Stich-Meister

Nadelstiche, Kupferstiche, Bienenstiche, Seitenstiche, Insektenstiche, Farbstiche, Degenstiche, … und Kartenstiche. Erst letzterer Begriff führt auf den richtigen Pfad. Aber was erwartet man in einem Spieleblog auch anderes … Und erwartungskonform bleiben auch die Grundregeln von Stichmeister. Für einen Stich legt reihum jeder eine Karte ab. Die zuerst angespielte Farbe muss bedient werden. Nur wer dies nicht kann, darf stechen oder andere Farben abwerfen. Wer den höchsten Trumpf oder die höchste Karte der angespielten Farbe gespielt hatte, erhält den gerade beendeten und eröffnet den nächsten Stich.

Doch nach diesen Präliminarien ist es mit der Erwartungshaltung auch schon vorbei. Vollkommen unkonventionell entpuppt sich Stich-Meister als witziges, abwechslungsreiches Durcheinander immer neuer Regelvariationen.

Bild von Stichmeister

Der Pfiff: In jeder Runde gelten genau vier andere Regeln. Etliche Kombinationen sind so möglich. Am einfachsten sind solche Regeln, die eine Trumpffarbe oder -zahl bestimmen. Eine Rangfolge unter den Karten löst die Frage auf: Was passiert, wenn es mehrere Trumpfregeln gibt? Weitere Regeln wirbeln die Gewohnheiten munter durcheinander. In einer Partie wird nur die erste Karte offen gespielt, alle weiteren verdeckt und gleichzeitig umgedreht. Oder es muss nicht die erste, sondern die zuvor zuletzt offene Karte bedient werden. Generell zählt jeder eroberte Stich einen Punkt, doch sobald Wertungsregeln ins Spiel gelangen, werden Plus- oder Minuspunkte für bestimmte Karten oder Kombinationen gezählt.

Gruppendynamische Stabilität vorausgesetzt sorgt Stich-Meister für viel Abwechslung, Überraschung und Staunen am Spieletisch. Die immer anderen Kombinationen an Regeln lassen keine Runde der anderen gleichen. Über manche Regelzusammensetzung gilt es erstmal, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Wer lieber eine zünftige Runde Doppelkopf oder Skat zockt, mag enttäuscht sein. Denn so wirklich planbar sind die Runden – besonders die mit den
wirklich lustigen Regeln – nicht. Doch was macht das schon, wenn man dafür so nachhaltig mit witzigen Partien belohnt wird? In den ersten Spielen haben wir
Bild von 1 von 3 Regeln
Prädikat
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1 von 3 Regeln

uns angeschaut, bedächtig “nett, nett” gemurmelt und … weitergespielt! Mittlerweile haben wir eine zünftige Menge an Partien hinter uns und erleben trotzdem immer noch neue Überraschungen und reizvolle Regelcocktails. Es schleift sich keine Spielweise ein, höchstens diejenige, im Zweifelsfall in der eigenen Auswahl aus drei Karten nach der am lustigsten klingenden Regel zu greifen. Reizvoll!

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