Der Mann der Jurorin

Zur Bekanntgabe des Spiel des Jahres lässt sich wenig berichten: Die Rezensionen sind schon längst veröffentlicht, und die Klasse der Wahl kann ich schlecht kommentieren, ohne eventuell den Hausfrieden zu gefährden.

Ungefährlicher scheint es mir, meine Sicht der Dinge über den Ablauf eines Spielejahres unter spezieller Berücksichtigung der Verwandtschaft mit einem Jurymitglied darzulegen.

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About Time – Das Zeit Spiel

Niemals, wirklich niemals sollten Sie irgendetwas wegwerfen. Nur so als guter Rat von Spieler zu Spieler. So sammelte ich im Jahre anno 1995 in Wien einen wunderbar sinnfreien, grauenhaften Kommentar der Welt, um ihn zu gegebener Zeit der Nachwelt präsentieren zu können. Endlich, nach 15 Jahren, kam der große Augenblick: Das Spiel “About Time” ist etwa genauso sinnfrei wie jener Kommentar. Nur leider, leider habe ich ihn wohl beim letzten Umzug doch als überflüssig und niemals verwertbar entsorgt. Tut mir leid, auf diesen Witz müssen Sie also jetzt verzichten.

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Schweinebande

Schweinebande ist nicht zu verwechseln mit Schweinebammel. Merke: Schweinebande ist von Hans im Glück, Schweinebammel von Drei Magier. Erschwerend kommt hinzu, dass beide Spiele in aufeinander folgenden Jahrgängen erschienen sind. Ich jedenfalls habe es in meinen Runden aufgegeben, die Leute auf etwaige, falsch verwendete Namen hinzuweisen. Denn die einen meinen sowieso jedes Mal das Kartenspiel, die anderen das Brettspiel.

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Tobago

Seit dem Eintrag über Tobago in unserer Messevorschau ist einige Zeit vergangen, und diese Rezension ergänzt jetzt viele weitere Onlinebesprechungen. Beim Stöbern im Netz erhält man einen guten Überblick über die Vielfalt an Spieleseiten im deutschsprachigen Raum. Von ganz “klassisch” aufgebauten Rezensionen mit fester Struktur bis hin zu Podcast und Video-Rezension haben sich die Kolleginnen und Kollegen mit diesem Spiel beschäftigt.

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Numeri

Als religiös wenig vorbelasteter Zeitgenosse (s. Cherubim) dachte ich bislang bei Numeri immer nur an Numerik ohne ‘k’. Immerhin wird bei Numeri tüchtig gerechnet. Doch Google als bester Lehrer aller Zeiten verriet mir jetzt, dass Numeri auch Titel des vierten Buch Moses ist.

Damit wird Numeri unerwartet zum thematischen Spiel. Denn laut Bibelwissenschaft.de stellt:

Das Buch Numeri (stellt) den Weg der Israeliten nach dem Aufbruch vom Sinai bis in das Ostjordanland hinein dar.

Das Spiel Numeri stellt hingegen den Weg der numeriertern Holzklötze nach dem Aufbruch vom Startfeld bis in die Zielfelder hinein dar.

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Sonderpreise, Nominierte, Empfohlene 2010

Am Wochenende war die Klausurtagung der Jury Spiel des Jahres. Zunächst wurde ein Sonderpreis beschlossen:

Die Tore der Welt erhält den Sonderpreis “Spiel des Jahres plus”.

Die Titel der fünf Nominierten lauten (in alphabetischer Reihenfolge):

A la carte,
Dixit,
Fresko,
Identik,
Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel – Bronzezeit.

Einen Platz auf der Empfehlungliste erhielten:

Don Quixote,
Hansa Teutonica,
Jäger und Sammler,
Jaipur,
Kamisado,
Level X,
Magister Navis,
Mosaix,
Samarkand,
Tobago.
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Carcassonne – und das Schicksalsrad

Über Carcassonne, das Spiel des Jahres und Gewinner des Deutschen Spielepreises 2001, muss ich sicher nicht viele Worte verlieren. Nach wie vor etwa führt dieses Spiel die Liste der Spiele mit den meisten verlinkten Rezensionen bei Luding an. Dass nicht die Siedler von Catan zumindest um diesen Spitzenplatz konkurrieren, ist allerdings eher der Tatsache geschuldet, dass Internetrezensionen erst ein paar Jahre nach dem Erscheinen der “Siedler” (1995) so richtig ins Rollen kamen.

Doch der Grund für einen Artikel bei Das-SpielEn.de ist ein anderer. Getreu unserem Motto “Spielen und Mehr” reizte uns die Verbindung des Spiels mit einem Roman. In Kombination mit dem Roman “Carcassonne – Das Schicksalsrad” von Helene Luise Köppel erschien nun ein eigenständiges gleichnamiges Spiel.

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Fresko

Künstler hatten es noch nie leicht: Morgens früh aufstehen und gleich auf den Markt rennen, um überteuerte Farben zu erwerben. Dann mit den Farben rein in die Kirche, Bischof bestechen und an Fresken herumpinseln bis zum Nachmittag. Nachdem der frohlockende Bischof genügend Lob und Ehre ausgesprochen hatte, galt es sogleich weiterzueilen, um Privatleute gegen Kohle bar auf Tatze zu porträtieren. Denn Kirchenmalerei machte zwar berühmt, aber nicht satt. Schöne Malerei benötigt bunte Farben – sehr bunte Mischfarben, um genau zu sein. Deshalb hatte jeder Künstler eine Werkstatt, um Farben zu mischen. Wieso er dies spätnachmittags nach getaner Malerei vollbrachte, weiß ich nicht. Dafür bin ich nicht Maler genug, aber es war gewiss so. Zu guter Letzt galt es noch die Gehilfen bei Laune zu halten. Denn wer immerzu seine Angestellten um fünf Uhr früh aus dem Bett jagt, braucht sich nicht zu wundern, dass die Motivation bald im Keller angelangt ist. Zur Steigerung des Betriebsklimas wurden müde Gehilfen deshalb abends ins Theater geschickt. Kulturell erbaut konnten sie dann morgens wieder mit dem ersten Hahnenschrei zur Arbeit eilen.

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Samarkand

Manchmal ist das Geniale nahe liegend: Dass Samarkand einst als Eisenbahnspiel konzipiert war, ist den Regeln noch gut anzumerken. Das unverbrauchte Thema – Heirat im Orient – passt aber auch mindestens genauso gut. Aus Eisenbahnen wurden Kamele, aus Aktien Handelsfamilien, und schon spricht das Spiel gänzlich andere Spielerkreise an.

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Kopf an Kopf

Heute habe ich eine wichtige Bitte an Sie: Wenn auch Ihnen etwas am Kulturgut Spiel gelegen ist, sollten Sie in Zukunft bei allen Gesprächen über pfiffige Handy-Ideen nicht mehr über I-,You-, oder He/She/It-Phones schwadronieren, sondern auf Kopf an Kopf hinweisen. Dessen Autor Chris Handy hat immerhin einen der lustigsten Namen, die mir in der letzten Zeit untergekommen sind. Bevor nun irgendwer zu nörgeln beginnt, von wegen “Handy” sei Denglisch der übelsten Sorte und wenn schon Englisch, müsse “Cellular” oder “Mobile” gesagt werden: Ich finde Handy eine der coolsten Wortschöpfungen der letzten Jahre, auch wenn sich alle Bastian Sicks dieser Welt auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln würden.

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