Das Labyrinth des Minotaurus

Pro Jahr veröffentlicht Florian Isensee ein kleines Spiel, das er in der eigenen Druckerei produziert und auf einem kleinen Stand in Essen vertreibt. Die Ausstattung und der Regelumfang der Spiele nimmt dabei immer etwas zu. 2009 gab es erstmals Holzfiguren und eine etwas größere Schachtel.

Eine Partie Labyrinth des Minotaurus umfasst eigentlich drei verschiedene Spiele:

  • Zuerst gilt es, sechs Labyrinthkarten mit sechs Schätzen zu sammeln. Punkte gibt es für viele gleiche gesammelte Schätze. Dazu werden alle Spielkarten, die Teile eines Labyrinth zeigen, in einem Rechteck ausgelegt und mit drei verschiedenen Schatzsorten bestückt. Reihum spielt jeder eine Bewegungskarte und kann seinen Minotaurus um ein bis drei Felder über das Rechteck ziehen und Schatz und Karte des erreichten Feldes an sich nehmen. Leere Felder dürfen nicht mehr betreten werden.
  • Dann wird aus den gesammelten Karten ein gemeinsames Labyrinth gebaut. Dabei gilt es vielerlei Bauregeln und die Mitspieler zu beachten. Ziel dieses Abschnittes ist es, möglichst passende Ketten spezieller Symbole ins Labyrinth einzubauen. Jede Karte zeigt zwei Symbole, und zu Spielbeginn bekam jeder Spieler eine Auftragskarte mit ebenfalls zwei Symbolen. Lange Ketten aus diesen beiden Symbolen bringen mehr als kurze Ketten. Spieler dürfen sich gegenseitig ärgern, indem sie Labyrinthteile überbauen.
  • Im dritten und letztem Teil werden im Labyrinth kleine Schatzberge ausgelegt. Dann spielt wieder jeder reihum seine sechs Karten, um mit seinem Minotaurus durchs Labyrinth zu rennen und möglicht viele gleiche Schätze einzusammeln. Für gleiche Schätze gibt es wieder mehr Punkte als für verschiedene.
Bild von Das Laybrinth des Minotaurus

Ein Teil des Spielreizes macht die charmante Ausstattung aus. Jeder einzelne der drei Teile ist locker spielbar. So macht es zum Beispiel einfach Spaß, dem Bau des Labyrinths zuzuschauen. Von Vorteil ist dabei die Kürze der einzelnen Abschnitte. In 45 Minuten lässt sich eine Partie ohne Hektik abschließen.

Keiner der drei Spielteile sollte vernachlässigt werden. Im ersten Drittel sind zwar die Siegpunkte etwas knapper, wer aber hier schon einen kleinen Vorsprung erreicht, kann ihn manchmal auch ins Ziel retten. Die Spielabschnitte sind locker miteinander verbunden. So lohnt es sich durchaus die Labyrinthteile zu sammeln, die zum eigenen Auftrag passen. Als vierte Schatzsorte können am Anfang auch grüne Jokersteine gesammelt werden. Diese dürfen bis zum Spielende behalten und dann als beliebige Schätze den größten Sammlungen zugeschlagen werden. Damit ist auch der dritte Teil mit dem ersten verwoben.
Bild von 1 von 3 Stieren
Prädikat
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1 von 3 Stieren

Das Labyrinth des Minotaurus ist kein Pflichtbestandteil jeder Spielesammlung. Es ist eher eine abwechslungsreiche, gut spielbare Kuriosität und eine lockere, willkommene Abwechslung zu den normalen, oft etwas drögen Familienspielen etablierter Verlage.

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