Vor ziemlich vielen Jahren – womöglich sind es schon mehr als zehn – kauften wir auf der Süddeutschen Spielemesse in Stuttgart, damals noch im alten Messegelände am Killesberg, bei einem Stand der Behindertenwerkstätten Kartenhalter aus Holz. In jedem von ihnen sind zwei Rillen eingefräst, die jeweils mindestens fünf Karten aufnehmen können. Diese wurden in unserer Spieletischschublade aufbewahrt und lange Zeit vergessen. Bis Hanabi kam.
Risiko Evolution
Spielkarten zerreißen ist wie Bücher verbrennen
Risiko war eine meiner ersten Spielelieben. Und sie blieb lange unerwidert. Ich lernte es als Kind bei Freunden kennen und war ihm sogleich verfallen. Monatelang legte ich jeden Pfennig zur Seite, um schließlich ein eigenes Exemplar erwerben zu können. Befreien hieß damals noch erobern, und Verteidiger hatten drei Würfel. Alles war gut. Nur fehlten auf Dauer die Mitspieler, und so vergammelte mein Risiko einige Jahre im Schrank. Zehn Jahre später entdeckte ich es auf der Suche nach einem lockeren Spiel für zwischendurch ein zweites Mal. Fortan spielten wir es Woche um Woche – Tag und Nacht. Dann kamen die Siedler von Catan.
Love Letter
Mit Love Letter ging es uns wie bereits 2010 mit [cref grimoire]: Es ist unser heimliches Messe-Highlight des aktuellen Jahres. Heimlich deshalb, weil wir es erst im Urlaub nach der Messe spielten, dann aber sofort ins Herz schlossen.
Nur 16 Karten reichen für großen Spielspaß: Die Prinzessin (Karte mit Wert 8) wartet sehnsüchtig auf einen Liebesbrief. Von der Wache bis hin zur Countess versuchen die Menschen ihrer Umgebung, ihr zu helfen. Doch wehe, einer von ihnen wird mit dem Corpus Delicti erwischt. Spieltechnisch verläuft dies so: Jeder hält eine Karte auf der Hand. Wer an der Reihe ist, zieht eine zweite Karte nach, spielt eine der beiden und führt den Effekt dieser Person aus. Freilich gilt es, selbst den Liebesbrief zu überbringen und die anderen bei selbigem Vorhaben zu ertappen.
Relaunch: Donnerstag ist DSE-Tag
Monatelang dieselben Postings auf der Startseite. Damit ist jetzt Schluss. Das-SpielEn.de (kurz: DSE, siehe auch unser Logo) hat bereits ein neues Gesicht, das auch auf mobilen Geräten strahlen soll. Ab sofort werden wir wieder regelmäßig berichten. Session Reports liegen uns offensichtlich nicht, es ist bei wenigen geblieben. Unser Interesse liegt vor allem bei Rezensionen und gelegentlichen Strategieartikeln. Entsprechend werden wir auf diese weiterhin den Schwerpunkt legen. Und damit es jetzt nicht beim Vorhaben bleibt, haben wir die Warteschlange an Artikeln bereits für einige Wochen gefüllt.
Damit gilt von nun an: Donnerstag ist DSE-Tag – an jedem dieser Wochentage wird es einen Artikel als Rezi oder gemäß unserem Motto „Spielen und Mehr“ auch mal als „Mehr“ geben. Viel Spaß beim Lesen!
Spielen am 21.8.2012
Sommerzeit = Oldie-Zeit
Zwar gilt: Nach der Messe ist vor der Messe, und die ersten Neuheiten von Essen rollen bald schon an. Doch die Übergangszeit, in der endlich mal wieder alte Schätzchen aus dem Regal geholt werden können, lassen wir uns nicht nehmen. In einer Runde zu fünft hatten heute bei unserem Dienstagsspielen die Ehre:
Fairplay By Spiel
Ja, wir haben unseren Blog etwas ruhen lassen. Warum? – Aus keinem besonderen Grund. Erst war vielleicht etwas Hektik wegen der Fairplay 97, dann kam Essen, dann der Urlaub und dann die FP 98, dann war Weihnachten, danach Nürnberg und die FP 99. – Dann war Diablo 3. 860 Folgen Order of the Stick lesen dauert auch einen Moment, genauso die Big Bang Theory auswendig zu lernen oder wöchentlich ein Extreme Str8ts zu lösen. Ach ja, Diablo 3 gibt es auch noch.
Wie dem auch sei. Dann kam die Fairplay 100 und wir verlegten Fairplay By Spiel von Michael Schacht.
Zombie Würfel
Die Zeit kurz vor den Spieletagen lässt sich immer gut zum Wiederspielen guter Spiele vergangener Jahre nutzen. So kam es endlich mal wieder zu einer Partie [cref die-prinzen-von-machu-picchu]. Leicht ist es leider nicht, für dieses unterschätzte Spiel Mitspieler zu finden. Umso erfreuter war ich, als gleich eine Fünferrunde zustande kam. Weniger erfreut war ich von meinem strategischen Fehler, nicht schon am vorletzten Tag das Spiel zu beenden. Man muss halt auch verlieren lernen…
Eine Erkenntnis des Abends war, dass es wohl noch keine Siedler von Machu Picchu gibt. Dabei würde sich ein sehr schönes Sechseckraster über die Anden legen lassen. Mit Lamas statt Schafen und Mais statt Weizen wäre auch mit nur wenigen Regeländerungen ein vollständig neuartiges Siedlergefühl möglich. Wenn dann noch Cortez die Rolle des Räubers übernimmt und die ersten Inkastraßen zwischen Inkasiedlungen entstehen, dürfte einem Erfolg dieser Idee nichts mehr im Wege stehen.
Order of the Stick – The Shortening
Urlaub ist vorbei. Fairplay ist im Druck. Es gibt keine Ausrede mehr. Der Blog braucht einen Update. Statt Rezensionen gibt es jetzt das wahre Spielerleben in Form von „Session Reports“.
Gestern zum Beispiel durfte ich „Order of the Stick“ kennenlernen.
Urlaub und Veränderung
Wir melden uns nun in den Urlaub ab. Das-SpielEn.de geht somit in die Sommerpause …
… und kommt Ende September verändert wieder.
Nicht dass wir einen so langen Urlaub hätten, aber nach unserer Rückkehr steht die Erstellung der neuen Fairplay an. Seit wir dort Mitglieder der Redaktion sind und einen größeren Anteil an der Erstellung des Heftes haben, können wir uns gefühlt nur noch halbherzig um diesen Blog kümmern.
Aus diesem Grund werden wir unsere Rezensionstätigkeit in Zukunft vor allem auf die Fairplay konzentrieren. Das-SpielEn.de wird als Heimat des Nußlochspielens Berichte von den dortigen Spielerunden veröffentlichen und so Ersteindrücke und Wiedergespieltes, Begeisterndes und Geflopptes schildern. Rezensionen und das „Mehr“ aus unserem Motto „Spielen und Mehr“ wird es unregelmäßig hin und wieder noch geben.
Kathrin und Karl-Peter Nos.
Dominion – Reiche Ernte
Wie viele Partien muss man spielen, um eine Erweiterung von Dominion beurteilen zu können? Von Erweiterung zu Erweiterung wohl mehr. Denn immer größer wird die Anzahl an Aktions-, Geld-, und Punktekarten (ganz zu schweigen von Dauer-, Angriffs-, Reaktions-, und weiteren Karten), die in Kombination mit der neuen Erweiterung getestet werden müssten. Wenn man es so sieht, sind wir erst am Anfang unserer Tests.
Dixit Odyssey
Unsere Erfahrungen mit [cref dixit] sind so vielfältig, dass allein die Anekdoten hierzu ganze Artikel füllen könnten. Das reicht von der seinerzeit Achtjährigen, die vollkommen gleichberechtigt mit ihren Eltern, Brüdern und uns mitspielte – und tolle Einfälle hatte! – bis hin zum über 80jährigen. Oder hinreißende Ideen von Mitspielern zu Bildern, die ich nach diesen Partien plötzlich mit ganz anderen Augen gesehen habe. Dixit hat uns emotional berührt und ist uns ans Herz gewachsen. Dixit ist und bleibt damit für mich ein würdiges Spiel des Jahres 2010 – auch wenn es anscheinend Jury-Mitglieder gibt, die anderer Meinung sind und woanders durchblicken lassen:
[…] dass auch einige Jury-Mitglieder mit Preisträgern der vergangenen Jahre nicht ganz glücklich waren.
Ich jedenfalls stehe nach wie vor zur Wahl von Dixit. Kein Wunder also, dass wir nach Erscheinen von Dixit Odyssey neugierig auf die neuen Bilder – und auch auf die Varianten – waren.
Millionen von Schwalben
Erstveröffentlichung am 10.12.2006 bei Hall9000.
>>Direkt zum Postscriptum springen.
Ein anderes Rätsel um die schwarze Katze
Das Sommerloch naht, der Jahrgang ist nahezu ausgespielt, und endlich ist Zeit die Spiele der guten alten Zeit auszupacken. Dabei fanden wir ein besonders possierliches Geschöpf der Gattung „selbstsüchtige Streichelviecher“. Spontan beschlossen wir dem Vorbild von Spielenswert zu folgen. Deshalb steht heute die Miezekatze im Mittelpunkt.
Eselsbrücke
Spiele, bei denen man Geschichten erzählt, haben oft einen eher skurrilen Hintergrund. Vielleicht war dies die Ausrede, weshalb ich mich zunächst nicht um Eselsbrücke bemüht und dieses Spiel in Nürnberg zwar zur Kenntnis, nicht aber auf unsere Wunschliste für Rezensionen genommen habe.
Zwei kleine Rückblicke: Bei Ja, Herr und Meister (2006) werden den Spielern spontan Begriffe zugelost. Diese müssen sie nahtlos und einigermaßen überzeugend bei ihrer Entschuldigung an den großen Meister einbinden. Wer sich verhaspelt, erntet „böse Blicke“ und damit Minuspunkte. Ganz nett, mal was anderes, nächstes bitte.
Ein weiterer Exot unter den Spielen ist das noch ältere Die unfasslichen Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen (2002). Wie im Kneipengespräch brüsten sich die Spieler ihrer Heldentaten. Gegenseitig werfen sie sich Details, Begebenheiten oder Namen zu. Wer solche Herausforderungen annimmt, strickt die Geschichte mit Hilfe dieses neuen Fadens weiter. Dabei geht es nicht nur darum, die eigenen Stories flexibel weiterzuspinnen, sondern auch ein Rollenspiel am Tisch zu entfalten. Das liegt bei weitem nicht jedem und lebt davon, dass die Spieler sich von bekannten Geschichten lösen und stattdessen witzige neue Wendungen hineinbringen. Auch hier muss konstatiert werden: Exotisch ist nicht automatisch ein Hit.
Spielehelfer für Androiden und meine erste App
Weltpremiere: Heute veröffentlichte ich die erste Startspieler App für Android. Endlich ist es möglich auf umständlich analoge Verfahren oder krude Spielregelungen zu verzichten. Mit der neuen App beginnt sich auf einen Fingerzeig hin der Startspielergott zu drehen und einen mehr oder minder glücklichen Anfänger auszuwählen.
Noch besser – die App ist kostenlos, werbefrei und gibt es hier zum Download:
https://market.android.com/details?id=start.player
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