandten uns dann erst dem zweiten empfohlenen Fluch “An Offering to the Guardian” zu, den wir schließlich lösen konnten. Und da wir natürlich den Fluch der Voracious Goddess nicht auf uns sitzen lassen wollten, waren wir schon einige Abende vor Altleiningen unterwegs gewesen, um es schließlich hier pünktlich vor dem Mittagessen abzuschließen. Der dritte Fluch in der vom Verlag empfohlenen Reihenfolge heißt “The Icy Maze”. Und zum Glück haben wir rechtzeitig das Spiel begonnen, um noch am zweiten Durchlauf bei Kickstarter für die Erweiterung teilzunehmen. Es wird ja einige Zeit dauern, bis die eintrifft – bis dahin haben wir vermutlich den 7. Kontinent mit allen bisherigen Flüchen überwunden…

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