Spiel ’09: Vorschau Teil 4

Bild von Verlagsstandorte der bisher erwähnten Spiele

In der letzten Woche trudelten weitere Neuheiten bei uns ein. So können wir ganz aktuell noch von ein paar Ersteindrücken berichten, bevor es ab nach Essen geht – und so schon einige Stationen in den Messehallen virtuell markieren. Von dort geht es mit dem ersten Live-Bericht über den Messe-Donnerstag weiter. Dieser wird am Freitagmorgen erscheinen. Wer uns auf der Messe treffen möchte, hat hierzu am Stand der Fairplay (Halle 10, Stand 47) die besten Chancen. Zum Standdienst sind wir dort voraussichtlich am Samstag anwesend – und zwischendurch immer mal wieder.

Propheten haben es in Essen leicht. Die Vorhersage, dass es dieses Jahr noch mehr, noch buntere und noch limitiertere Spieleneuerscheinungen gibt als im Vorjahr lässt sich unschwer aus den mysteriösen Fäden des Internetzes herauslesen. Nach dem Duchblättern der Liste der Neuerscheinungen telegraphiert unser wenig hellseherisches Bauchgefühl ein paar Trends:


Weniger limitierte Spiele - STOP - Fast alle Kleinverlage mit Vertriebselefanten - STOP - Kooperative Spiele out - STOP - Zu viele Erweiterungen, Neuauflagen und lauwarme Aufgüsse - STOP - Noch beliebter: Sequels, Titelwiederverwendungen, Karten- und Würfelvarianten - STOP - Dominionderivate noch nicht in diesem Jahr - STOP

Um folgende Spiele geht es in diesem letzten Teil der Vorberichterstattung:

Bild von Albion

Albion von Klaus-Jürgen Wrede bei Amigo für 2-4 Spieler:

Der Name bezeichnet Großbritannien im Altertum. Ausgehend von Befestigungen im Süden Englands breiten sich die Spieler über die britische Hauptinsel aus. Ihr Ziel: Drei Siedlungen komplett auszubauen! Eine solche Entwicklung erfolgt über vier Stufen. Benötigt werden Rohstoffe und Wehrhaftigkeit. Denn die Pikten sind nicht unbedingt einverstanden mit den fremden Niederlassungen. Entsprechend müssen die Spieler eine gute Balance halten zwischen Ausbau, Rohstoffnachschub und Verteidigung. Unser erster Eindruck: Eine Optimieraufgabe! Allerdings eine recht gradlinige, die auf den ersten Blick keine noch nie gesehenen Aspekte mit sich bringt.

Kathrin Nos

Bild von Fantasy

Fantasy von Sylvie Barc bei Asmodee für 2-4 Spieler:

Das Gute an Fantasy sind die einfachen Regeln: “Ziehe eine Karte – Lege eine Karte in die eigene Auslage und führe die Anweisungen auf der Karte aus.” Wenn einer keine Karten zum Ausspielen mehr hat, endet das Spiel. Es gewinnt, wer die meisten Karten gesammelt hat. – Das Schlechte an Fantasy sind die Anweisungen auf den Karten: “Tausche deine Auslage (= alle Siegpunkte) mit einem Mitspieler” oder: “Tausche deine Kartenhand” oder: “Ziehe zwei Karten”.

Ich mache es mit jetzt mal ganz einfach. Denken Sie sich ein beliebig vernichtendes Urteil über das Spiel bitte selber aus:

“_____________________________________________________________”
(Platz für einen Do It Yourself-Verriss).

Peter Nos

Bild von Jungle Speed

Jungle Speed von Thomas Vuarchex und Pierric Yakovenko bei Asmodee für 2-4 Spieler:

In viel zu labilen Pappschachteln bietet Asmodee zu Unrecht vom Markt verschmähten Spielen eine neue Heimat. Nach Time’s up! im letzten Jahr erscheint nun Jungle Speed in einer günstigen Ausgabe. Jungle Speed ist ein Hardcore Halli Galli. Manikürte Finger sollten sich dem Spiel nur mit Schutzhandschuhen nähern oder um ihre Nägel fürchten. Wie bei allen dieser Spiele werden Karten aufgedeckt. Sobald ein Symbol zweimal zu sehen ist gilt es als erster einen Totem (aka Holzprügel) zu greifen. Der Clou sind die leicht verwechselbaren bunten Symbole. Dabei ist die Farbe egal, nur die Form zählt.

Grabscher und Hektiker sollten zugreifen.

Peter Nos

Bild von Komm mit durch Deutschland!

Komm mit durch Deutschland! von Günter Burkhardt bei Kosmos für 2-6 Spieler:

Nachdem der Kosmos-Verlag beginnend in Minden (Deutschland – Finden Sie Minden) mit Globalissimo die ganze Erde und später mit Europa unseren Heimatkontinent bespielt hat, geht es nun für Kinder im Grundschulalter zurück nach Deutschland. Aus einer gegebenen Auswahl an Orten versuchen jeder Spieler denjenigen zu wählen, der am nächsten an einer neutralen Spielfigur liegt. Wer die letzte Wahl hatte, darf zum Ausgleich eine Wissensfrage beantworten, um näher heranzukommen. Mit Fragen zu Bundesländern und deren Hauptstädte, zu Wahrzeichen von Städten oder größten Bergen, längsten Flüssen oder Nachbarländern wird die Zielgruppe sinnvoll herausgefordert. Wie ich selbst erleben durfte, sind Spiele à la Deutschlandreise nicht nur bei Eltern wegen der didaktischen Vermittlung beliebt, sondern es macht den Kindern der angepeilten Altersgruppe Spaß, Land und geografische Begebenheiten zu entdecken und kennen zu lernen. Dies gelingt mit Komm mit durch Deutschland! spielerisch interessanter als mit der Würfelei der Deutschlandreise.

Kathrin Nos

Bild von Wo War's?

Wo War’s? von Roberto Fraga bei Ravensburger für 1-5 Spieler:

Die Frage “Wer War’s?” faszinierte etliche Kinder und konnte selbst Erwachsene in den Bann ziehen. Kein Wunder, dass dem erfolgreichen Titel nun mit “Wo War’s?” eine andere Fragestellung nachfolgt. Einem Wimmelbild ähnlich zeigt der Spielplan viele verschiedene Motive und Gebiete an. Eine elektronische Einheit erweckt die Felder des Plans zu akustischem Leben. Die Aufgabe: Findet den Dieb! Da sich dieser von Feld zu Feld bewegt, gibt die Reihenfolge der Geräusche während seiner Flucht den Ort auf dem Plan vor. Würfelnd ziehen die Spieler mit einer gemeinsamen oder alternativ jeweils eigenen Figuren hinter dem Dieb her. Ärgerlich nur, wenn beim letzten Zug des Diebes die Augenzahl nicht passt, um ihn zu erreichen. Bei der Verfolgung des Diebes hat man regelrecht das Gefühl, über den Plan zu reisen – vom Dorfplatz über die Straße in den Wald und weiter zu …. Die Suche bietet jedoch über die verschiedenen Runden kaum Abwechslung. Durch diese Gleichförmigkeit kann sich kein Spannungsbogen aufbauen. Soweit zum Erwachsenen-Urteil. Ob Kinder einer anderen Faszination erliegen, werden erst Testrunden mit Mitspielern des Zielgruppenalters zeigen können …

Kathrin Nos



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One Kommentar to “Spiel ’09: Vorschau Teil 4”

  1. Timo

    Habe selten ein so schönes Fazit gelesen, wie dieses zu “Fantasy”, selbst um 01:00 Uhr einfach lustig und treffend.

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