Don Quixote

Genauso wie Fits oder Cities verzichtet das Spiel Don Quixote weitgehend auf Interaktion. Wer unbedingt wollte, könnte zwar den Spielstand der Mitspieler bewerten, um einzuschätzen, ob mehr oder weniger risikoreich gespielt werden sollte. Dies wäre aber eine ziemlich alberne Zeitverschwendung. Viele Kritiker fassen Interaktion als Qualitätsmerkmal auf und rümpfen deswegen über Spiele wie Don Quixote ihre Nasen.

Freilich gibt es aber auch jede Menge Sportarten wie Skispringen, Wettrennen oder Golfspielen, deren einzige Interaktion auf solchen Einschätzungen beruhen, ohne dass ihnen dies vorgeworfen wird. Ja, es reisen Sportler sogar um die halbe Welt, nur um mit anderen Sportlern ohne Interaktion Wettkämpfe auszutragen. Dabei könnten sie doch auch allein daheim in aller Ruhe weit springen und per Internet ihre Rekorde austauschen.

Natürlich weiß jeder Sportler, wie wichtig auch bei diesen Sportarten die Anwesenheit der Konkurrenz ist. Von “psychologischem Druck” schwadronieren Moderatoren dann immer.

Interaktionsfreie Spiele werden aber auch bei Gesellschaftsspielern zunehmend beliebt. Sie können solitär trainiert werden. Mehr Spaß machen sie aber im direkten Wettkampf. Die Psychologie kann dabei auch zum wichtigen Siegesfaktor werden. Statt Ratschlägen zur Strategie bietet Das-SpielEn.de diesmal ein paar Vorschläge, um die Mitspieler beim Nachdenken abzulenken.

Bild von Don Quixote

Doch zunächst zum Spielablauf: Jeder Spieler füllt sein Spielfeld mit 22 Landschaftsplättchen. Im Gegensatz zu Cities ist dabei nicht das Plättchen, sondern der Ort vorgegeben, auf dem ein beliebiges Plättchen abgelegt werden soll. Ganz frei ist die Auswahl aber auch nicht. Ähnlich wie bei Finito deckt jeder zufällig einige Plättchen auf. – Finito kommt übrigens auch wunderbar ohne Interaktion aus und ist solitär überaus öde. – Dreimal im Spiel wird gewertet. Wie der Name des Spiels vermuten lässt, gibt es Punkte für geschicktes und glückliches Auslegen von Windmühlen, Burgen, Rittern, sowie von Kirchen.

Dabei ist der Spannungsbogen bei Don Quixote recht außergewöhnlich. So stehen zunächst 9 Plättchen zur Auswahl, die alle verbaut werden müssen. Damit reduzieren sich Zug um Zug die Optionen. Dafür ist das Spielfeld zu Beginn bis auf zwei vorgegebene Burgen völlig leer. Es ist also in den ersten Runden völlig unklar, wie und wann sich die Landschaft entwickeln wird.

Im zweiten Drittel gibt es 7 weitere Plättchen. Dadurch vermehren sich wieder die Optionen, und ein Teil des Spielplans ist nun schon bekannt, leider eventuell auch schon vermurkst. Dann kommt das Endspiel mit den letzten 6 Zügen. Da nun alles offen liegt, wäre das Spiel nun berechenbar. Ein Kunstgriff von Reinhard Staupe verhindert dies aber. Denn das letzte Plättchen wird noch einmal beiseite gelegt und muss als letztes gespielt werden. Damit bleibt das Spiel unwägbar bis zum Schluss.

Don Quixote ist ein geradliniges und schnelles Spiel. Zwar braucht es einige Lernrunden für den Aha-Effekt, um punkteträchtige Kombinationen zu erkennen. Danach kann es jedoch locker gezockt werden. Die dritte Ausbaustufe von Cities finde ich noch etwas interessanter zu spielen. Mit Fits kann Don Quixote aber gut mithalten.

Nun noch das versprochene, siegbringende Konversationswissen:

  • Don Quixote von Miguel de Cervantes Saavedra gilt als erster Roman. Der erste Teil erschien 1605 in Madrid.
  • Don Quixote wird mit einem gekrächzten “ch” gesprochen. Sozusagen “Don Kichot”.
  • Don Quixote lässt sich mit “Herr Beinschiene” oder “Herr Phantast” übersetzen.
  • Die Roman umfasst etwas mehr als 1300 Seiten und enthält 74 Kapitel.
  • Bereits im achten Kapitel kommt es zum berühmten Kampf mit den Windmühlen:

    Von dem glücklichen Ausgang des entsetzlichen und unerhörten Abenteuers mit den Windmühlen, das der tapfere Don Quixote bestand, samt anderen, ewigen Gedächtnisses würdigen Ereignissen

  • Bild von 1 von 3 Windmühlen
    Prädikat
    :
    1 von 3 Windmühlen

  • Was ist eigentlich die Bedeutung des sprichwörtlichen Kampfes gegen die Windmühlen? Ist es ein aussichtsloser Kampf oder ein Kampf gegen eingebildete Gegner? Im Buch greift Don Quixote in Ermangelung echter Riesen die Windmühlen an.
  • Don Quixotes Klappergaul heißt Rosinante, sein Diener Sancho Pansa.
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