Dreckige Säue sind tief. Zumindest bei uns. In unseren Vielspielerrunden sorgte Drecksau zunächst zwar für nette, aber nicht bemerkenswerte Runden. Aufgedreht haben die Borstenviecher erst in Runden mit Wenigspielern und auch mit Kindern. Daher gibt es in diesem Artikel eine Premiere: Zwei Prädikate – mit unserer üblichen Bewertung und zusätzlich unser Prädikat „Kinderspiel“.

Drecksau erzählt eine Geschichte: Die Säue wälzen sich gerne im Schlamm. Das gefällt dem Bauern nicht, deshalb ruft er, durch das Ausspielen der passenden Karte aktiviert: „Schrubb die Sau!“ Und weil gewinnt, wer als Erster alle Säue im Schlamm liegen hat, schrubbt der Bauer natürlich bei den Mitspielern. Regnet es, so sind alle Säue aller Spieler betroffen – außer natürlich, sie haben sich in ihrem eigenen, individuellen Stall unters Dach gekuschelt. Solange jedoch der Stall nicht verrammelt ist, gelangt der Bauer hinein. Doch ein Stall ist noch lange keine sichere Zuflucht: Schlägt der Blitz ein, wird die Sau nach draußen vertrieben. Erst ein Blitzableiter sorgt für Schutz.

Bild von Drecksau
Mit dieser Geschichte, gewürzt mit dem Vorzeigen der entsprechenden Karten, hat man die Lacher schon beim Erklären auf seiner Seite. Die Einstiegshürde durch das Lernen der Regeln wird damit unmerklich niedrig – und schon kann es losgehen: Aus drei Karten eine aussuchen, ausspielen, nachziehen. Letzteres ist ein Mechanismus, der Spielern in Fleisch und Blut steckt – Kinder oder absolute Wenigspieler tun sich schwer und benötigen Erinnerung: Denk ans Nachziehen…! Bei jedem „Bauer schrubbt die Sau“ oder bei schlechtem Wetter – Blitz oder Regen – ist die Schadenfreude groß.

Mit Kindern kann man wunderbar ihre Lernkurve beobachten. Denn bei einer Partie bleibt es natürlich nie, es muss mindestens schonmal jeder anfangen. Von Partie zu Partie werden Überlegungen angestellt: Ein Stall mit Blitzableiter und verrammelter Tür ist natürlich super. Eine schlammige Sau ist hier sicher. Aber es kostet drei Karten – und damit Zeit, in der jemand anderes womöglich seine Säue freilaufend und somit bestimmt total biologisch-organisch im Dreck räkeln lässt. Und wenn zwei Spieler zu gewinnen drohen: Zu wem schickt man den Bauer zuerst?! Ruckzuck werden unmerklich taktische Überlegungen angestellt.

Bild von 1 von 3 Dreck
Prädikat
:
1 von 3 Dreck

Reine Vielspielerrunden sind für solche Spaßspielen wohl zu abgewrackt. Maximal ein Mundwinkel hebt sich für eine Zehntelsekunde zum Ansatz eines Lächelns. Das heißt noch lange nicht, dass ein Spiel völlig durchfiel – aber manches Mal denke ich, dass uns ein wenig mehr Emotion im Powergamer-Spiel ganz gut tun würde. Wer Drecksau spielt, sollte sich in lustigen Runden mit Familien und Wenigspielern von deren Freude anstecken lassen.

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